Ferdinand Hodlers große Liebe
Linktipp: Liebesgedichte

Ferdinand Hodler im Alter von 56 Jahren, 1909

Ferdinand Hodler
1909 - 56 Jahre alt

Valentine Gode -  Darel im Alter von 36 Jahren, 1909

Valentine Gode-Darel
1909 - 36 Jahre alt

Ferdinand Hodler begegnete Valentine Gode-Darel im Jahre 1908. Hodler war inzwischen 55 Jahre alt, ein sehr angesehener Künstler, in zweiter Ehe mit Berthe Jacques verheirat. Sein Sohn Hector von seiner ersten Lebensgefährtin Augustine Dupin ist inzwischen 21 Jahre alt.

Die Frau, die ihm jetzt begegnet, ist ganz anders als die früheren Frauen in seinem Leben. Sie ist Porzellanmalerin und hat ihren eigenen Kopf. Sie ist 35 Jahre alt und sehr selbsbewusst, charmant, sinnlich und gebildet. Sie liebt ihre Unabhängigkeit.

Hodler verliebt sich nicht nur in sie, er erlebt die größte Liebe seines Lebens. Ferdinand Hodler malt Valentine, aber nicht als Akt, nicht als den Mann Anbetende oder Muse...

sondern er malt eine Frau das erste Mal von Angesicht zu Angesicht - als ebenbürtigen Menschen,
auf gleicher Höhe mit dem Mann.
Es entstehen faszinierende Portraits. Die Beziehung ist nicht ohne Streit
und Auseinandersetzungen, aber sie erkennen bald beide ihre einzigartige Liebe.

Doch 1912 erkrankt Valentine an Krebs. Als sie im Alter von 40 Jahren, nachdem die Beziehung fünf Jahre besteht, ein Kind von ihm erwartet, ist sie schon im fortgeschrittenen Stadium krebskrank. Das Kind kommt im Oktober 1913 zur Welt, es ist eine Tochter und sie nennen sie Pauline. Valentine ist schon so krank, dass sie sich nicht um das Kind kümmern kann.

Pauline wird von Ferdinand Hodler und seiner Frau Berthe aufgezogen. Man muss sich klarmachen, welche menschliche Leistung dies von Berthe war, das Kind der Geliebten ihres Mannes aufzuziehen. Sie hat es Ferdinand Hodler ermöglicht, in der Nähe seines Kindes zu sein. Es zeigt auch das liebevolle Naturell von Berthe. (Linktipp: Mütter in der Kunst)

Darüber steht in den Büchern nichts, als wäre es selbstverständlich. Ferdinand Hodler ist von der Krankheit seiner Geliebten derart erschüttert, dass er fast nur noch Valentine im Krankenbett, den Blick aus dem Krankenzimmer und viele Selbstportraits malt, die seine Verzweiflung zeigen. In seiner Kindheit war er vom Tod umgeben, sein berühmtestes Bild hatte die Angst vor dem Tod zum Thema, und nun im Alter ist er wiederum umgeben von Krankheit und Tod.

Die ehemalige Lebensgefährtin Augustine stirbt, der Sohn erkrankt an Tuberkulose, die Mutter von Valentine stirbt. Aber er flüchtet nicht, die Liebe hält ihn täglich am Krankenbett fest, später am Sterbebett.

Die Bilder, die entstehen, sind vielleicht die erschütternsten Darstellungen vom Sterben, die in der Kunstgeschichte existieren.

Kunstdrucke bei poster.de, z.B. von Ferdinand Hoddler: "Woman with Brown Hair"
(Bildnachweis: poster.de)

Ausschnitt aus : Die kranke Valentine Godet-Darel im Bett mit Uhr und Rosen - 1914 - 63cm x 86 cm - von Ferdinand Hodler

Valentine Gode-Darel auf dem Sterbebett,
von Ferdinand Hodler

 

Am 26. Januar 1915 stirbt Valentine Gode-Darel. Ferdinand Hodler hat auch die tote Valentine gemalt. Danach ist er selbst ein kranker Mann. Ferdinand Hodler erholt sich nicht mehr und stirbt am 19. Mai 1918 in Genf.

Inga Schnekenburger


Ferdinand Hodlerrim Computergarten

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Ferdinand Hodler - Ausstellung und Bücher

Linktipps

 
 

 

http://www.onlinekunst.de/maerz/14_03_Liebe_Hodler.htm