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1844 ging Franz von Liszt nach
Weimar.
Dort lernte er die russisch gebürtige Caroline
von Sayn-Wittgenstein kennen. Auch sie ist verheiratet.
Aber die Liebe lässt sie die Konventionen vergessen,
sie leben seit 1848 zusammen. Die
hochgeistige, künstlerisch begabte Frau erkennt,
dass Liszt mehr kann als Konzerte geben, durch sie
kommt er zum intensiven Komponieren. Jetzt nimmt
Liszt eine feste Stelle als Musikdirektor in Weimar
an und bringt Weimar zu einer musikalischen Hochblüte.
Franz von Liszt ist auch in Weimar der Mittelpunkt
eines Kreises von Künstlern und Gelehrten.
Auf der Altenburg, dem herrschaftlichen Haus von
Liszt und der Fürstin, entstehen viele wichtige
Werke von ihm: Mazeppa, Tasso, Les Preludes, Festklänge,
Hungaria, Hunnenschlacht, Die Ideale und die dreiteilige
Faust-Sinfonie. Weiter die beiden Klavierkonzerte,
der Totentanz, die Ungarische Fantasie für
Klavier und Orchester und zahlreiche seiner schönsten
Lieder, z.B. "Es muss ein Wunderbares sein
ums Lieben zweier Seelen".
Hier in Weimar verbringt Liszt die schöpferischsten,
vielleicht glücklichsten Jahre. Er setzt sich
mit der bildenden Kunst auseinander und schafft
Kompositionen zu Werken von Michelangelo,
Genelli, Wilhelm von Kaulbach, Raffael, Scheffer,
Moritz von Schwind, Francesco Traini, Mihaly
Zichy und weiteren Künstlern. |