Rosenkönigin Foto Inga Schnekenburger

Foto von Inga Schnekenburger 1999

Rose, du throhnende, denen im Altertume
warst du ein Kelch mit einfachem Rand.
Uns aber bist du die volle zahllose Blume,
der unerschöpfliche Gegenstand.

In deinem Reichtum scheinst du wie Kleidung um Kleidung
um einen Leib aus nichts als Glanz;
Aber dein einzelnes Blatt ist zugleich die Vermeidung
und die Verleugnung jedes Gewands.

Seit Jahrhunderten ruft uns dein Duft
seine süßesten Namen herüber;
plötzlich liegt er wie Ruhm in der Luft.

Dennoch, wir wissen ihn nicht zu nennen, wir raten...
Und Erinnerung geht zu ihm über,
die wir von rufbaren Stunden erbaten.

Gedicht von Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Rosen-Gedichte-Start Vorwort Übersicht Rosenfotos Rosen-CD zum nächsten Rosengedicht >>

 

 

Der Rosengarten bei onlinekunst.de - Rosenbilder, Rosengedichte. Rosen in Kunst und Kultur
zur 2. Julihälfte im Computergarten