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Weihnachtsgedicht: In der Christnacht

Ein Bettelkind schleicht durch die Gassen-
Der Markt lässt seine Wunder sehn:
Lichtbäumchen, Spielzeug, bunte Massen.
Das Kind blieb traumverloren stehn.

Aufseufzt die Brust, die leidgepresste,
Die Wimpern sinken tränenschwer.
Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste-
Ich weiß kein Leid, das tiefer wär.

Im Prunksaal gleißt beim Kerzenscheine
Der Gaben köstliches Gemisch,
Und eine reichgeputzte Kleine
Streicht gähnend um den Weihnachtstisch.

Das Schönste hat sie längst, das Beste,
Ihr Herz ist satt und wünscht nichts mehr.
Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste-
Ich weiß kein Leid, das tiefer wär.

Doch gälts in Wahrheit zu entscheiden,
Wer des Erbarmens Preis verdient-
Ich spräch: Das ärmste von euch beiden
Bist du, du armes reiches Kind!

Ottokar Kernstock, österreichischer Dichter (1848 - 1928)

Goya Manuel - KInderportrait

Bild: Francisco Goya (1746-1828): Manuel Osorio Manrique de Z˙˝iga, 1788.
Öl auf Leinwand, 110x80 cm Metropolitan Museum, New York

Wir danken Otto Lenk für den Hinweis auf dieses Gedicht zu Weihnachten!

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