Schliere

Schliere im Aug:
von den Blicken auf halbem
Weg erschautes Verloren.
Wirklichgesponnenes Niemals,
wiedergekehrt.

Wege, halb und die längsten.

Seelenbeschrittene Fäden,
Glasspur,
rückwärtsgerollt
und nun
vom Augen - Du auf dem steten
Stern über dir
weiß überschleiert.

Schliere im Aug:
daß bewahrt sei
ein durchs Dunkel getragenes Zeichen,
vom Sand (oder Eis?) einer fremden
Zeit für ein fremderes Immer
belebt und als stumm
vibrierender Mitlaut gestimmt.

Paul Celan

Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe in einem Band.

von Paul Celan, Barbara Wiedemann (Herausgeber). Gebundene Ausgabe - 900 Seiten - Suhrkamp 2003

Computergrafik: Inga Schnekenburger 2000

Seite 1 Kurz-Biographie, Gedicht "Zähle die Mandeln", Bilder, Literatur, Links

Seite 2 Todesfuge von Paul Celan
Seite 3 Das Gedicht Schliere
Seite 4 Das Gedicht Mittags
Seite 5 Das Gedicht Die Silbe Schmerz

 

 

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