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Friedrich
Hölderlin (1770-1843)
Biographie
und Zitate
| Friedrich
Hölderlin wurde am 20. März 1770 in
Lauffen am Neckar geboren.
Friedrich
Hölderlin erhielt eine pietistische Erziehung.
Seine Mutter war die Tochter eines Pfarrers, sein
Vater arbeitete als Klosterpfleger. Seine Großmutter,
seine Tante und seine Mutter erzogen den Jungen
religiös. Die Familie bestimmte ihn zum Pfarrer
und er besuchte das Priesterseminar in Maulbronn.
Lebenslauf
Hoch auf strebte mein Geist, aber die Liebe
zog
schön ihn nieder; das Leid beugt ihn
gewaltiger;
so durchlauf ich des Lebens Bogen und kehre,
woher ich kam.
Friedrich Hölderlin
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Bild:
Portrait Friedrich Hölderlin |
| 1788 |
bis
1793 studierte er am Tübinger Stift und freundete
sich mit F.W.J. von Schelling und G.W.F. Hegel an. |
| 1793 |
bis
1794 arbeitete Hölderlin als Hauslehrer bei
Charlotte von Kalb in Waltershausen in Unterfranken
auf Empfehlung von Schiller, weil Hölderlin
sich nicht zum Priester berufen fühlte. Wegen
einer Liebesbeziehung musste er das Haus verlassen. |
| 1794 |
Besuch
der Universität in Jena. |
| 1796 |
bis
1798 hatte er eine Stellung als Hauslehrer bei
dem Bankier J.Fr. Gontard in Frankfurt. Er liebte
die Ehefrau von Gontard, Susette Gontard, die
zwei Jahre älter als Hölderlin war.
Er
widmet ihr Gedichte und feiert sie als "Diotima"
in seinen Schriften. |

Abbildung
oben: Susette Gontard-Diotima. Marmorbüste
von Landolin Ohnmacht 1793 |
| 1797 |
begegnete
er Johann Wolfgang von Goethe. |
| 1798 |
bis
1800 lebt er in Homburg v.d.H. und freundet sich
mit I. von Sinclair an. In dieser Zeit entsteht
"Der Tod des Empedokles". |
| 1800 |
bis
1800 arbeitet er in Stuttgart und Nürtingen
und in der Schweiz als Hauslehrer. 1802 hält
sich Friedrich Hölderlin in Bordeaux auf. |
| 1802 |
stirbt
Susette Gontard im Alter von 34 Jahren. |
| 1802 |
steigert
sich auch das seelische Leiden von Hölderlin
zu einer ernsten Krankheit und die ersten Anzeichen
einer geistigen Umnachtung zeigen sich. |
| 1802 |
bis
1804 lebt er bei seiner Mutter, die den Kranken
pflegt. |
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1804 |
bis
1806 arbeitet er durch die Vermittlung seines Freundes
Isaac von Sinclair als Hofbibliothekar in Homburg. |
| 1806 |
Erneutes
Aufflackern, Verschlimmerung der psychischen Krankheit,
er wird in die Heilanstalt in Tübingen eingeliefert. |
| 1807 |
ist
er so krank, dass er ständige Pflege braucht.
Vom 37. Lebensjahr bis zu seinem Tod wird er aufopferungsvoll
und liebevoll von der Familie des Tischlers Zimmer
in Tübingen gepflegt. |
| 1808 |
geistige
Umnachtung bis zu seinem Tod. |
| 1843 |
Am
7. Juni 1843 stirbt Friedrich Hölderlin im
Alter von 72 Jahren in Tübingen. |
| Menschenbeifall
Ist nicht heilig mein Herz, schöneren
Lebens voll,
Seit ich liebe? Warum achtetet ihr mich
mehr,
Da ich stolzer und wilder,
Wortereicher und leerer war?
Ach! Der Menge gefällt, was auf dem
Marktplatz taugt,
Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen;
An das Göttliche glauben
Die allein, die es selber sind.
Friedrich Hölderlin
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Friedrich
Hölderlin war vor allem Lyriker.
Seine wunderbaren Gedichte sind von einer großen
Schönheit der Sprache und von einem musikalischem
Rhytmus gekennzeichnet. Die Ausdruckskraft seiner
Lyrik ist gewaltig und klingt in einem ganz eigenen
Stil.
Anfangs verfasste er Hymnen in Reimform, dann
schrieb er in Versmaßen der antiken Ode.
Später verfasste er Elegien (Menons
Klagen um Diotima) und am Ende arbeitete
er mit freien Rhytmen in gedrängter, dunkler
Bildersprache. Er ringt um die Bestimmung des
Menschen und der göttlichen Mächte (Patmos).
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| Die
Natur und die Liebe sind die bevorzugten Themen
der Gedichte.
Aber
auch der Briefroman "Hyperion"
lebt von der lyrischen Sprache Hölderlins.
Das Gefühl, nicht die Handlung steht hier
im Mittelpunkt. Hyperions Sehnsucht nach der Schönheit
(Diotima) und der Wunsch nach dem Einssein mit
der Natur und das Verlangen nach Freiheit sind
Mittelpunkt des Romans. "Der
Tod des Empedokles" ist ein Drama,
von Hölderlin in drei Fassungen gearbeitet.
Die Sage vom Tod des Philosophen Empedokles im
Ätna wird von Hölderlin zu einem religiösen
Mysterium umgearbeitet.
Es entstanden auch sehr eigenwillige Übersetzungen
Pindars und Sophokles "Ödipus"
und "Antigone".
I.S.
Die
Daten zur Biographie sind zum Teil dem Großen
Brockhaus entnommen. |
Zitate
über Hölderlin
Gestern
ist auch Hölterlein bei mir gewesen, er sieht
etwas gedrückt und kränklich aus, aber
er ist wirklich liebenswürdig und mit Bescheidenheit,
ja mit Ängstlichkeit offen... Ich
habe ihm besonders geraten, kleine Gedichte zu
machen und sich zu jedem einen menschlich interessanten
Gegenstand zu wählen. |
Johann
Wolfgang von Goethe |
| Gewiß
ist mir auch bei diesem Hölderlin, als müsse
eine göttliche Gewalt wie mit Fluten ihn überströmt
haben, und zwar die Sprache, in übergewaltigem
raschen Sturz seine Sinne überflutend und diese
damit ertränkend; und als die Strömungen
verlaufen sich hatten, da waren die Sinne geschwächt
und die Gewalt des Geistes überwältigt und
ertötet. |
Bettina
Brentano |
| Er
war eine der unbewaffneten Seelen, er war der Werther
Griechenlands, ein hoffnungslos Verliebter; es war
ein Leben voller Weichheit und Sehnsucht, aber auch
Kraft und Inhalt waren in seinem Willen und Größe,
Fülle und Leben in seinem Stil... |
Friedrich
Theodor Vischer |
| Weder
Lavater noch Klopstock, noch irgendein Zeitgenosse
Hölderlins kann als Funke seiner Flamme betrachtet
werden; was ihn erleuchtet, kommt aus weiter Ferne. |
Achim
von Arnim |
| Der
Hyperion verdient die Unsterblichkeit so gut als
Werther und besser als die Messiade... Hyperion
ist Ein Guß der größten, reinsten
Seele. - O Gott - dieser Hyperion ist... fürchterlich
schön. |
Wilhelm
Waiblinger |
| Hölderlin
hat einen kleinen Roman, Hyperion ... Er hat recht
viel Genialisches, und ich hoffe auch noch einigen
Einfluß darauf zu haben ... An Talent fehlt
es ihm gar nicht, einmal in der literarischen Welt
etwas rechtes zu werden. |
Friedrich
Schiller |
| Er
hat eine heftige Subjektivität und verbindet
damit einen gewissen philosophischen Geist und Tiefsinn
... Ich würde ihn nicht aufgeben, wenn ich
nur eine Möglichkeit wüßte, ihn
aus seiner eigenen Gesellschaft zu bringen und einem
wohltätigen und fortdauernden Einfluß
von außen zu öffnen. |
Friedrich
Schiller |
| Einer
ging im Schwunge noch über Schiller hinaus,
Goethe meinte, er ginge zu weit, ... doch war es
nicht so, es war nur ein Hinüber, ein neuer,
unbefahrener Ozean, sein eigenes Gemüt. Ich
rede von Hölderlin und seinem Hyperion ... |
Hugo
von Hofmannsthal |
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