Schlaf ist mir lieb, doch über
alles preise
Ich, Stein zu sein. Währt Schande und Zerstören,
Nenn ich es Glück: nicht sehen und nicht hören.
Drum wage nicht zu wecken. Ach! Sprich leise.
Michelangelo Buonarroti (1475-1564)
übersetzt von Rainer Maria Rilke
Abbildung links: Die Nacht "Notte"
von Michelangelo, Blocklänge 2 m, 1526 fertiggestellt,
Halbmond und Stern auf dem Kopf, Mohnfrüchte in
der Girlande. Nach Aussagen des Condivi sollte eigentlich
noch eine Maus dazukommen. Die Statue ist poliert bis
auf den Haarzopf, der über der rechten Brust liegt.
Der linke Arm ist in rohem Abbozzo gelassen.
Hintergrundmusik: Croce, Giovanni
(c. 1557-1609) Italian "O Vos Omnes" Midi: Marty
Weimer
Vertonungen der
"Nacht" von Michelangelo
Liszt, Franz: Die Nacht
1. Fassung: für Klavier, 2. Fassung für
Orchester,
3. Fassung für Violine und Klavier, 1858
Liszt, Franz: Der Sinnende
für Klavier, nach Michelangelos Statue "Il
Penseroso"
Biographie Franz Liszt
Saminsky, Lazare, Penseroso, für
Orchester, Orchestersuite, 1936
Michelangelo hat bedeutende Komponisten
zu weiteren Werken inspiriert.
Abbildung rechts: Die Eule - Vogel der
Nacht. Detail aus "Die Nacht" von Michelangelo.
Die Eule sitzt unter dem angewinkelten Knie der Nacht.
Die rechte Kralle hält einen Strauß mit Mohnkapseln.
Abbildung unten: Fries aus dem Grabmal
des Giuliano de Medici, bei der "Nacht", 1520-1534
von Michelangelo, die Köpfe symbolisieren Nacht
und Tod.