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Das Rind
in der Kunst - Vom Rinderkult zum Rinderwahn
Themen-Ausstellung
Rinder-Sonderseiten von onlinekunst.de
1. Die Rinderdarstellungen
der ersten Künstler: von den Ursprüngen der
Kunst
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| "Jagdzauber"
In der jüngeren Altsteinzeit, während
der letzten Vergletscherungen, als der Homo sapiens
den Neandertaler verdrängte, wurden Waffen
und Werkzeuge aus Feuerstein hergestellt. Es traten
auf Knochen und Platten die ersten Ritzzeichnungen
auf. Wir wissen nicht, ob diese ersten Zeichnungen
magische oder dekorative Zwecke erfüllten.
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links: Stehender Bison,
Höhlenmalerei aus Altamira, Spanien, Mittleres
Magdalenien
rechts: Rinderbild aus der Höhle von
Lascaux, Spätes Magdalenien
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| Der Ursprung der
Kunst
Die mit Kerbschnitten, Zacken und Stichen versehenen
Knochenfragmente sind die ersten Vorstudien der
Gravierkunst, die ersten Andeutungen von Dekor und
die ersten Schritte zur Schrift. Während des
Aurignacien (bis 30.000) bilden diese Linien dann
stilisierte Tierköpfe, Skizzen, aber deutlich
erkennbar.
Auffallend ist, dass die Tierköpfe oft in
Verbindung mit weiblichen Geschlechtsorganen abgebildet
wurden. Es könnte sich um einen Fruchtbarkeitskult
gehandelt haben. Die Ideenverbindung zwischen Tier
und dem weiblichen Prinzip sind wahrscheinlich die
allerersten Anfänge einer Religion. Diese Verbindung
ist während der Steinzeit, meist auf Felsbildern,
häufig zu finden.
Malerei an den Felswänden und Gravierung
auf Knochen und Platten tauchen gleichzeitig und
manchmal am selben Ort auf. Die Gravierung aber
war früher da als die Malerei an den Felswänden:
Sie ist der Ursprung der Malerei. |
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Tassili-n-Ajjer
Sahara Rinder
links: Detail, Rinderkopf
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| Die Malerei zeigte
sich in den Anfängen als fleckhafte Spuren,
als die Ritzzeichnungen schon größere
technische Sicherheit zeigten. Die ersten Malereien
entstanden mit den Händen, dann kamen "Geräte"
wie Holzstücke hinzu. Es wurden auch mit den
Händen bearbeitete Lehmteile gefunden. Die
Ausdruckskraft der Malereien war jedoch stärker
als die der Ritzzeichnungen.
Jedoch gibt es interessante Funde, die in Erstaunen
versetzen: Ein Kieselstein aus Laugerie-Haute zeigt
eine Ritzzeichnung, die keinen dekorativen ("Muster"-)
Charakter hat, sondern einzig und allein die Oberfläche
des Kiesels so belebt, dass die natürlichen
Gegebenheiten hervortreten und sie farblich bereichern!
Menschliche Handabdrücke wurden an den Felsen
bei Kultstätten häufig gefunden. Dabei
wurde variiert: Es gibt Negativabdrücke und
Nachzeichnungen der Hand und positive Abdrücke.
Sie sind authentische menschliche Zeugnisse und
wirken wie Unterschriften.
Die australischen Eingeborenen verfahren heute
noch so: sie legen eine Hand auf einen Felsen
und pusten mit aller Kraft im Mund gelöste
Erdfarben auf die Hand. Dann bleibt ein Negativabdruck.
Im Unterschied zum Handabdruck mag das Verfahren
den Menschen mehr das Gefühl gegeben haben,
etwas zu "erschaffen".
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Dann genügten ihm Abdrücke der Finger
und einfache Ritzlinien nicht mehr. |
Studie
und Skizze
links: Stehender Bison, Studie mit
abstraktionen
Höhlenmalerei aus Altamira, Spanien, 12000
v. Chr.
rechts:Verwundeter Bison, Kohlezeichnung in
der Höhle von Niaux, Skizze, Frankreich, 12000
v. Chr.
Abbildung unten rechts: Lascaux, Dordogne,
Frankreich, Bisons am Gewölbe, Älteres
Magdalenien. Hier sieht man besonders deutlich,
wie kunstvoll die Gegebenheiten des Felsgesteins
in die Darstellung mit einbezogen wurde.
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| Es
wurden Tiere dargestellt
Eins der ältesten Beispiele ist der Bison
aus der Höhle Greze. Es zeigt eine Gravierung,
die ungeheuer präzise ausgeführt ist,
in einem Zug durchgeführt, mit biegsamer, nervöser
Rückenlinie. Anfangs glaubte man, die abgebildeten
Tiere an den Höhlenwänden wären in
zufälliger Reihenfolge angeordnet. Neueste
Forschungen haben aber ergeben, dass es sich um
Kompositionen handelt. Die fortlaufenden Bilder
im Gang von Croze-a-Gontran in Les Eyzies stehen
in einem organischen Zusammenhang. Erst kommen immer
feine Zeichen, dann die Tiere: eine Gruppe von Pferden
und Rindern zwischen einem Mammut und einem
Steinbock. Während die Gravierung auf Knochen
und Rentiergeweihen eine ständig verfeinerte
Ritzzeichnung war, bezog die Gravierung auf den
Felsen von Anfang an die gegebenen Oberflächen
mit ein. Erhebungen und Mulden wurden für die
künstlerische Absicht mit einbezogen. So trat
die Form noch plastischer aus dem Felsen hervor.
Der Stein war wie ein malerisches Element Teil
der Komposition. Später kam die Idee, eine
plastische Figur aus dem Felsen zu hauen. In Laussel
fand man die Figur einer Frau mit einem Tierhorn.
So kann man vielleicht aus diesen frühen Zeugnissen
ableiten: Erst war die Zeichnung, dann die Malerei
und das "Kneten" von Ton, dann das Relief,
dann die Bildhauerei (eine ähnliche Entwicklung
ist auch bei Kindern zu beobachten).
Aber das Tier spielte immer eine besondere
Rolle, und bei den Tierabbildungen am Anfang besonders
der Bison und die Rinder.
I.S. |
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