GRÜNDONNERSTAG
- das letzte Abendmahl

Fra
Angelico: Freskenzyklus im Dominikanerkloster San Marco
in Florenz,
Szene: Apostelkommunion, Letztes Abendmahl. um
1437-1446, Fresko.
Florenz, Museo di San Marco. Land: Italien. Stil: Gotik,
Frührenaissance.
Das
letzte Abendmahl
Lukas-Evangelium
22,19 Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's
ihnen und sprach:
Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu
meinem Gedächtnis.
22,20 Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach:
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch
vergossen wird!
22,21 Doch siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir
am Tisch.
22,22 Denn der Menschensohn geht zwar dahin, wie es beschlossen
ist;
doch weh dem Menschen, durch den er verraten wird!
22,23 Und sie fingen an, untereinander zu fragen,
wer es wohl wäre unter ihnen, der das tun würde.
22,24 Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen,
wer von ihnen als der Größte gelten solle.
22,25 Er aber sprach zu ihnen: Die Könige herrschen über
ihre Völker,
und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen.
22,26 Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch
soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener.
22,27 Denn wer ist größer: der zu Tisch sitzt oder der dient?
Ist's nicht der, der zu Tisch sitzt? Ich aber bin unter
euch wie ein Diener.
22,28 Ihr aber seid's, die ihr ausgeharrt habt bei mir
in meinen Anfechtungen.

Detail aus: Freskenzyklus im Dominikanerkloster San Marco
in Florenz,
Szene: Apostelkommunion, Letztes Abendmahl. um 1437-1446,
Fresko.
Florenz, Museo di San Marco. Land: Italien. Stil: Gotik,
Frührenaissance.
| Das
Letzte Abendmahl
Der
Gründonnerstag
erinnert an das Passahmahl, das Jesus als Abschieds-
und Hoffnungsmahl vor seiner Gefangennahme mit seinen
Jüngern gefeiert hat (Markusevangelium 14, 22 -
25).
Der Name "Grün"-Donnerstag kann von "gronan", "weinen"
("greinen") abgeleitet werden. Damit waren wohl
die Tränen der Büßer gemeint, die in der alten Kirche
an diesem Tag nach beendeter Buße wieder in die
kirchliche Gemeinschaft aufgenommen wurden.
Im Gottesdienst am Gründonnerstag
wird das Abendmahl gefeiert.
Erinnert
wird auch an die Geschichte, wie Jesus seinen Jüngern
die Füße wusch und so seine Dienstbarkeit deutlich
machte - Füße waschen war Sklavenarbeit. Schon 694
sind aus Spanien liturgische Fußwaschungen überliefert,
im 12. Jahrhundert ist der Brauch in der Gründonnerstagmesse
in Rom bekannt.
Am Morgen des Gründonnerstags wird in katholischen
Bischofskirchen vom Bischof zusammen mit dem Diözesanklerus
die "Chrisammesse", die "missa chrismatis" zelebriert. |

Meister
des Hausbuches: Passionsaltar, linker Flügel außen:
Fußwaschung. um 1475, Mischtechnik, Holz,
131 × 76 cm. Berlin, Gemäldegalerie. Kommentar:
Notname des Künstlers nach seinen Federzeichnungen
im Hausbuch, heute Schloß Wolfegg. Land: Deutschland.
Stil: Spätgotik. |
In
dieser Feier wird für die ganze Diözese das Heilige Chrisam,
das bei Tauf- und Firmsalbungen, sowie bei Katechumenen-
und Krankensalbungen verwendet wird, für das kommende Jahr
geweiht.
In der katholischen Kirche wird am Ende der Messe am Gründonnertag
das Allerheiligste an einen anderen Ort getragen und der
Altar leer geräumt, der Tabernakel bleibt nun offen und
leer, der Altar schmucklos.
Orgel, Altarschellen und Kirchenglocken schweigen nun bis
in der Osternacht das "Gloria" erklingt. Die Volksüberlieferung
sagt, die Glocken würden in dieser Zeit nach Rom fliegen,
um geweiht zu werden.
Aus:
Ökumenisches Heiligenlexikon

Meister
des Hausbuches: Passionsaltar, linker Flügel außen: Fußwaschung.
um 1475, Mischtechnik, Holz, 131 × 76 cm. Berlin, Gemäldegalerie.
Detail: Jesus wäscht die Füße eines Jüngers.
Schloß Wolfegg. Land: Deutschland. Stil: Spätgotik.

Meister
des Hausbuches: Passionsaltar, linker Flügel außen: Fußwaschung.
um 1475, Mischtechnik, Holz, 131 × 76 cm. Berlin, Gemäldegalerie.
Detail: Die linke Hand von Jesus greift nach den Füßen
des Jüngers. Fußbadewanne, Wasserkrug.. Interessantes
Detail: Jesus trägt eine Schürze.
Hörtipp:
Wenn
ich sterbe, falle ich tief in deine Liebe hinein
2 Cassetten von Anselm Grün, Maria-M. Robben. Hörkassette
- Vier Türme Cassetten mit Textbuch. Kurzbeschreibung:
Texte zu Tod und Auferstehung - Begleiter durch die Fasten-
und Osterzeit. Am Beispiel von Abschiedsbriefen von Widerstandskämpfern
im Dritten Reich kurz vor ihrem gewaltsamen Tod zeigt
Anselm Grün, wie gläubige Menschen ihr Leben, ihr Sterben
und ihre Hoffnung auf das ewige Leben verstehen. So nimmt
er den Hörern die Angst vor dem Tod und macht die Cassetten
mit Texten und Gebeten, Geschichten und Liedern zu einem
Manifest über die Auferstehung. Anselm Grün, geboren 1945,
verwaltet die Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Außerdem
ist er geistlicher Berater und Autor zahlreicher spiritueller
Bücher.
Surftipp:
Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff bei onlinekunst.de
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