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"Rosen unter meinem Fenster in Rinteln"
von Inga Schnekenburger Mai 2004
Statt
eines Nachwortes
Die
Rosen unter meinem Fenster
berufen sich nicht auf frühere oder bessere
Rosen. Sie sind, was sie sind, und sie existieren
mit Gott heute. Sie kennen keine Zeit. Sie sind
einfach Rosen, vollkommen in jedem Augenblick
ihres Daseins. Bevor die Knospe sprang, regte
sich in ihr bereits das pralle Leben, wie in
der geöffneten Blüte und in der blattlosen
Wurzel. Sie ist befriedigt, und sie befriedigt
auch die Natur in jedem Agenblick ihres Daseins.
Nur der Mensch muss immer aufschieben und erinnern.
Er allein lebt nicht in der Gegenwart, sondern
klagt über die Vergangenheit mit rückwärtsgewandten
Augen, oder er stellt sich, der ihn umgebenden
Schätze nicht achtend, auf die Zehenspitzen,
um die Zukunft zu erspähen. Er kann nicht
eher glücklich und stark sein, als bis
auch er mit der Natur in der Gegenwart lebt,
jenseits der Zeit.
Ralph
Waldo Emerson, amerikanischer Philosoph (1803-1882)
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