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"Klingsors
Zaubergarten", Gemälde von Angerer dem Älteren
Die blaue Blume der Romantik
leuchtet im Zaubergarten
Das
Gemälde "Klingsors Zaubergarten" ist
als Poster bei onlinekunst.de erhältlich.
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Das Gemälde
"Klingsors Zaubergarten",
gemalt in altmeisterlicher Technik von Angerer dem Älteren,
beschwört die blaue Blume der Romantik in einzigartiger Weise.
Der Dichter Novalis - mit bürgerlichem Namen Friedrich von
Hardenberg, Geologe von Beruf und Sohn des Direktors der Saline
in Artern - arbeitete 1799 für das Gradierwerk. Er begann in Artern
mit der Niederschrift seines Romans "Heinrich von Ofterdingen",
in dem die "blaue Blume" der Romantik erstmals als Bild und Begriff
auftaucht:
DIE BLAUE BLUME
"Die Eltern lagen schon und schliefen,
die Wanduhr schlug ihren ringförmigen Takt, vor dem klappernden
Fenstern sauste der Wind; abwechselnd wurde die Stube hell von
dem Schimmer des Mondes. Der Jüngling lag unruhig auf seinem
Lager und gedachte des Fremden und seiner Erzählungen. Nicht
die Schätze sind es, die ein so unaussprechliches Verlangen
in mir geweckt haben", sagte er zu sich selbst; fernab liegt
mir alle Habsucht: aber die blaue Blume sehn' ich mich zu erblicken.
Sie liegt mir unaufhörlich im Sinn, und ich kann nichts anders
dichten und denken.
So ist mir noch nie zumute gewesen: es ist, als hätt'
ich vorhin geträumt oder ich wäre in eine andere
Welt hinübergeschlummert; denn in der Welt, in
der ich sonst lebte, wer hätte da sich um Blumen
bekümmert, und gar von einer so seltsamen Leidenschaft
für eine Blume hab' ich damals nie gehört...'
Endlich gegen Morgen, wie draussen die Dämmerung anbrach,
wurde es stiller in seiner Seele, klarer und bleibender wurden
die Bilder. Es kam ihm vor, als ginge er in einem dunkeln Walde
allein...
Es dünkte ihn, als umflösse ihn eine Wolke des
Abendrots; eine himmlische Empfindung überströmte
sein Inneres; mit inniger Wollust strebten unzählbare
Gedanken in ihm sich zu vermischen; neue, nie gesehene
Bilder entstanden, die auch ineinanderflossen und
gut sichtbaren Wesen um ihn wurden...
Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue
Blume, die zunächst an der Quelle stand und ihn mit ihren breiten,
glänzenden Blättern berührte. Rund um sie her standen
unzählige Blumen von allen Farben, und der köstlichste
Geruch erfüllte die Luft. Er sah nichts als die blaue Blume und
betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit...."
aus: Novalis "Heinrich von Ofterdingen"
Aber auch bei Tieck
erscheint bereits 1798 die blaue Blume als Sinnbild tiefer
Sehnsucht.
Diese blaue Blume
leuchtet aus dem Gemälde
von Angerer dem Älteren
wie eine mit geheimnisvollem Licht ausgestattete Laterne. Gleichzeitig
erinnern die kugeligen Gebilde, die in sechsfacher Ausführung
den oberen Teil des Bildes durchschweben, an die Erde, den blauen
Planeten. Obwohl die Szene im Freien angesiedelt ist, glaubt man,
sich in einer gotischen Kathedrale zu befinden, durch die wie ein
Fluss das Wasser des Lebens fließt.
Vorn im Bild - und deutlich
hervorgehoben durch die rote Farbe, sitzt ein Schmetterling, zum
Greifen nah erscheint er dem Betrachter. Der Horizont des Bildes
- im Goldenen Schnitt angeordnet - ist erhellt durch strahlendes
Licht, das unendliche Tiefe suggeriert.
Mit diesem Bild kann
man sich verzaubern lassen, träumen, auf die Reise gehen, mit
den Augen spazierengehen und die blaue Blume innerlich in Besitz
nehmen.
I.S.
An
Novalis
In dunkler Erde ruht der heilige Fremdling.
Es nahm von sanftem Munde ihm die Klage der Gott,
Da er in seiner Blüte hinsank.
Eine blaue Blume
Fortlebt sein Lied im nächtlichen Haus der Schmerzen.
Georg Trakl, 1912
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Die
blaue Blume
Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, daß in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.
Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au'n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.
Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.
Gedicht
von Joseph von Eichendorff
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| Erste
Liebe
BLAUE BLUME
Wer warst Du, blaue Blume
als Deine zarte Blüte
hin-sank
in die Nacht?
Wer warst Du, blaue Blume
als Du mich heimlich fandest
und mich so sehr ans Blaue bandest?
Du bist gegangen
Erste
die ich nicht mehr kenne;
schau, wie ich erkühlte,
ich friere!
Georges Ettlin
geschrieben am 6. September 2003
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