eigentlich: Michelangelo Merisi
geboren am 28. September 1573 östlich von
Mailand
gestorben am 18. Juli 1610 in Port' Ercole bei
Civitavecchia
Abbildung oben: Michelangelo Caravaggio:
Der Fruchtkorb. 1596, Öl auf Leinwand, 46 × 64,5 cm.
Mailand, Pinacoteca Ambrosiana. Auftraggeber: Kardinal
Francesco Maria del Monte. Stil: Barock.
Biographie Michelangelo Caravaggio
1571
in Mailand am 28. September geboren.
Der Vater des Malers hieß Fermo Merisi. Er selbst
nannt sich Caravaggio.
1584
Lehre in Mailand bei Simone Peterzano. Der Lehrvertrag
wurde am 6. April 1584 unterzeichnet.
1590
malt er das Gemälde "Medusa"
- in dem er all die Schrecken seines späteren
Lebens vorwegzunehmen scheint.
1592
lebt Caravaggio in Rom und arbeitet in verschiedenen
Werkstätten, unter anderem in der Werkstatt von Giuseppe
Cesari.
1593
wird Caravaggio durch ein Pferd schwer verletzt.
Er soll von einem Pferd getreten worden sein. Dieses
Erlebnis verarbeitet er 1600 / 1601 in dem Gemälde
"Bekehrung
Sauli".
1595
findet er im Palazzo Madama Aufnahme bei Kardinal
Del Monte, der sein wichtigster Mäzen wird.
1597
beginnt Caravaggio mit der Ausschmückung der
Kapelle des Kardinals Matteo Contarelli in der Kirche
Sankt Luigi dei Francesi in Rom.
1598
beginnt Caravaggio, die Körper auf seinen Gemälden
plastisch durchzubilden.
1599
Vertragsabschluss über ein Altar- sowie zwei Wandbilder
zum Leben des Evangelisten Matthäus für die Contarelli-Kapelle
in der Kirche San Luigi dei Francesi. Bei diesem ersten
kirchlichen Auftrag findet er zu dem dramatischen
Stil, der ihn berühmt macht. Der Gegensatz von
Hell und Dunkel wird von jetzt ab seinen Stil beherrschen.
1600
Vertragsabschluss über zwei Gemälde für die
Familienkapelle Tiberio Cerasis in Santa Maria del
Popolo mit der Bekehrung Sauli und der "Kreuzigung
Petri"
Caravaggio ist wegen seiner malerischen Technik
und seiner an der unmittelbaren Wirklichkeit orientierten
Darstellungsweise ein gesuchter und beliebter Maler.
1600 Polizeiakten verzeichnen mehrere Schlägereien
und andere Händel, an denen Caravaggio sein soll.
1603
Klage des Malers Giovanni Baglione gegen die
Maler Caravaggio, Orazio Gentileschi und Filippo
Trisegni sowie den Architekten Onorio Longhi wegen
der Verbreitung diffamierender Gedichte.
Inhaftierung Caravaggios, am 25. September
1603 Freilassung auf Intervention des französischen
Botschafters.
1604
wurde er angezeigt, dem Diener des Oste del Moro
einen Teller mit Artischocken ins Gesicht geworfen
zu haben. Am 20. Oktober 1604 wurde er abermals
angezeigt, diesmal soll er den Sbirren (Polizeidiener)
Steine nachgeworfen haben.
1605
Verhaftung wegen unerlaubten Waffentragens. Anklage
wegen Verletzung eines Notars durch einen Degenhieb
im Gesicht; Flucht nach Genua. Im August 1605
Rückkehr nach Rom.
1606
Caravaggio tötet er in einem Duell Ranuccio Tomassoni.
Er findet Zuflucht beim Fürsten Marzio Colonna in
Zagarolo, Palestrina und Pagliano. Später Aufenthalt
in Neapel, dort schuf er mehrere Bilder.
1607
Caravaggio reist nach Malta, um den Malteserorden
entgegenzunehmen.
1608
Aufnahme in den Malteserorden. Im Juli
des Jahres 1608. Aufträge für religiöse Gemälde
und Portraits.
Streit mit einem anderen Ritter des Ordens. Im
Dezember 1608 Ausschluss aus dem Orden und
am 6. Oktober Flucht nach Sizilien, wo er in Messina,
Palermo und Syrakus weitere Aufträge erhält.
In Sizilien entstanden seine letzten großen
Werke.
1609
wird Caravaggio in Neapel angegriffen und im Gesicht
verletzt.
1610
Einschiffung nach Rom.
Am 18. Juli 1610 stirbt Caravaggio am Strand
von Porto Ercole. Die Todesursache ist ungeklärt. Er starb
im Alter von 37 Jahren.
Das rastlose, ja gewaltbestimmte Leben steht fast
im Gegensatz zu den beiden Gemälden,
die hier auf dieser Seite vorgestellt werden. Michelangelo
Caravaggio war ein Revolutionär - im Leben
und in seiner Malerei. Er malte "nach dem Leben"
- damals unüblich. Selbst einem Engel malt
er schmutzige Fußnägel - so im Bild "Amor
als Sieger".
Seine Bilder fesseln durch meisterliche
Komposition, herrliche Lichtführung und psychologische
Tiefe.
Hervorzuheben ist auch seine meisterhate Darstellung
der Perspektive, er malt besonders real wirkende
Verkürzungen der Figuren wie in "Kreuzigung
Petri" und "Bekehrung Sauli".
Erstaunlich ist, dass der Künstler, obwohl
er ständig auf der Flucht war, so ein umfangreiches,
beeindruckendes Werk schaffen konnte.
I.S.
Auf Seite 2 gibt es Bilder, die andere Themen
behandeln:
Schrecken, Horror und Gewalt, die auch die "dunkle
Seite" von ihm ahnen lassen.