Bild des Monats März: "Picos y Nubes"
Steigt der Wanderer aus dem Valle Gran Rey hoch auf die Gipfel und Grate, die das Tal begrenzen, z. B. vom malerischen la Calera zur ländlichen Hochalm la Merica, wird alles Menschenwerk sehr bald kleiner und kleiner. Der Autoverkehr, über den sich unten der Mensch ärgert, ist da oben weder zu hören noch zu sehen.
Was den Wanderer oben in Erstaunen versetzt, sind die Felsformationen von Vulkanen mit ungeheuren Kräften geschaffen, aus den Tiefen herausgedrückt, weggeschleudert, glühend ausgegossen.
Wieder unten in la Playa bei einem café con leche in la Namera sitzend liest der Wanderer im Valle Boten, dass die vulkanische Cumbre Vieja auf la Palma als extrem instabil eingeschätzt wird.
Bei einem Ausbruch des Vulkans könnte die gesamte Westseite ins Wasser stürzen und eine gigantische Welle von 650 Metern Höhe und 40 Kilometern Breite erzeugen, die mit 960 Stundenkilometern über den Ozean rast. Die gesamten Kanarischen Inseln könnten im Meer versinken wie zuvor das sagenhafte Atlantis.
Um von unserem Haus auf ca. 300 Metern Höhe in eine Höhe von 650 Metern zu steigen, blieben uns weniger als 5 Minuten. In dieser Zeit schaffen wir es nicht einmal, die Stiefel anzuziehen. Himmel und Wolken über uns, die mächtigen Vulkanfelsen um uns und die unbegründete Zuversicht in uns begleiten unsere Tage im Valle Gran Rey.
RK

