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Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

Rainer Maria Rilke

Astern  hinter dem Gartenzaun Digitalfoto von Inga Schnekenburger

Am 21. November 1898* geschrieben in Berlin-Wilmersdorf im Alter von 22 Jahren. Aus dem ersten Gedichtband
"Mir zur Feier", erschienen 1900. Digitalfoto "Astern hinter dem Zaun" von Inga Schnekenburger. Hintergrund-Musik "Segovia" komponiert von © Daniel Signer. Alle Rechte an der Komposition bei Daniel Signer: www.geocities.com/bbbmusic

*Anmerkung von Klaus Strempel: Rilkes Gedicht "Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort" ist nach meinen Unterlagen bereits 1897 und nicht 1898 entstanden. So heißt es z.B. bei van Rinsum, Interpretation Lyrik, München 1986, S. 269: "Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort wurde am 21.11.1897 in Berlin-Wilmersdorf niedergeschrieben und 1899 in dem Band "Mir zur Feier" veröffentlicht." Auch in anderen von mir bisher als verlässlich erachteten Quellen finde ich dieses Datum. Ab August 1898 hat er eine Wohnung in Berlin-Schmargendorf (Villa "Waldfrieden").

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