Theodore Gericault hatte
sich immer für das Problem des leidenden Menschen
interessiert. Der Arzt Dr. Geoget regte ihn an,
diese Menschen zu malen. Von diesen Studien der
psychisch kranken Menschen sind noch fünf Arbeiten
erhalten, unter anderem das unten gezeigte Portrait
der Irren mit der Schmetterlingshaube. Das Bild
"Der Irrsinnige" weiter unten auf dieser
Seite.
Theodore Gericault, Jean Louis Theodore
Gericault, wurde am 26. September 1791 (andere
Quellen berichten vom 21. September 1791) in Rouen
in Frankreich geboren. Er starb im Alter von nur
32 Jahren an einer Krankheit am 26. Januar 1824
in Paris im Hause seines Vaters Georges Nicolas
Gericault.
Er war Maler, Zeichner, Bildhauer
und Lithograf
Theodore Gericault verlor früh seine
Mutter Louise Carruel, sie starb, als der Junge
zehn Jahre alt war. Die Mutter hinterließ
Theodore eine beträchtliche Erbschaft. Der
Vater war Rechtsanwalt, er verließ nach dem
Tode seiner Frau die Stadt Rouen und zog mit Theodore
nach Paris.
Dort besuchte der Junge das Pensionat Castel, danach
das Lycee Imperial. Die Ferien verbrachte er in
der Normandie, dort beschäftigte er sich vorwiegend
mit Pferden.
Abbildung rechts: Die Irre mit der Schmetterlingshaube,
Theodore Gericault, "La monomane de l'envie",
1822- 1823, Öl auf Leinwand, 72 x 58 cm,
Lyon, Museum.
1808
verließ er das Lycee Imperial
und begann zu malen. Als erstes erhielt er eine Ausbildung
zum Pferdemaler bei Carle Vernet.
1810
trat er in das Atelier von Guerin
ein, dort wurde er mit dem Stil von der Kunst Davids
vertraut gemacht. Die Bilder von David beeindruckten
ihn zutiefst.
Theodore Gericault besuchte oft das Musee Napoleon
- das heutige Musee National du Louvre - und studierte
dort Kunstwerke. Er kopierte Arbeiten von Rubens,
Caravaggio, Velasquez, Rembrandt,
van Dyck
und Raffael
und zeichnete die Flachrelies der griechischen Sarkophage.
1812
richtete er sich dann sein erstes eigenes
Atelier auf dem Boulevard Montmartre ein. Dort malte
er das Bild "Offizier der Gardejäger beim
Angriff". Dieses Werk (292 cm x 194 cm, Leinwand,
heute im Louvre) erhielt eine Medalille im Salon.
1813
malte er in den Pferdeställen von
Versailles verschiedene Pferdebilder.
1814
stellte er im Salon den "Verwundeten
Kürassier" aus, ein Sinnbild des geschlagenen
Frankreichs. Gericault begann, sich für das politische
Geschehen zu interessieren und arbeitete als "Königlicher
Musketier" beim König von Frankreich.
1814
bis 1816 machte ihm eine unglückliche
Liebe zu der Frau eines Freundes sehr zu schaffen.
Von dieser Frau bekam er 1918 ein Kind mit Namen
Hippolyte-Georges. Der Name der Mutter wurde geheimgehalten.
Theodore Gericault brachte das Kind in einem Gasthof
unter und ließ es gut versorgen. (Als Hippolyte-Georges
1882 starb, wusste er immer noch nicht den Namen
seiner Mutter.) Die tragische Liebesgeschichte
veränderte den sensiblen Künstler.
1816
Im Herbst 1816 reiste er nach
Florenz, um die Frau zu vergessen. Dort fertigte
er Studien der Medici-Gräber an. Danach ließ
er sich in Rom nieder. Hier arbeite er an Variationen
von Raffael-Bildern.
Dann kam die "Große Offenbarung":
Er sah die Fresken von MIchelangelo
in der Sixtinischen
Kapelle. Diese Arbeiten beeindruckten ihn zutiefst
und prägten dann seinen Stil nachhaltig. Die
Bilder, die Theodore Gericault anschließend
malte, lassen diesen Einfluss erkennen.
1817
kehrte er nach Paris zurück.
Im Pavillon eines Gartens seines Vaters richtete
er sich sein neues Atelier ein. Neben Gericault
hatte Horace Vernet sein Atelier.
Gericault gehörte zu den ersten Künstlern,
die das neue Verfahren der Lithographie anwendeten.
1818
wurde - wie schon erwähnt - sein
Sohn geboren. Gericault richtete sich nun ein neues
Atelier im Faubourg du Roule ein.
1818 bis 1819 arbeitete Theodore
Gericault an seinem Hauptwerk "Das
Floß der Medusa".
Das Bild schildert eine wahre Begebenheit eines
schrecklichen Schiffsunglücks.
Die Fregatte "Medusa" erlitt im Juni
1816 Schiffbruch. Die Fragatte hatte 149 Passagiere
an Bord. Nach dem Schiffbruch erreichten die Passagiere
ein Floß, es wurde von Rettungsbooten in Schlepp
genommen. Die Taue rissen.
Zwölf Tage lang trieb da Floß auf dem
Meer. Es soll zu wüsten Szenen und sogar zu
Kannibalismus gekommen sein.
15 Überlebende wurden von einem Schiff geborgen,
fünf starben an Land nach der Rettung, so dass
von den 149 Passagieren nur 10 am Leben blieben.
Dieses Unglück hat Theodore Gericault
sehr stark beschäftigt.
Er malte das Bild "Das Floß der Medusa"
nach langen Vorarbeiten (Skizzen, Studien
von Körpern Verstorbener, Wachsmodelle auf
einem Floß usw.).
Das Bild erhielt zwar eine Medalille im Salon,
wurde aber nicht vom Staat gekauft. Das war eine
Enttäuschung für Gericault.
Jean Louis Théodore Géricault: Das Floß
der Medusa. 1818-1819, Öl auf Leinwand, 491 ×
716 cm. Paris, Musée du Louvre. Land: Frankreich.
Stil: Romantik.
The Raft of the Medusa. Gericault, Art,
and Race. von Albert Alhadeff. Kurzbeschreibung:
Eine überraschende und provokative Neuinterpretation
des berühmten, richtungsweisenden Bildes "Das Floß
der Medusa": Zunächst untersucht der Autor die Struktur
des Gemäldes und die Bedeutung des nur als Punkt
am Horizont sichtbaren Rettungsbootes, welches den
psychischen Zustand der Schiffbrüchigen, ihre Hoffnung
und Verzweiflung betont.
Das Bild wurde daraufhin in England
und Irland gezeigt - gegen Eintrittsgeld. Vom 12.
Juni bis zum 31. Dezember 1820 in London, vom 5. Februar
bis zum 31. März 1821 in Dublin. Gericault erhielt
dafür ca. zwanzigtausend Francs.
1821
malte er in England "Das
Derby in Epsom"- eines seiner schönsten
Bilder (Jean Louis Théodore Géricault: Das Derby
in Epsom. 1821, Öl auf Leinwand, 91 × 122 cm. Paris,
Musée du Louvre. Land: Frankreich. Stil: Romantik.)
Gericault arbeitete in London an der Technik der
Lithographie weiter.
Krank kam Gericault aus England zurück. Er
hatte sich eine schmerzhafte Ischias- Entzündung
und eine Lungenentzündung geholt.
1823
arbeitete er an Illustrationen für
die erste französische Ausgabe der Werke Byrons.
Es waren Lithographien.
Dann erlitt Gericault noch einen Unfall mit einer
Kutsche. Er lebte im Hause seines Freundes Dedreux-
Dorcy und starb dann unter entsetzlichen Schmerzen
im Hause seines Vaters am 26. Januar 1824 in Paris
LINKS und Surftipps
zu Webseiten über Theodore Gericault
Bilder: Géricault, Théodore - lithographs.
Lithographien WebMuseum, Paris www.ibiblio.org
Bilder und Biographie, englisch: Géricault,
Théodore. sunsite.dk
Théodore Géricault, Rouen 1791-1824 Paris. Pferde
in der Koppel, Öl auf Papier auf Leinwand.
24.5 x 33 cm. www.buehrle.ch
Bild rechts: Jean Louis Théodore
Géricault: Der Irrsinnige. 1822-1823, Öl auf Leinwand,
86 × 65 cm. Winterthur, Sammlung Dr. Oscar Reinhardt.
Land: Frankreich. Stil: Romantik.
Am 26. September
wurde auch der bedeutende Schriftsteller T. S.
Eliot geboren. T.S. Eliot gehört zu den Schriftstellern,
die weltweit eine hohe Anerkennung genießen.
Thomas Stearns Eliot, geboren am 26. September
1888 in St. Louis/USA, gestorben am 4. Januar
1965 in London. T.S. Elliot wurde 1948 der Literaturnobelpreis
verliehen. Er schrieb u.a. das Drama "Murder
in the Cathedral", übersetzt von Rudolf
Alexander Schröder unter dem Titel "Mord
im Dom". Surftipp: Biographie www.dhm.de/lemo/html/biografien/EliotTS/
Am 26. September
1914 starb August Macke. Deutscher Maler und
Grafiker des Expressionismus; Mitbegründer der
Künstlervereinigung "Der Blaue Reiter".