| FRÜHLINGSTÄNZERIN
In
deinen Blicken wiegt sich der Frühling.
Rosengeflecht und ein Apfelzweig
Schaukeln ihn duftend einher.
Auf deiner Lippen Granat- und Marmorsitz
Streiten zehntausend Lerchen in süßem
Tumult,
Wähnend sie säßen im Morgenrot.
Wo deine lieblich errötenden Füße
schreiten,
Schlägt aus dem Boden ein holder Schwall
von Musik
Und erstürmt sich den Himmel.
Wippend dem zierlichen Schmetterling gleich
Schreitest du tanzerhobenen Arms
Wie über schwankendes Seil.
Wenn deine tastenden Brüste den Atem der
Gärten verspüren,
Heben und senken sie sich, zugespitzt,
In verworrnen Gedanken.
Zierlich ist deine Seele, dem Rotkehlchen gleich,
Und so ängstlich, dass sie bei plötzlichem
Wort
Flatternd im Käfig sich stößt.
Hugo Ball
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