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Das Rind
in der Kunst - Vom Rinderkult zum Rinderwahn
Themen-Ausstellung
Rinder-Sonderseiten von onlinekunst.de
6. Zuwendung und
Pflege
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Der Übergang über die Furt
Altes Reich, Sakkara
Mastaba des Ti, V. Dynasti. Die Figur rechts
trägt ein Kalb durch das Wasser. Obwohl die
Last schwer ist, der Rücken ist ganz gebeugt,
wird das Tier so sicher transportiert. Siehe auch:
Der Kalbträger.
Tiertransport im Alten Ägypten!
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| Mastaba des
Kagemni in Sakkara
6. Dynastie, um 2280 vor Chr.
Die Kuh pflegt ihr Kälbchen durch Lecken.
Es ist der Mutterkuh ein Bedürfnis, ihr Kälbchen
sauberzuhalten. Das Lecken dient auch dem sozialen
Kontakt. Auf dem Bild findet auch eine Überquerung
des Flusses statt, aber hier ist das Wasser
tiefer. Deshalb hat man ein Kälbchen an das
Boot angebunden. Die Mutterkuh folgt, um das Kälbchen
zu lecken und schwimmt dem Boot hinterher. Die Herde
folgt den beiden. So kommen alle Tiere ohne Zwang
über das Wasser. Der Ägypter musste gut
aufpassen und das Kälbchen schnell in das Boot
ziehen, wenn die Krokodile sich näherten...
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| Aus dem Grab
des Nefer und seines Vaters Ka-hay
Sakkara, 5. Dynastie, 2425 - 2400 v. Chr.

Das Grab wurde erst 1966 von Achmet Moussa entdeckt.
Diese Szene befindet sich auf der Ostwand der Grabkapelle.
Das Vieh wird gefüttert, der Mann, der vor
der Kuh kniet, streichelt das Tier. Ein Kälbchen
befindet sich auch in der Gruppe, es berührt
das Bein des Hirten. Nefer wurde 2400, sein Vater
Ka-hay 2425 begraben. |
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"Kuhstall"
Rembrandt Harmensz van Rijn
Niederlande, um 1633. Feder, Bister, laviert,
weiß gehöht, 15,3 cm x 18,3 cm. Amsterdam,
Rijksprentenkabinet
Rembrandt
geb. am 15. Juli 1606
gest. am 4. Oktober 1660 |
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| Eine ärmliche Hütte
mit einer einzigen Kuh. Aber diese Kuh hat ein Dach
über dem Kopf und Futter in der Krippe. Der
Bauer, links am Stall um die Ecke schauend, hat
gerade mit der Schubkarre das Futter geholt. Eine
Kuh galt damals für einfache Menschen als ein
kostbarer Besitz. Wer eine Kuh hatte, konnte nicht
verhungern, sie gab die Milch, man konnte Käse
herstellen und hatte herrliche Sahne jeden Tag.
Die Butter wurde selbst hergestellt, und es war
täglich genug Milch für eine ganze Familie
da, und noch Milch zum Verkaufen übrig. Die
Kuh im Stall ist von Rembrandt meisterhaft skizziert
worden. Mit wenigen genialen Strichen ist ein zeitloses
Werk entstanden. |
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"Der verlorene Sohn"
Peter Paul Rubens, Niederlande
Auf Holz gemalt, 145 x 225 cm,
Antwerpen, Koninklijk Museum
voor schone Kunsten
Peter Paul Rubens
28.6.1577 in Siegen geboren
30.5.1640 in Antwerpen gestorben |
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| Der Ausschnitt aus dem Bild
zeigt Kühe im Stall. Die vordere Kuh hat sich
zur Ruhe gelegt, die Kuh in der Mitte ist nicht angebunden
und steht doch ruhig da. Sie hat ein Dach über
dem Kopf und die Mutter neben sich. Sie läuft
nicht weg, sie steht freiwillig dort in diesem Stall.
Wenn sie möchte, kann sie aber auch nach draußen
laufen. Eine vorbildliche Pflege und Fürsorge
binden dieses Tier statt Strick und Kette. |
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Mädchen mit Kälbchen
1828, Russland
Abbildung: Aleksej Venecianov - "Mädchen
mit Kälbchen"
Leinwand, 66 x 53 cm, Moskau, Tret'jakov - Galerie
Abbildung rechts: Detail Mädchen mit Kälbchen.
Die Milch für das Kälbchen |
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Aleksej Venecianov hat
hier ein fürsorgliches Mädchen mit ihrem
Schützling portraitiert. In der westlichen
Malerei gibt es kaum Vergleichbares. Das elementare,
animalische Wesen des großen Künstlers
schuf mit "Mädchen mit Kälbchen"
ein Bild der Verbundenheit des Menschen mit dem
Tier, mit dem Kälbchen. Zutraulich und
arglos schaut das Tier in die Welt, genau wie das
Mädchen. Man spürt die innige Verbundenheit
der beiden deutlich, die Zuwendung des Mädchens
gibt dem Tier Vertrauen. |
Christian Wagner, (1835-1818) Bauer und Schriftsteller,
Lyriker, hat sich schon vor 1918 gegen das zu
frühe Wegnehmen der Kälber von der Mutterkuh
und das Abschlachten ausgesprochen:
Grausamkeiten bei der Viehzucht... "Ferner:
die sorgfältige Belehrung, geradezu ängstliche
Prüfung darüber, [...] welches Futter
am besten geeignet sei, die Schlachtreife herbeizuführen
usw. - Ferner: dass in Orten, die nahe einer größeren
Stadt liegen, wo die Milch gut verwertet werden
könne, es dringend zu empfehlen sei, möglichst
bald die Kälber dem Metzger zu geben,
da die Milch sich dort besser bezahlt mache. Als
ob nicht das Junge von Natur aus das erste Anrecht
auf die Milch seiner Mutter hätte! Als
ob nicht der Todsünden schwerste die wäre, einer
Mutter ihr Kind zu nehmen!"
Christian Wagner, (1835-1818)
Einem Bauernfunktionär seiner Zeit, der von
solchen Vorwürfen nichts wissen wollte, erwiderte
Christian Wagner: "Ich will lieber ein barmherziger
Heide sein als ein unbarmherziger Christ."
Wagner arbeitete sein ganzes Leben nach dieser
Grundhaltung und an einer neuen Kultur, "die in
dem Grundsatz gipfelt, nie und nirgends Qual zu
schaffen."Aus: Christian Wagner - ein Urvater
der Naturethik Das Ökomanifest "Neuer Glaube"
www.uvm.baden-wuerttemberg.de/nafaweb
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Carl Larsson, Der Kuhstall,
Aquarell
"Der Kuhstall. Oh komm, und blicke auf meine
Johanna, ich bitte dich, Wanderer, verweile! Ich
werde immer verlegen, wenn die Kühe Krona,
Blomma und Docka mich mit ihren großen,
klaren, schönen Augen anschauen: ich fühle
mich sehr sündig. Aber Johannas und meine kleinen,
falschen Augen begegnen sich im Einvernehmen...
Die Kühe seufzen, wenn sie uns beide hören.
Stell dir vor, sie würden uns verstehen? Sie
sind ja doch weibliche Wesen! Johanna [...] liebt
auch ihre Tiere, streichelt deren Mäuler und
stopft eine Handvoll Kleie tief in deren Hals. Sie
gibt ihnen ab und zu neues Streu, mistet aus, pumpt
ihnen Wasser in den Trog [...]".
Das ist der Kommentar von Carl Larsson zu
diesem Aquarell.
Carl Larsson
schwedischer Maler, geboren in Stockholm am 28.
Mai 1853,
gestorben in Sundborn bei Falun am 22. Januar 1919 |
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Carl Larsson, Aquarell, Johanna und
die Kuh Blomma
"Findet ihr nicht, dass das ein wunderbares
Bild ist? Hier haben wir die prächtige Johanna
und die starrköpfige Kuh Blomma, die
in munteren Trab an euch, den Beschauern, vorbeiziehenf".
Das ist der Kommentar von Carl Larsson zu diesem
Aquarell. Die Kuh scheint sich nicht sonderlich
für Kunst zu interessieren, sie strebt in eine
andere Richtung. Ihr Interesse gilt dem frischen
Gras auf der Weide, und Johanna führt sie dorthin,
heraus aus dem Kuhstall. Das ist bei dieser störrischen
Kuh vielleicht etwas mühsam, aber Johanna pflegt
ihre Tiere und nimmt sich Zeit, sie hinauszuführen."
Carl Larsson
Ja, ich finde auch, dass das ein wunderbares Bild
ist. Und damals hatten Kühe noch Namen, keine
Nummern! IS |
Die Zuwendung der Mitarbeiter der Agrarfabriken
sieht heute so aus: Sofort nach der Geburt kommen die
Kälbchen in eine Kiste. Sie haben KEINERLEI Zuwendung,
weder durch andere Tiere, noch durch Menschen. Sie können
sich kaum bewegen. Wenn sie Durst haben, erhalten sie
eine pampige Masse, in der diverse "Milchaustauscher"
eingerührt sind. (Bis vor kurzem auch Kadavermehl)
Sie haben Durst und nehmen das Gebräu
zu sich, das sie viel zu schnell wachsen lässt. Ich
habe in Italien solche Kisten mit Kälbern gesehen,
die noch zusätzlich in die sengende Sonne gestellt
wurden, die Kiste bllieb aber ohne Sonneneinfall, dadurch
war es dunkel und heiß. Der Durst muss unerträglich
gewesen sein. Das fast unglaubliche an der Geschichte
ist, dass es genug Platz gab, um die Tiere frei
laufen zu lassen. Aber so wird das Kalbfleisch "schön"
hell...
Als man entdeckte, dass ich die Kisten
bemerkt hatte, wurde ich vom Hof gejagt. Es war nur Zufall,
ich suchte ein Pferd zum Ausreiten... Das Verhalten zeigte
mir, dass hier etwas Verbotenes stattfinden würde.
Wahrscheinlich wurden den Kälbchen verbotene Futtermittel
und verbotene Medikamente gegeben. Nicht gegeben wurde
ihnen Zuwendung, weder von der Mutter noch von Menschen.
I.S.
Pflege findet überhaupt nicht
statt, der Kot läuft durch die Spalten auf dem Boden
der Kiste, das Kalb liegt im "eigenen Dreck".
Es ist keine Mutter da, die liebevoll das "Baby"
leckt, wie bei unserem Beispiel oben aus Ägypten.
Und so sieht das aus (Foto vom Jahr 2000 n. Chr.):
Kalb
in einer engen Holzbox Eine Seite von Vegetarismus.ch
- heutige Praxis der Kälberaufzucht- vom ersten Tag
bis zum Schlachten!
Namen haben Kühe in der Massenhaltung
schon lange nicht mehr. Im Artikel von Peter Dausend hat
das Kalb keinen Namen, es ist die Nummer 35 99.
Diese Entwicklung ist bezeichnend. Text zum Schlachten
eines Kalbes und zweier Bullen "Der schnelle Tod
von Nr. 35 990" von Von Peter Dausend
www.welt.de
weiter in der
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