Portrait Novalis

NOVALIS 1772 - 1801
Biographie

Novalis wurde als Freiherr Georg Philipp Friedrich Leopold von Hardenberg
am 2. Mai 1772 auf dem Gut Oberwiederstedt
bei Mansfeld geboren

Seine Mutter war Auguste Bernardine von Hardenberg, geb. von Bölzig. Sie lebte 1749 - 1818 und brachte vom 22. bis zum 45. Lebensjahr insgesamt 11 Kinder zur Welt, 4 Mädchen und 7 Söhne. Sein Vater war Heinrich Ulrich Erasmus von Hardenberg, er lebte 1738 - 1814. Novalis wuchs also mit 10 Geschwistern auf, Novalis war der zweitälteste, hatte eine ältere Schwester und 9 jüngere Geschwister. Als ältester Sohn hatte er viel Verantwortung zu tragen.

  • Karoline, die ein Jahr älter war und im selben Jahr starb wie Novalis, war seine Vertraute
  • Erasmus, zwei Jahre jünger als Novalis, der im selben Jahr starb wie Novalis Verlobte. Zu ihm hatte Novalis ein besonderes Vertrauensverhältnis
  • Karl (1776-1813) war vier Jahre jünger als Novalis. Karl ist es, der seinem Bruder beim Tod beisteht und in den Armen hält. Das Gedicht "An Karl von Hardenberg" zeigt, wie sehr ihn der Bruder schätzte
  • Bernhard ist sechs Jahre jünger und nimmt sich 5 Monate vor Novalis Tod das Leben
  • Sidonie ist sieben Jahre jünger
  • Anton ist neun Jahre jünger
  • Auguste ist elf Jahre jünger
    Die folgenden Geschwister sind erst geboren , als Novalis schon studierte
  • Peter Wilhelm
  • Amalie und
  • der jüngste Bruder Hans Christoph
    (22 Jahre jünger, er wird als letztes Kind 1794 geboren)

Novalis erkrankte im Alter von 8 Jahren an der Ruhr, erholte sich aber und wurde von einem Hauslehrer unterrichtet. Es war Carl Christian Erhard Schmid, Theologe und ein Freund von Friedrich Schiller.

1785
zog die Familie nach Weißenfels um, weil der Vater zum Direktor der Salinen Dürrenberg, Kösen und Artern ernannt wurde.
1788
schrieb Novalis seine ersten Gedichte, im Alter von 16 Jahren.
1790
besuchte er das Gymnasium in Eisleben und immatrikulierte sich als Student der Jurisprudenz an der Universität in Jena. Novalis hatte großes Interesse an Philosophie, Geschichte und Literatur. Novalis besuchte Vorlesungen bei Friedrich Schiller (siehe Computergarten 10. November). Als Schiller krank wurde, besuchte Novalis ihn und es entstand eine nähere Bekanntschaft.
1791
erschien ein Gedicht von Novalis, seine erste Veröffentlichung: Klagen eines Jünglings.
1792

begegnete er Friedrich Schlegel in Leipzig und es entstand eine lebenslange Freundschaft, auch Schlegel ist später bei seinem Freund, als Novalis stirbt. Novalis schreibt in einem Berif an Schlegel:

"Vielleicht seh ich nie wieder einen Menschen wie Dich. Für mich bist Du der Oberpriester von Eleusis gewesen. Ich habe durch Dich Himmel und Hölle kennengelernt, durch Dich vom Baum der Erkenntnis gekostet."

1793
Immatrikulation an der Universität in Wittenberg.
1794

schließt Novalis sein Studium mit einem Examen ab und erholt sich vier Monate bei der Familie.

Am 25. Oktober 1794 übersiedelte Novalis nach Tennstedt. Er wurde dort beim Kreisamt angestellt.

Am 17. November 1794 begegnete er das erste Mal seiner großen Liebe Sophie von Kühn, er berichtete seinem Bruder Erasmus von der Begegnung. Sophie ist 1782 geboren, zur Zeit der Begegnung also 12 Jahre alt, Novalis ist zehn Jahre älter als Sophie.

1795

verlobten sich Sophie und Novalis.

1795 begegnete Novalis in Jena Friedrich Hölderlin (siehe Computergarten am 20. März) und Johann Gottlieb Fichte, zusammen besuchen sie im Mai sie den Philosophen Niethammer, der diesen Besuch schriftlich festgehalten hat.

Im November 1795 erkrankte Sophie, im Dezember 1795 erhiellt Novalis die Nachricht, dass er in Weißenfels in der Direktion der Saline eingestellt wird.

1796
trat Novalis die Stelle in Weißenfels an, Sophie hatte sich wieder erholt und Novalis besuchte sie häufig in Grüningen. Sophie wurde in Jena operiert.
1797

Am 19. März 1797 starb Sophie von Kühn im Alter von nur 15 Jahren, ihr Tod erschütterte Novalis stark.

Am 14. April 1797 starb auch sein geliebter Bruder Erasmus.

Von April bis Juli 1797 schreibt Novalis ein Journal, das ihm hilft, Sophies Tod besser zu verarbeiten. Er trifft Caroline und August Wilhelm Schlegel in Jena. Novalis liest Goethes "Wilhelm Meister und setzt sich kritisch damit auseinander. 1797 fand die erste Begegnung mit Friedrich Wilhelm Joseph Schelling in Leipzig statt. Ende des Jahres 1797 bis zum Frühjahr im Jahre 1799 studiert Novalis Geognosie, Oryktognosie und Eisenhüttenwerkskunde an der Bergakademie in Freiberg.

1798

1798 lernt er Julie von Charpentier (1776-1811) kennen. Sie gab dem immer noch tief trauernden Novalis Trost. Novalis schreibt das Gedicht "Der Fremdling" im Januar 1798.

Am 29. März besucht Novalis mit August Wilhelm Schlegel in Weimar Johann Wolfgang von Goethe. Am selben Tag besuchen sie auch Friedrich Schiller in Jena.

Im April des Jahres 1798 erschien zum ersten Mal die Zeitschrift "Athenaeum", Novalis veröffentlichte hier eine Sammlung von Fragmenten unter dem Pseudonym Novalis. 1798 beginnt er auch an der Arbeit zu "Die Lehrlinge zu Sais". "Blumen" und "Glauben und Liebe oder Der König und die Königin" erscheint in den Jahrbüchern der Preußischen Monarchie ebenfalls 1798. Das Gedicht "Kenne Dich selbst" und die "Teplitzer Fragmente" werden von Novalis geschrieben.

Im Juli bis zum August muss Novalis sich bei einem Kuraufenthalt erholen, es wurde Tuberkulose diagnostiziert. Im Oktober begegnete Novalis Jean Paul in Leipzig.

Im Dezember 1798 verlobte er sich mit Julie von Charpentier.

1799

1799 begegnete er zum ersten Mal Ludwig Tieck. Novalis und Tieck schätzen sich, es gibt ein Gedicht "An Tieck" und Tieck schrieb über Novalis:

"Jedem Verehrer der Wissenschaft und Kunst sollte diese Erscheinung [gemeint ist Novalis] wichtig und anziehend sein."

Gemeinsam besuchen Tieck und Novalis Johann Wolfgang von Goethe.
1799 begann Novalis auch mit den "Geistlichen Liedern" und schrieb "Die Christenheit oder Europa" und begann mit den Arbeiten an seinem Roman "Heinrich von Ofterdingen" in dem die blaue Blume eine große Rolle spielt.

Ende des Jahres wird er zum Salinen-Assessor ernannt.

1800

begann Novalis mit den "Hymnen an die Nacht" und arbeitete weiter an seinem Roman.

Novalis nimmt geologische Untersuchungen vor und verfasst die "Salinenschriften". Im August 1800 erschien die revidierte Fassung der "Hymnen an die Nacht" in der sechsten und letzten Ausgabe des "Athenaeum".

Im Herbst 1800 verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Novalis zusehends. Letzte Tagebuchaufzeichnungen werden vorgenommen. Er schrieb Fragmente zum Verhältnis zwischen Krankheit und Religion, aber auch Gedanken über die romantische Poetik.

Am 28. Oktober 1800 nimmt sich der sechs Jahre jüngere Bruder Bernhard das Leben. Die Nachricht trifft ihn hart, sein Gesundheitszustand verschlechterte sich weiter. Die Hoffnung auf Besserung hatte er noch nicht aufgegeben, er unterschrieb am 20. Dezember eine Erklärung, dass er sich als Amtshauptmann in Thüringen niederlassen möchte.

1801

Im Januar 1801 schreibt er dem Freund Ludwig Tieck von seiner Krankheit. Novalis wird von seinem Bruder Karl und seiner Verlobten Julie von Charpentier in Dresden gepflegt. Der Vater besuchte ihn mehrmals und hatte Angst, einen dritten Sohn zu verlieren. Er holt seinen ältesten Sohn im Januar nach Weißenfels, Julie von Charpentier begleitet die beiden. Im Februar macht Novalis noch Pläne zu einer Fortsetzung des "Heinrich von Ofterdingen". Er träumt davon, noch herrliche Gedichte und Lieder zu schreiben. Aber er ist so krank, dass es dazu nicht mehr kommen konnte.

Novalis, Friedrich von Hardenberg, starb am 25. März 1801
um 12.30 Uhr in Weißenfels im Alter von 28 Jahren.

Sein Bruder Karl und Friedrich Schlegel waren bei ihm, als er starb.


"Ich will nicht klagen mehr, ich will mich froh erheben
Und wohl zufrieden sein mit meinem Lebenslauf.
Ein einzger Augenblick, wo Gott sich mir gegeben,
wiegt jahrelange Leiden auf."

Novalis

Novalis gilt als der bedeutendste Dichter der frühen Romantik

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Novalis gilt als der bedeutendste Dichter der frühen Romantik

 

 
 

 

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