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An
eine Schläferin
Erwache, schöne Schläferin,
Falls dieser Kuss nicht zu bestrafen:
Doch wenn ich dir zu zärtlich bin;
Schlaf, oder scheine mir zu schlafen.
Die Unschuld, die nur halb erwacht,
Wann Lieb und Wolllust sie erregen,
Hat öfters manchen Traum vollbracht,
Den Spröde sich zu wünschen
pflegen.
Was du empfindest, ist ein Traum:
Doch kann ein Traum so schön betrügen?
Gibst du der Liebe selbst nicht Raum:
So lass dich denn ihr Bild vergnügen.
Friedrich
von Hagedorn (1708 - 1754) |