Tier in der Kunst: Hasen in der Literatur

Der Hase und die Frösche
Fabel von La Fontaine

Ein Hase saß in seinem Lager und grübelte. "Wer furchtsam ist", dachte er, "ist eigentlich unglücklich dran! Nichts kann er in Frieden genießen, niemals hat er ein ungestörtes Vergnügen, immer gibt es neue Aufregung für ihn. Ich schlafe vor Angst schon mit offenen Augen. Das muss anders werden, sagt mir der Verstand. Aber wie?"

So überlegte er. Dabei war er aber immerwährend auf der Hut, denn er war nun einmal misstrauisch und ängstlich. Ein Geräusch, ein Schatten, ein Nichts - alles erschreckte ihn schon. Plötzlich hörte er ein leichtes Säuseln.

Sofort sprang er auf und rannte davon. Er hetzte bis an das Ufer eines Teiches. Da sprangen die aufgescheuchten Frösche alle ins Wasser. "Oh", sagte der Hase, "sie fürchten sich vor mir! Da gibt es also Tiere, die vor mir, dem Hasen, zittern! Was bin ich für ein Held!"

Da kann einer noch so ängstlich sein, er findet immer einen, der ein noch größerer Angsthase ist.

 

FROSCHJean de La Fontaine

Geboren 1621 in Chateau-Thierry und gestorben 1695 in Paris, erhob durch seine Bücher mit Fabeln in Versen die Fabel zum Kunstwerk. Seine Fabeln wurden von dem französischen Graphiker, Maler und Bildhauer Gustave Doré illustriert.

 

 

zur nächsten Hasenseite >>

 


Siteinfo: http://www.onlinekunst.de/ostern/hase/hase_froesche.html


Bilder, Gemälde, Texte zu Karfreitag, Auferstehung und Ostern
Kunst und Kultur im Internet