Aber der Schmetterling ist auch ein
Sinnbild
der Unsterblichkeit der Seele und ihrer ewigen Verjüngung.
Heinrich Heine (1797-1856), 1831
Carl Schuch
geboren am 30. September 1846 in Wien
gestorben am 14. September 1903 in Wien
Wirkungsorte: München, Venedig, Paris, Wien
Die Erneuerung der Natur erfolgt auch durch den
Wechsel der Jahreszeiten.
Abbildung oben: Carl Schuch: Am Weßlinger
See. 1876, Öl auf Leinwand, 45 × 70 cm.
Bremen, Kunsthalle. Landschaftsmalerei.
Biographie Carl Schuch
Carl Schuch wurde am 30. September 1846
in einer wohlhabenden Familie in Wien geboren. Im
Alter von 20 Jahren erhielt der übersensible
Carl Schuch Malunterricht bei dem Künstler
Ludwig Halauska in Wien. Der Unterricht dauerte
drei Jahre. Nach dieser Ausbildung unternahm er
eine Studienreise nach Italien gemeinsam mit dem
Maler Albert Lang. Danach richtete sich Carl Schuch
in München ein Atelier ein und freundete sich
mit Trübner und Leibl an. Die drei Künstler
portraitierten sich gegenseitig, malten nach denselben
Modellen und standen in regem künstlerischen
Austausch.
1872
bis 1873 arbeitee Carl
Schuch wieder in Italien. In Italien hielten
sich viele deutsche Künstler auf.
Es gab einen Eichenhain bei Olevano, in
dem diese Künstler sehr viel malten.
Dieser Eichenhain sollte abgeholzt werden.
Carl Schuch ist es zu verdanken, dass dies
nicht geschah. Er vermittelte den Ankauf
des Waldes durch das deutsche Reich. In
dieser Zeit malte Carl Schuch romantische
Landschaftsbilder.
1873
lernte Carl Schuch den Maler Karl Hagemeister
kennen. Mit ihm gemeinsam malte er am Hintersee
bei Salzburg Landschaftsbilder.
Mit Karl Hagemeister verband Schuch eine
lebenslange Freundschaft. Hagemeister hat
später ein Buch über Schuch veröffentlicht.
Ein Portrait von Carl Schuch gemalt, das
den Freund Karl Hagemeister darstellt, ist
im Besitz derHannoverschen Landesgalerie.
Anschließend reiste Carl Schuch nach
Holland, Belgien, und wieder nach Italien.
1876
bis 1882 lebte er fast ausschließlich
in Venedig und arbeitete in der Lagunenstadt
fast ausschließlich an Stilleben. Das
unten veröffentlichte Stilleben mit Äpfeln
ist ein Beispiel aus dieser Zeit. Im Stilleben
sah Carl Schuch eine Möglichkeit , zur
"reinen Malerei" zu gelangen. Hier
in Venedig gelang es ihm, seinen eigenen Stil
zu entwickeln. In den Sommermonaten dieser Jahre
jedoch hielt er sich in der Mark Brandenburg
auf. Gemeinsam mit seinem Malerfreund Karl Hagemeister
schuf er Landschaftsbilder.
1882
bis 1894 lebte Carl Schuch, der
inzwischen schwerkrank geworden war, in Paris.
In Paris beschäftigte sich Carl Schuch
intensiv mit der Malerei von Corot, Courbet,
Manet und Monet. Die Stlilleben aus der Pariser
Zeit zeigen eine stufenweise Lösung vom
Gegenstand.
Carl Schuch heiratete eine Französin
und lebte mit ihr wieder in Wien.
Aber sein Leiden verschlimmerte sich.
Er wurde in eine Heilanstalt eingewiesen,
die er bis zu seinem Tod nicht mehr verlassen
hat.
Carl Schuch starb in seiner Heimatstadt Wien kurz
vor seinem 57. Lebensjahr am 14. September 1903.
Die Daten und Fakten sind seinen Tagebüchern
und Briefen entnommen.
Carl Schuch hat in seinem Leben kein einziges Bild
verkauft und nie ausgestellt. Carl Schuch war lange
fast vergessen, in den letzten Jahren werden seine
Stilleben jedoch gemeinsam mit denen von Cezanne,
Manet und Morandi ausgestellt und gewürdigt.
I.S.
BUCHTIPP
Carl Schuch 1846-1903. Katalog zur Ausstellung
in der Städtischen Kunsthalle Mannheim, 8. März-19.
Mai 1986 und in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus
München, 11. Juni-11. August 1986 Gebundene Ausgabe
- 340 Seiten, 1986 Carl
Schuch 1846-1903. Katalog
Die Werke von Carl Schuch sind u.a. in folgenden
Museen ausgestellt
Bremen Kunsthalle
Bremen "Am Weßlinger See"
(siehe Abbildung oben auf dieser Seite).
Hannover Niedersächsische
Landesgalerie "Landschaft mit Brückenruine",
1870,
"Straße in Olevano", 1875, "Karl
Hagemeister", 1876, "Hof der Abbazia
di S. Gregorio, 1877, "Stilleben", 1877,
"Landschaft bei Ferch" , 1878.
Die Morandi-Sammlung des Morat-Instituts und
glanzvolle Beispiele der Stillebenmalerei vom
17. bis 20. Jahrhundert. Abbildung: Carl Schuch,
Käseglocke und Fruchtschale mit Trauben und Äpfeln,
um 1882/84 www.weimar-kultur-journal.de
Carl Schuch: Apfelstilleben. um 1870-1880,
Öl auf Leinwand.
Berlin, Alte Nationalgalerie.Stilleben. Österreich.
Jetzt verabschieden wir uns von den Schmetterlingen
und genießen die Früchte des September:
Theodor Storm zum Thema: Äpfel im Herbst...
herbstlyrik/Apfel.htm