Rosen

Foto von Inga Schnekenburger 2004

 

Ein paar Heckenrosen,
die ich gestern für dich im Mondschein gepflückt,
Stehen heute rosig im Glas, wie von deiner Nähe entzückt.
Gestern stahl sich kaum ihre Blässe in die bläuliche Nacht,
Sie waren in Dämmerdunkel noch nicht für dich erwacht.
Sie waren noch Schwestern der Blätter und Büsche gestern,
Heute sind sie deines Lächelns und deiner Wangen Schwestern.
Die Rosen, wenn in die Nähe verliebter Augen kommen,
Sind nicht wie Vögel, denen die Freiheit genommen,
und die man gefangen,
Die Rosen werden erst Rosen in der Nähe errötender Wangen.

Gedicht von Max Dauthendey (1867-1918)

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