Wo
hier aus den felsichten
Grüften
Das silberne Bächelchen
rinnt,
Umflattert von scherzenden
Lüften
Des Maies die Reize gewinnt,
Um welche mein Mädchen
es liebt
Das Mädchen so rosicht
und froh
Und oft mir ihr Herzchen
hier gibt,
Wenn städtisches Wimmeln
sie floh;
Da wachsen auch Erlen, sie
schatten
Uns beide in seliger Ruh,
Wenn wir von der Hitze ermatten
Und sehen uns Fröhlichen
zu.
Aus ihren belaubeten Zweigen
Ertönet der Vögel
Gesang
Wir sehen die Vögelchen
steigen
Und flattern am Bache entlang.
O Erlen, o wachset und blühet
Mit unserer Liebe doch nur
Ich wette, in kurzer Zeit
siehet
Man euch als die Höchsten
der Flur.
Und kommet ein anderes Pärchen,
Das herzlich sich liebet
wie wir
Ich und mein goldlockiges
Klärchen,
So schatte ihm Ruhe auch
hier.
Novalis