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Anselm Kiefer

Gedanken zu dem Bild
"Malerei der verbrannten Erde" von Anselm Kiefer, 1974 gemalt

(Das Bild darf wegen des Copyright nicht gezeigt werden)


"Verbrannte Erde" ist ein Ausdruck der neueren Kriegsführung. Er besagt, daß der Verteidiger seines Landes seine Erde so stark zerstört, daß dem Angreifer nur noch wertloses Gelände in die Hände fallen kann. Anselm Kiefer hat ein Bild gemalt, in dem eine verwüstete Landschaft angedeutet ist.

Gestrüpp hängt bis auf den Boden, die Horizontlinie ist so niedrig angesetzt, daß der Betrachter meint, er liege auf dem Boden und sieht die zerstörte Landschaft auf Erde liegend vor sich.Im Hintergrund ist ein Wald schemenhaft erkennbar, der von Rauch umnebelt wird. Das Zentrum des Bildes, im "Goldenen Schnitt" auf dem unteren Drittel des Bildes rechts angebracht, bildet ein tiefschwarzes Erdloch. Oben links bogenförmig der Schriftzug: "Malerei der verbrannten Erde".

Dieses Bild erzählt von Verwüstung während eines Krieges durch Feuer, selbst gelegt, von einer verzweifelten Tat. Alles ist verbrannt und zerstört - kein Leben regt sich, weder pflanzliches noch menschliches Leben, kein Tier ist zu sehen. Dieses Bild erscheint mir wie das Gegenstück zum Paradies oder wie das verlorene Paradies. Das Bild atmet Schrecken und ist ohne Hoffnung.

Das Grau ist grauenvoll. Wie der Krieg, wie jeder Krieg. Die Äste sind vom Baum getrennt und krümmen sich wie in Schmerzen. Der Qualm steigt nicht zum Himmel sondern kriecht auf dem Boden, zu dem schwarzen Loch. Das schwarze Loch im unteren rechten Drittel des Bildes ist wie ein Moloch, der das Leben verschlingt, Unterwelt, Spuk. Die verbrannte Erde ist wie mit verkohltem Holz gezeichnet , die Farbe ist schon geflüchtet, bleibt ein Traum in dem Alptraum.

I.S.

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(Bildnachweis: poster.de)
 
Anselm Kiefer: "Die sechste Trompete", 1996

 


Das bekannte Bild "Dein goldenes Haar, Margarethe" wurde inspiriert von einem Gedicht von Paul Celan

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