Der Computergarten am 6. Mai

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Die zwei Wurzeln

Zwei Tannenwurzeln groß und alt
unterhalten sich im Wald.

Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.

Ein altes Eichhorn sitzt dabei
und strickt wohl Strümpfe für die zwei.

Die eine sagt knig, die andere sagt knag.
Das ist genug für einen Tag.

Christian Morgenstern

Illustration Bild "Eichhörnchen strickt Strümpfe" von © Inga Schnekenburger 2000


Christian Morgenstern
deutscher Dichter

Christian Morgenstern

war Schriftsteller, Redakteur und Dramaturg. Er übersetzte Henrik Ibsen, August Strindberg und Knut Hamsun vom Norwegischen ins Deutsche. Bekannt wurde er durch seine grotesk-phantastischen (der englischen Nonsense-Literatur verwandten) Gedichte. Christian Morgenstern war von Nietzsche beeinflusst, befasste sich später mit Mystik, dem Buddhismus und mit der Anthroposophie. Ausführliche Biographie, Werke und Links weiter unten.

Christian Morgenstern Portrait von Inga Schnekenburger

1871 - 1914

Zitate von Christian Morgenstern

  • Ganze Weltalter voll Liebe werden notwendig sein, um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns zu vergelten.
  • Wenn der moderne Gebildete die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müsste, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen.
  • Von sich zurückzutreten wie ein Maler von seinem Bilde - wer das vermöchte!
  • Der Mensch will wohl endlich so weit kommen wie die Blumen und die Bäume: ruhig leben und sterben zu dürfen. Zweifellos wünschen sich die meisten Menschen nichts Besseres.
  • Wer die Grausamkeit der Natur und der Menschen einmal erkannt hat, der bemüht sich, selbst in kleinen Dingen, wie dem Niedertreten des Grases, schonungsvoll zu sein.
  • Ich meine, es müsste einmal ein sehr großer Schmerz über die Menschen kommen, wenn sie erkennen, dass sie sich nicht geliebt haben, wie sie sich hätten lieben können.
  • Es gibt keine toten Gegenstände. Jeder Gegenstand ist eine Lebensäußerung, die weiter wirkt und ihre Ansprüche geltend macht wie ein gegenwärtig Lebendiges. Und je mehr Gegenstände du daher besitzest, desto mehr Ansprüche hast du zu befriedigen. Nicht nur sie dienen uns, sondern auch wir müssen ihnen dienen. Und wir sind oft viel mehr ihre Diener, als sie die unseren.

Biographie

Christian Morgenstern wurde am 6. Mai 1871 in München geboren

Beide Eltern kommen aus Malerfamilien. Der Großvater ist der Maler Christian Morgenstern (1805-1867), ein damals bekannter Landschaftsmaler. Der Vater von Christian Morgenstern wurde auch Maler. Als Christian 10 Jahre alt ist, stirbt die Mutter. Sie war lungenkrank.

Der Vater zieht mit dem Sohn nach Starnberg, Christian kommt 1882 in ein Internat nach Landshut und ist dort unglücklich. Nach zwei Jahren verlässt er das Internat und zieht zurück zu seinem Vater nach Breslau. Der Vater hat inzwischen in Breslau eine Professur an der Kunstakademie angenommen.

1885
bis 1889 besucht Christian Morgenstern das Gymnasium in Breslau. In dieser Zeit entstehen seine ersten Gedichte.
1889
bis 1890 besucht er eine Militärschule.
1892
beginnt er das Studium der Nationalökonomie an der Breslauer Universität
1893
muss er das Studium wegen einer schweren Krankheit (Tuberkulose) unterbrechen. Er erholt sich in Bad Reinerz.
1894
zieht er nach Berlin und arbeitet dort an der Berliner Nationalgalerie. Er schreibt Artikel für mehrere Zeitschriften.
1895
unternimmt er eine Reise nach Helgoland und Sylt. Er schreibt "Horatius travestitus" und "In Phanta's Schloß".
1896
schreibt er "Weltkobold" und arbeitet als freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitschriften.
1897
bis 1903 übersetzt Christian Morgenstern Werke von Ibsen und Strindberg (siehe Computergarten am 22. Januar) ins Deutsche.
1897
schreibt er "Auf vielen Wegen".
1898
Studien-Reise nach Oslo, Begegnung mit Henrik Ibsen.
Er schreibt "Ich und die Welt".
1899
kehrt er nach Berlin zurück. Sein Gesundheitszustand hat sich wieder verschlechtert.
1900
begibt er sich zu einem Kuraufenthalt nach Davos und schreibt "Ein Sommer".
1901
bis 1902 reist er in die Schweiz und nach Italien.
Er schreibt "Und aber ründet sich ein Kranz"
1903

kehrt er wieder nach Berlin zurück. Er erhält eine Anstellung als Lektor im Verlag Bruno Cassirer.

1903 gibt Christian Morgenstern die Zeitschrift "Das Theater" heraus.

1905
muss Christian Morgenstern erneut in einem Sanatorium seine Krankheit lindern lassen. In Birkenwerder entstehen die "Galgenlieder". Er schreibt das "Tagebuch eines Mystikers".
1906

unternimmt er eine Reise in die Alpen und schreibt "Melancholie".

1906, im Alter von 35 Jahren, verlobt er sich mit Margareta Gosebruch von Lichtenstern. Christian Morgenstern studiert die Lehre Buddhas.

1908
sieht er den Vater wieder, den er seit 1894 nicht mehr gesehen hatte. Vater und Sohn hatten sich nach der dritten Eheschließung des Vaters entfremdet.
1909
Ab 1909 wandte sich Christian Morgenstern der Lehre Rudolf Steiners zu (Anthroposophie).
Dies beeinflusst sein Werk ab diesem Zeitpunkt stark.
[Linktipp: "Gesundheit und Krankheit" von Rudolf Steiner auf den Seiten "Vom Rinderkult zum Rinderwahn"]
1910
Heirat mit Margareta Gosebruch von Lichtenstern, sie reisen in die Schweiz und nach Italien. Christian Morgenstern schreibt "Palmström" und "Einkehr", erkrankt aber wieder schwer.
1911
schreibt er "Ich und Du".
1912

erhält er von der Schiller-Stiftung eine Auszeichnung, verbunden mit einem Geldpreis. Er hält sich in einem Sanatorium auf.

Abbildung rechts: Christian Morgenstern im Sanatorium 1912

Morgenstern im Sanatorium

Die zur Wahrheit wandern,
wandern allein.

Zitat von Christian Morgenstern

1913
erholt er sich in verschiedenen Kliniken, übersetzt aber weiter Texte.
1914

schreibt er "Wir fanden einen Pfad".

Am 31. März 1914 stirbt Christian Morgenstern in Meran-Untermais im Alter von 42 Jahren an seiner Lungenkrankheit (Tuberkulose).

Werke (Auswahl)

Persönliche Anmerkung: Durch das Gedicht "Drei Spatzen" von Christian Morgenstern, das ich als Kind in der Grundschule kennenlernte, wurde in mir die Liebe zu Gedichten geweckt.

I.S.

Groteske Gedichte:
Galgenlieder
Palmström
Palma Kunkel
Der Gingganz
Die Schallmühle
Alle Galgenlieder
Ernste Lyrik:
Ich und die Welt
Und aber ründet sich ein Kranz
Melancholie
Einkehr
Ich und Du
Wir fanden einen Pfad

Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat's niemand nicht.

Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

Christian Morgenstern

Anmerkung: Wussten Sie schon, dass der Spatz (Sperling, Haussperling) der Vogel des Jahres 2002 war? Der Naturschutzbund Deutschland möchte damit darauf hinweisen, dass der Vogel kurz vor dem Aussterben steht...

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Surftipp

Diese Webseite widme ich OPPI, von dem ich viele Gedichte von Christian Morgenstern erhielt, die ich noch nicht kannte. Auf diesem Wege möchte ich mich herzlich dafür bedanken. Inga

Webseite von OPPI, mit einer Seite über Christian Morgenstern: www.oppisworld.de

Weitere Gedichte von Christian Morgenstern bei onlinekunst.de

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Gedichte über Eichhörnchen bei onlinekunst.de: tiere/gedichte/eichhoernchen.html

 

 
 

 

http://www.onlinekunst.de/mai/06_05_Morgenster-Christian.htm