| Am
20. Oktober hat auch die Schriftstellerin Elfriede
Jelinek Geburtstag. Sie erhielt im Oktober 2004
den Nobelpreis für Literatur. Informationen
unten auf dieser Seite |
Der
Computergarten am 20. Oktober

Der
Schatten eines Grashalmes auf einem Ahornblatt
Digitalfoto für
Arthur Rimbaud von © Inga Schnekenburger
Dieses
Motiv als kostenlose Grußkarte, eCard, GreenCard
| Nur
ein Grashalm ("Feuille d'Herbe")
entspricht der Bewegung der Sterne, sagte der
amerikanische Dichter Walt Whitmann. Zugleich
ist er ein Teil der Natur und vielleicht auch
eine ihrer bescheidensten Kreationen, dennoch
symbolisiert ein "Grashalm" durch seine
Einladung zum Träumen unsere Bescheidenheit gegenüber
der wunderbaren Unendlichkeit des Universums.
Hintergrundmusik:
Lexikonsonate.mid
komponiert von Karlheinz Essl.
Homepage des Komponisten: www.essl.at |
| Jean-Nicolas
Arthur Rimbaud
französischer Dichter
geboren
am 20. Oktober 1854
in Charleville, gestorben am
10. November 1891 im Alter
von 36 Jahren in Marseille
unten:
Gedicht von Arthur Rimbaud
Aus: O Zeiten, o Schlösser
Ô saisons, ô châteaux
O
Zeiten, o Schlösser,
welche Seel ist ohne Fehl?
O Zeiten, o Schlösser,
Ich forschte nach dem Zauberzeichen
Des Glücks, dem niemand kann entweichen.
Es lebe hoch, ein jedes Mal,
Wenn Gallien hört des Hahnes Schall.
Arthur Rimbaud |
The
seekeser of Lice
When the child's forehead, full of red torments,
Implores the white swarm of indistinct dreams,
There come near his bed two tall charming sisters
With slim fingers that have silvery nails.
They seat the child in front of a wide open
Window where the blue air bathes a mass of flowers,
And in his heavy hair where the dew falls,
Move their delicate, fearful and enticing fingers.
He listens to the singing of their apprehensive
breath
Which smells of long rosy plant honey,
And which at times a hiss interrupts, saliva
Caught on the lip or desire for kisses.
He hears their black eyelashes beating in the
perfumed
Silence; and their gentle electric fingers
Make in his half-drunken indolence the death of
the little lice
Crackle under their royal nails.
Then the wine of Sloth rises in him,
The sigh of an harmonica which could bring on
delerium;
The child feels, according to the slowness of
the caresses,
Surging in him and dying continuously a desire
to cry.
Arthur Rimbaud
|
Arthur
Rimbaud
verlebte
seine Kindheit und frühe Jugend im provinziellen
Charleville. Das Verhältnis zu seiner Mutter wird
deutlich an dem Namen, den er ihr gibt: Er nannte sie
das Krokodil. Arthur Rimbaud schrieb sehr jung, 1869
bis 1873, seine Dichtungen. Mit 19 Jahren hörte
er auf, zu schreiben.
In zwei Briefen gab er die theorethische Begründung
("Lettres du voyant"). Seiner Ansicht nach
ist der Dichter von irrationalen und von persönlichen
Tiefenschichten gelenkt. Er, der Dichter, sei ein Seher
(voyant), der an einer weltvernichtenden Explosion arbeite.
1871
nahm er eine Einladung nach Paris von P. Verlaine an.
Verlaine beeinflusste seinen Stil und Rimbaud schrieb
"Les illuminations", kurze Prosastücke.
1872 flohen Verlaine und Rimbaud gemeinsam nach Belgien
und England. 1873 kam es zum Bruch zwischen den beiden.
| 
Fantin-Latour,
Portrait Arthur Rimbaud im Alter von 19 Jahren,
Ausschnitt aus dem unten abgebildeten Gemälde |
Arthur
Rimbaud verfasste daraufhin "Une saison en
enfer", eine geistige Autobiographie in glühenden
versähnlichen Zeilen. Es wirkt wie ein Abschied
von seiner geistigen Existenz.
Er
überquerte mehrmals die Alpen zu Fuß, war mit
einem Wanderzirkus in Skandinavien unterwegs,
war Aufseher in einem Steinbruch auf Zypern, Legionär
in Sumatra und lebte zehn Jahre in Harar, der
roten Stadt im abessinischen Hochland. Knochenkrebs
am rechten Bein zwang ihn zur Rückkehr nach Frankreich,
wo ihm das Bein amputiert wurde. Wenig
später, gerade 36jährig, starb er in
Marseille.
Arthur
Rimbaud hat nachhaltig die französischen
Symbolisten beeinflusst, ebenso wie die Expressionisten
und Surrealisten des 20. Jahrhunderts.
Wenn
ich noch Sehnsucht nach Europas Wassern habe,
Dann nach dem schwarzen Tümpel, wo im Abendschein
Voll süßem Duft ein kauernder, trauriger Knabe
Mit Schiffchen spielt, wie Frühlingsschmetterlinge
fein.
Ich kann, ihr Wellen, eingehüllt in euer Schlagen,
Nicht mehr im Kielwasser der Baumwollschiffe
ziehn,
Noch den Hochmut der Fahnen und Wimpel ertragen,
Noch des Brückenboots schrecklichen Augen entfliehn.
Arthur Rimbaud (aus: Das Trunkene Schiff)

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Abbildung rechts: Henri Fantin-Latour (1836-1904):
Un coin du table,1872.
Standing:E.
Bonnier, Émile Blémont, Jean Aicard
sitting:
Paul Verlaine, Arthur Rimbaud,
Léon Valade, Ernest d'Hervilly, Camille Pelletan.
The painting is currently part of the Musée d'Orsay
in Paris. |
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Links
Mystiker
im wilden Zustand. 150. Geburtstag von Arthur
Rimbaud
Nur vier Jahre gedichtet von
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Arthur
Rimbaud -Jean-Nicolas Arthur Rimbaud, le 20
octobre à Charleville Biographie französisch
www.ac-grenoble.fr
Arthur
Rimbaud englisch mit Gedichten
www.vaxxine.com
Im
Rimbaud-Verlag gibt es interessante Bücher www.rimbaud.de
Buchtipp
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Arthur
Rimbaud
Ich
ist ein anderer
Das Leben des Arthur Rimbaud
von
Henning Boetius
EICHBORN
VERLAG, 276 Seiten
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20. Oktober hat auch die Schriftstellerin Elfriede
Jelinek Geburtstag. Sie erhielt den Nobelpreis
für Literatur im Oktober 2004. Mehr Informationen
auf unserer Nobelpreis-Seite Elfriede
Jelinek
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Die
Web-Seite über Arthur Rimbaud wurde im wwar aufgenommen
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