| Das
Gänseblümchen war froh, daß es draußen
im Grase stand und eine kleine ärmliche Blume
war. Es fühlte sich so recht dankbar, und
als die Sonne unterging, faltete es seine Blätter,
schlief ein und träumte die ganze Nacht von
der Sonne und dem kleinen Vogel.
Am
nächsten Morgen, als die Blume glücklich
wieder all ihre weißen Blättchen wie
kleine Arme dem Licht und der Luft entgegenstreckte,
erkannte sie des Vogels Stimme, aber was er sang,
klang so traurig. Ja, die arme Lerche hatte guten
Grund dazu, sie war gefangen worden und saß
nun in einem Bauer dicht an dem offenen Fenster.
Sie
sang davon, frei und glücklich umherzufliegen,
sang von dem jungen, grünen Korn auf den
Feldern und von den herrlichen Reisen, die sie
auf ihren Schwingen hoch in die Luft hinauf machen
konnte. Der arme Vogel war in keiner glücklichen
Stimmung. Gefangen saß er im Käfig.
Das
kleine Gänseblümchen wollte ihm so gerne
helfen, aber wie sollte sie das anfangen, ja,
es war schwer, ein Mittel zu finden. Es vergaß
fast, wie schön alles rundumher stand, wie
warm die Sonne schien und wie schön seine
eigenen Blätter aussahen. Ach, sie konnte nur
an den armen Vogel denken, für den sie doch
gar nichts tun konnte. |

Fortsetzung
und Schluss - Teil 5 >>
|