Der Computergarten am 11. Oktober

 

Blättermasken - Hommage an Karl Hofer von Inga Schnekenburger

"Hoffnung im Herbst " - Hommage an Karl Hofer
Computercollage Copyright © Inga Schnekenburger 2001
Ausgangsbilder: Digitalfoto "Blättermasken" von Inga Schnekenburger 2001
und Bildzitate aus "Maskerade" von Karl Hofer,
1922, Leinwand, 129 x 103 cm, Köln, Wallraff- Richartz- Museum.

 

Am Sonnabend

Die Woche ist geendet,
Das Tagewerk vollendet,
Vergessen Noth und Schmerz -
Es kömmt ein heil'ger Morgen,
Am Sabbath ruhn die Sorgen,
So ruhe nun, mein Herz.

Max von Schenkendorf (1783-1817)


Karl Hofer (1878 - 1955), deutscher Maler und Lithograf

geboren am 11. Oktober 1878 in Karlsruhe
gestorben am 3. April 1955 in Berlin

Das Romantische besaß ich, das Klassische habe ich gesucht.
Zitat Karl Hofer. Mehr Zitate in unserer Zitate- Schatzkiste

Karl Hofer

hatte einen Drang zum expressiven Arbeiten. Er schloss sich jedoch der "Brücke" nicht an. Aber wie die Maler der Künstlergemeinschaft "Brücke" (Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt- Rottluff) strebte auch er nach vereinfachenden Linien, breitflächiger Komposition und klarer Farbgebung. Um des Ausdrucks willen deformierte er auch die Naturformen.

Aber er wehrte sich dagegen, den Expressionisten zugerechnet zu werden. Karl Hofer war ein ausgesprochener Einzelgänger und bewahrte sich seine Selbständigkeit. Seine Betonung lag auf dem Formalen, seine Farbgebung wies eine eingeschränkte Palette auf (gedämpftes Orange und Rot, Blau und Violett, aber vor allem Brauntöne).
Sein eigenständiger Stil war ab 1919 zu erkennen.

Seine Darstellungsweise änderte sich danach kaum, aber seine Werke wurden reifer. Karl Hofer konstruierte seine Arbeiten, meist figürliche Bilder. Er überließ nichts an der Komposition dem Zufall. In einer modernen Formensprache ist es Karl Hofer gelungen, die Rückwendung zum Klassizismus in der Malerei zu vollziehen. Dies macht seine Bedeutung unter den Malern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus.

Biographie

Karl Hofer wurde am 11. Oktober 1878 in Karlsruhe geboren

Sein Vater war Militärmusiker in Karlsruhe. Der Vater starb, als Karl Hofer vier Monate alt war.
Daraufhin wurde Karl Hofer bis zu seinem 14. Lebensjahr in einem Waisenhaus untergebracht.

1893 begann er eine Lehre als Buchhändler.
1896 bis 1901 besuchte er die Karlsruher Akademie. Er studierte bei Hans Thoma und Robert Poetzelberger und Leopold Graf von Kalckreuth.
1900 Aufenthalt in Paris
Die Arbeiten von Arnold Böcklin faszinierten ihn.
1902 folgte er seinem Lehrer Leopold Graf von Kalckreuth nach Stuttgart in die Akademie.
1903

Heirat

Der Mäzen Dr. Theodor Reinhart aus Winterthur ist durch die Heirat mit Karl Hofer verwandt. Er ermöglicht Karl Hofer die Übersiedlung nach Rom.

1903 bis 1908 Rom, gemeinsames Atelier mit dem Bildhauer Hermann Haller.
1907 malt Karl hofer das berühmte Bildnis von Thedor Reinhardt.
1908 bis 1913 Paris , er studiert die Spätwerke von Paul Cezanne. Cezannes Einfluß war bei den nun entstehenden Werken unverkennbar. Karl Hofer änderte seine Signatur von "K.H. in "C. H."
1909

und 1911 Reisen nach Indien, durch Uterstützung von Dr. Theodor Reinhart. Die Reisen nach Indien prägten das Menschenbild, das er nun in seinen Werken darstellte. Mädchengestalten und Knaben wurden ein bevorzugtes Motiv. Das Ausgeliefertsein der Kreatur ist in seinen lyrisch anmutenden Bildern jener Schaffensperiode zu spüren.

"[...] Ich hatte einige bildhübsche Jungen von zehn bis zwölf Jahren in meinem Garten heimisch werden lassen und sah gern ihren Spielen zu, zeichnete und photographierte sie. Auch dies wurde besungen. Man berichtete, wieviel Anna ich ihnen gestern oder vorgestern gegeben hatte, daß ich Bilder von ihnen machte und solcher Harmlosigkeiten mehr." (Karl Hofer, "Erinnerungen eines Malers", S.110)

rechts: Buchtipp! Der Bild / Text- Band ist einfühlsam und pointiert geschrieben. Es führt in die Lebenswelt und Kunst des letzten großen Malers klassischer deutscher Kunst. An Hofers Werk lässt sich der dramatische Umbruch deutscher Kunst im Zwanzigsten Jahrhundert exemplarisch festmachen, seine Sehnsucht nach Ausgleich, Harmonie und Traum.

zum Buch

Buchtipp: Karl Hofer 1878 - 1955. Exemplarische Werke Sammlung Hartwig Garnerus. von Karl Hofer. Gebundene Ausgabe - 111 Seiten - Umschau Buchverlag

1913 Umsiedlung nach Berlin.
1914

Erste Ausstellung bei Cassirer

1914 Ferienaufenthalt in Frankreich. Dort wurde er vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges überrascht.

1914 - 1917 wurde in Frankreich in einem Lager für Zivilinternierte untergebracht.

1917 wurde er als Austauschgefangener nach Zürich entlassen. Er durchwanderte das Tessin. Karl Hofer malte Bilder im Tessin, um Abstand von den Erlebnissen im Lager zu bekommen.
1918 Rückkehr nach Berlin,
1919

Berufung an die Berliner Hochschule für bildende Künste in Berlin- Charlottenburg.

1919 ein eigenständiger Stil ist erkennbar

1924

zeigte die Galerie Flechtheim in Berlin eine große Anzahl an Arbeiten von Karl Hofer.

Studie nach Karl Hofer von Inga Schnekenburger

Linienstudie/ Hell-Dunkel- Studie nach Karl Hofer "Gehöft- Tessiner Landschaft"
von Inga Schnekenburger 2001, Copyright © Inga Schnekenburger

1928 anläßlich des 50. Geburtstages des Künstlers wurde eine große Ausstellung in der
"Berliner Secession" organisiert.
1928

Jurymitglied des Carnegie Institutes in Pittsburgh.

1928 ensteht das Gemälde "Die schwarzen Zimmer"- eine Irrenhaus- Vision. (Erste Version 1943 bei einem Bombenangriff zerstört)

1930 bis 1931 Hinwendung zum Abstrakten, abstrakte Periode.
1936 entzog man ihm sein Lehramt,
seine Bilder galten als "entartet" und wurden aus allen Ausstellungen entfernt.
1937

Das Bild "Der Wind" entsteht.

1937 ein beeindruckendes Selbstportrait, der Künstler an der Staffelei, entsteht.
Jetzt befindet sich das Werk im Kunstmuseum in Winterthur.

1937 Karl Hofer erhält für das Bild "Der Wind" den Ersten Preis des Carnegie Institutes.

1943

Vernichtung des Ateliers durch Bombenangriff. Der größte Teil seiner Werke wurde dabei zerstört.

1943 Zweite Version des Bildes "Die schwarzen Zimmer"( 2. Fassung jetzt ausgestellt in Berlin, Galerie des 20. Jahrhunderts). Ebenso fertigte Karl Hofer mehrere Neufassungen der Bilder, die zerstört waren, an. Es waren keine bloßen Wiederholungen, er gestaltete die Themen in Abwandlungen.

1945 Karl Hofer erhält sein Lehramt zurück an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin.
1946 Gesamtausstellung seines Schaffens.
1947 wurde er Präsident der Berliner Akademie.
1948 Ehrendoktorwürde.
1952 Als Mitglied des "Ordens Pour le merite" für Wissenschaften und Kunst gewählt.

bis zum Tod arbeitete Karl Hofer im Vollbesitz seiner künstlerischen Kraft.
In seinen letzten Werken kehrt er zu seiner ursprünglichen Formenharmonie zurück.

Karl Hofer starb am 3. April 1955 in Berlin.

Ausstellungen in Deutschland (beendet):
Staatliches Museum Schwerin 14. März - 16 Mai 1999;
Staatliche Museen Kassel, Neue Galerie 17. Okt. 1999 - 16. Jan. 2000.

 

Es ist schlechterdings nichts Vollkommeneres vorszustellen als das italienische Haus, insonderheit das ländliche. Die völlig schmucklose, aus der Zweckbedingtheit entstandene Einfachheit des romanischen Landhauses klingt in der Musik seiner bezaubernden Proportionen, die aus den phantasievollen Abweichungen und überraschendsten Unregelmäßigkeiten besteht.

Zitat von Karl Hofer aus "Leben und Kunst".


Empfehlenswerte LINKS
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Literatur

Karl Hofer, "Erinnerungen eines Malers", Paul List Verlag, Berlin 1963.

Buchtipp

Malerei hat eine Zukunft.
Briefe, Aufsätze, Reden von Karl Hofer

Broschiert - 488 Seiten
ISBN: 3378004789
Malerei hat eine Zukunft. Briefe,...

Mehr Informationen über das Buch bei amazon.de

Surftipp:
www.karl-hofer.de

Surftipp zu Karl Hofer

Karl Hofer
Erinnerungen und Träume des Malers, mit Bildern
http://www.bela1996.de/literature/hofer.html

Galerie Thomas
Kurzbiographie und Bilder Karl Hofer

BILDER:

  • "Der Kirchhügel", Öl auf Leinwand um 1922
    53,5 x 66,5 cm monogrammiert unten rechts
  • "Der Geburtstag", Öl auf Leinwand 1943
    109 x 150 cm monogrammiert, datiert unten rechts
  • "Badende", Öl auf Leinwand 1945
    114 x 91 cm monogrammiert, datiert unten rechts
  • "Am Morgen II", Lithographie auf Papier 1922
    24,8 x 20,2 cm signiert unten rechts
  • "Putzmacherin IV", Lithographie auf Papier 1922
    32,9 x 17,6 cm Nachlaß-Stempel Rathenau L 20 aus: "Adolf v. Hatzfeld - Liebesgedichte - Nr.4" Lithographie auf Papier 1922 21 x 17,1 cm signiert unten rechts Nachlaß-Stempel Rathenau L 147

http://www.galerie-thomas.de/artists/hofer_d.htm

Andreas Baumgartl
Galerie für Zeitgenössische Kunst - Karl Hofer

BILDER:

  • "Clown mit Hund" Öl auf Leinwand, 1949 monogrammiert und datiert 118 x 78 cm
  • "Junge mit Pferd" Öl auf Leinwand, 1953 monogrammiert und datiert 118 x 78 cm Aufgeführt in handschr. WVZ Karl Hofer, Berlin,1954
  • "Schatten gegen den Mond " Öl auf Hartfaser, 1944 monogrammiert und datiert 75 x 50 cm Aufgeführt im handschriftlichen WVZ Karl Hofer, Berlin, 1954
  • "Paar in der Höhle" Öl auf Hartfaser, 1950 monogrammiert und datiert 100 x 68 cm Aufgeführt im handschriftlichen WVZ Karl Hofer, Berlin, 1954
  • "Paar (I)" Öl auf Leinwand, 1951 monogrammiert und datiert 137 x 94 cm Abgebildet in Fotoband Karl Hofer, Ausstellung anläßlich seines 75. Geburtstages in der Hochschule für bildende Künste, Berlin, 1953
  • "Ringende" Öl auf Leinwand, 1951 monogrammiert und datiert 91 x 71 cm Aufgeführt im handschriftlichen WVZ Karl Hofer, Berlin, 1954
  • "Tänzerinnen" Öl auf Leinwand, 1952 monogrammiert und datiert 101 x 58 cm Abgebildet in Fotoband Karl Hofer, Ausstellung anläßlich seines 75. Geburtstages in der Hochschule für bildende Künste, Berlin, 1953
  • "Begegnung" Öl auf Leinwand, 1953 monogrammiert und datiert 100 x 70 cm Aufgeführt in handschriftlichem WVZ Karl Hofer, Berlin, 1954
  • "Paar (II) " Öl auf Leinwand, 1952 monogrammiert und datiert 100 x 81 cm
  • "Zwei am Strand" Öl auf Leinwand, 1953 monogrammiert und datiert 89 x 120 cm Abgebildet in Fotoband Karl Hofer, Ausstellung anläßlich seines 75. Geburtstages in der Hochschule für bildende Künste, Berlin, 1953

    ALLE: http://www.andreasbaumgartl.de/hoferpaar.html

Haus der Geschichte, Bonn

Die Karl-Hofer-Gesellschaft unterstützt Künstler durch Stipendien

deutsch und englisch
http://www.hdk-berlin.de/khg/INDEX.HTM


Conrad Ferdinand Meyer hat auch am 11. Oktober Geburtstag.
(geboren am 11. Oktober 1825 - gestorben am 28. November 1898)
bedeutender schweizerischer Dichter

Gedichte von Conrad Ferdinand Meyer bei onlinekunst.de

Novembersonne
I
n den ächzenden Gewinden
Hat die Kelter sich gedreht,
http://www.onlinekunst.de/herbstlyrik/novembersonne.htm

Der Lieblingsbaum
Den ich pflanzte, junger Baum
Dessen Wuchs mich freute,
http://www.onlinekunst.de/baumgedichte/lieblingsbaum.html

Schwarzschattende Kastanie
Mein windgeregtes Sommerzelt,
http://www.onlinekunst.de/baumgedichte/conrad_ferdinand_meyer.html

Jetzt rede du!
Du warest mir ein täglich Wanderziel
Viellieber Wald, in dumpfen Jugendtagen
http://www.onlinekunst.de/baumgedichte/meyer_rede.html

Der verwundete Baum
Sie haben mit dem Beile dich zerschnitten,
Die Frevler - hast du viel dabei gelitten?
http://www.onlinekunst.de/baumgedichte/meyer_wunde.html

Die Schlacht der Bäume
Hier am Sarazenenturme,
Der die Strasse hielt geschlossen,
http://www.onlinekunst.de/baumgedichte/c_f_meyer_schlacht.html

Neujahrsglocken
In den Lüften schwellendes Gedröhne,
Leicht wie Halme beugt der Wind die Töne:
http://www.onlinekunst.de/januar/001_01_Neues_Jahr.htm

Seit die Engel so geraten,
O wie viele blutge Taten Hat der Streit auf wildem Pferde,
Der geharnischte, vollbracht!
Ihttp://www.onlinekunst.de/frieden/ritter_tod_teufel.html

Schillers Bestattung
Ein ärmlich düster brennend Fackelpaar, das Sturm
Und Regen jeden Augenblick zu löschen droht.
http://www.onlinekunst.de/november/10_11_Schiller_Friedrich.htm

Conrad Ferdinand Meyer wurde am 11. Oktober 1825 in Zürich als Conrad Meyer, Sohn des Regierungsrats Ferdinand Meyer und seiner Frau Elisabeth geboren. Seine letzen Jahre verbrachte Conrad Ferdinand Meyer in einem geistigen Dämmerzustand und schwerer Melancholie in seinem Haus in Kilchberg bei Zürich, wo er am 28. November 1898 starb.

Am 11. Oktober ist Maurice de Vlaminck gestorben. französischer Maler, geboren am 4. April 1876 in Paris, gestorben am 11. 10. 1958 in Rueil-la-Gadeliere im Alter von 82 Jahren. Vlaminck im Computergarten

 

 

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 Siteinfo: http://www.onlinekunst.de/oktober/11_10_hofer.html
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