Der Computergarten am 12. Oktober

 

Essigbaum hinter Eisengittern Digitalfoto von Inga Schnekenburger 2001

Feingliedriger Essigbaum hinter schwarzbraunen Eisengittern

Digitalfoto für Edith Stein von © Inga Schnekenburger
Copyright © Inga Schnekenburger 2001
Der Essigbaum: Hirschkolbensumach, arab. Sumach, Rhus typhina


Edith Stein (1891-1942)

deutsche Philosophin, Ordensfrau. Seligsprechung 1987

geboren am 12. Oktober 1891 in Breslau
ermordet im KZ Auschwitz am 9. August 1942

POrtrait Edith Stein von © Inga Schnekenburger

Theresa Benedicta a Cruce
Karmeliter-Ordensschwester

Edith Stein, Computerzeichnung von © Inga Schnekenburger. 400 x 272 Pixel, im Besitz der Künstlerin, 2001

Es gibt nur wenige Seelen, die in ihrem Innersten von ihrem Innersten aus leben; und noch viel weniger, die dauernd darin und von ihm aus leben.

Zitat Edith Stein

Edith Stein wurde am 12. Oktober 1891 als eines von 11 Kindern einer jüdischen Familie in Breslau geboren.

1911 Studium der Psychologie in Breslau, dann wechselte sie nach Göttingen und studierte bei Husserl. Als Husserl nach Freiburg geht, folgt sie ihm. Husserls deskriptive Methode wandte sie in ihrer Dissertation Zum Problem der Einfühlung an und beschreibt die Empathie als eine spezifische Form des Wissens.

Im Anschluss an die Dissertation schrieb sie eine Einführung in die Philosophie, die erst posthum veröffentlicht wurde. Aufgabe der Naturphilosophie ist es nach Auffassung von Edith Stein, Fragen und Begründungen zu erörtern, die die Naturwissenschaften unhinterfragt voraussetzen. Diese können nicht durch Experimente, sondern nur durch Denken geklärt werden. Dazu gehören Begriffe wie Natur, Ding, Raum, Zeit, Bewegung. Diese sind nur wesensmäß erfassbar.

Bewusstsein, reines Ich oder Leiblichkeit sind Begriffe, die auf ihren philosophischen Lehrer verweisen. Edith Stein wendet sich aber stärker dem Individuellen zu. Sie geht auf charakterliche Eigenarten, psychologische und religiöse Seelenbegriffe ein und befasst sich ausführlich mit der Eigen- und der Fremderfahrung. Edith Stein wurde Assistentin von E. Husserl. Ihr Antrag auf Habilitation wurde abgelehnt. Sie kehrte nach Breslau zurück.

1920 lernte sie ihre Kollegin Hedwig Conrad-Martius kennen, mit der sie sich anfreundete. Edith Stein verbrachte einige Monate auf der Plantage von Hedwig Conrad-Martius in Bergzabern. Dort war ein Phänomenologen-Treffpunkt entstanden.

1921 entschied sie sich zum Beitritt in die katholische Kirche, nachdem sie die Autobiographie von Theresa von Avilasie gelesen hatte. 1922 konvertierte Edith Stein zum Katholizismus.

1922 - 1930 arbeitete Edith Stein als Lehrerin in die Mädchenbildungsanstalt der Dominikanerinnen in Speyer. Sie schrieb dort über Pädagigik und Frauenthemen.

1934 trat Edith Stein in das Karmelitinnenkloster Köner Karmel ein.
Sie nahm den Namen Theresa Benedicta a Cruce an. Sie arbeitete dort an einer Lehre, die auf dem Ansatz von Thomas von Aquin basiert. Sie verband die thomistische Philosophie mit Ideen von Husserl, Reinach, Pfänder, Scheler, Conrad-Martius und Heidegger.

Edith Stein wollte die Schrift unter dem Titel Endliches und Ewiges Sein veröffentlichen. Aber die Nationalsozialisten verboten die Veröffentlichung.

1938 Edith Stein flüchtete in das holländische Karmelitinnenkloster Echt.

Von Echt aus wurde Edith Stein am 2. August 1942 zusammen mit anderen Ordensschwestern abgeholt. Erst brachte man die zehn Ordensschwestern und die zwei katholischen Geistlichen in ein Sammellager, danach in das Vernichtungslager nach Auschwitz. Dort wurde Edith Stein am 9. August ermordet: Tod in der Gaskammer. Augenzeugen berichteten, dass Edith Stein während der schrecklichen Tage eine große Ruhe ausstrahlte und anderen geholfen hat. Sie hat sich auch um Kinder gekümmert, deren Mütter dazu nicht mehr in der Lage waren.

Bis zuletzt - den Tod vor Augen - war sie eine große Stütze für die anderen Deportierten.

"Am 7. August morgens um 1/2 4 Uhr setzte sich der Transportzug mit den Gefangenen in Bewegung. Am späten Nachmittag hielt der Zug - die Gefangenen waren in Viehwägen eingezwängt - in Schifferstadt bei Speyer. Dem Bahnhofsvorsteher trug sie Grüße an Herrn Pfarrer Schwind auf, den Neffen ihres väterlichen Freundes, des Generalvikars Schwind. Einen Kaplan, der auf dem Bahnsteig auf seinen Anschlusszug wartete, bat sie, Grüße nach St. Magdalena in Speyer mitzunehmen. Hier wurde Edith Stein zum letztenmal gesehen. Den letzten Gruß empfing eine Ordensfrau in Freiburg, die im August 1942 von unbekannter Seite einen mit Bleistift geschriehenen Zettel erhielt: "Grüße von der Fahrt nach Polen. Schwester Theresia Benedicta."

Zitiert aus: Edith Stein. Zur Wahrheit berufen - vom Kreuz gesegnet. Ein Lebensbild von Kard. Dr. Friedrich Wetter
www.karmel.at/edith.
Wetter, Friedrich. Edith Stein. Apr.1999, DON BOSCO VERLAG, MUENCHEN

Am 9. August kam der Transport in Auschwitz an. Es ist bekannt, dass damals die Gefangenen sofort in die Gaskammern geführt und umgebracht wurden ..."

Buchtipps

zum Buch

Unerbittliches Licht.
Edith Stein. Philosophie, Mystik, Leben. von Hanna-Barbara Gerl
Broschiert - 203 Seiten - Matthias-Grünewald-Verlag 1999

Gesamtausgabe. Kreuzeswissenschaft.
(Bd. 18) von Edith Stein. Ulrich Dobhan. Gebundene Ausgabe
360 Seiten - Herder, Freiburg 2002

Gesamtausgabe. Wege der Gotteserkenntnis
von Edith Stein. Gebundene Ausgabe - 299 Seiten
Herder, Freiburg 2003

LITERATUR- BIBLIOGRAPHIE

  • Stein, Edith. Endliches und Ewiges Sein
    posthum veröffentlicht 1950
  • Stein, Edith. Wie ich in den Kölner Karmel kam.
    Mai 1994, ECHTER - VERLAG, WUERZBURG
  • Courtine-Denamy, Sylvie. Three Women in Dark Times:
    Edith Stein, Hannah Arendt, Simone Weil.
    Aug.2001, CORNELL UNIVERSITY PR
  • Das Kreuz wie eine Krone tragen. Edith Stein.
    Aug.1993, MATTHIAS-GRUENEWALD, MAINZ-WEISENAU
  • Stein, Edith. Edith Stein Jahrbuch 7. 2001. Die Weltreligionen 2.
    Juni 2001, ECHTER - VERLAG, WUERZBURG
  • Edith Edith. Stein Jahrbuch 6. 2000. Die Weltreligionen 1.
    Mai 2000, ECHTER - VERLAG, WUERZBURG
  • Edith Edith. Stein Jahrbuch 5. 1999. Das Christentum 2.
    Mai 1999, ECHTER - VERLAG, WUERZBURG
  • Edith Edith. Stein Jahrbuch 4. 1998. Das Christentum 1.
    Dez.1998, ECHTER - VERLAG, WUERZBURG
  • Edith Stein.
    Juni 1995, NEUE KRITIK SCHAUER KG, FRANKFURT
  • Stein, Edith. Gesamtausgabe. Selbstbildnis in Briefen 3.
    Juli 2001, HERDER VERLAG, FREIBURG
  • Neyer, Maria Amata. Edith Stein. 1988,
    ECHTER - VERLAG, WUERZBURG
  • Stein, Edith. Gesamtausgabe. Selbstbildnis in Briefen 2.
    Nov.2000, HERDER VERLAG, FREIBURG

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Empfehlenswerte externe Links, Surftipps

"Vor acht Jahren, am 11.Oktober 1998, war die katholische Märtyrerin jüdischer Abstammung, die in Auschwitz ermordete Kölner Karmelitin Edith Stein (1891-1942), auf dem Petersplatz heiliggesprochen worden. Jetzt erinnert eine überlebensgroße Marmorstatue an der seitlichen Domfassade an die Philosophin. Sie steht in einer Außennische zwischen weiteren Heiligenfiguren. Es handelt sich insbesondere um europäische Patrone, in deren Kreis Johannes PaulII. auch die in Breslau geborene Edith Stein einreihen ließ. Gern hatte er schon im Jahr 2000 den Wunsch des Kölner Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner aufgegriffen, dort ebenfalls eine Skulptur von ihr aufstellen zu dürfen." Die beeindruckende Statue ist über 5,50 Meter hoch. Das Düsseldorfer Ehepaar Annette und Wolfgang Hirsch finanzierte das mehr als 400.000 Euro teure Werk. Es wurde aus einem einzigen 80 Tonnen schweren Block besonders weißen Carrara-Marmors gehauen. Dieser stammt aus dem „Michelangelo-Steinbruch“ in der Toskana. Dort hatte sich schon der berühmte Renaissancekünstler bedient, unter anderem Marmor für seine „Pietà“ im Petersdom geholt. Quelle und Linktipp: 12.10.06, Rheinischer Merkur

 

 

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