Der Computergarten am 2. Juni

Die Lerche und das Gänseblümchen

Und gerade, wie es das dachte, "quirrevit!" da kam die Lerche herabgeflogen,
aber nicht zu den Pfingstrosen und Tulpen, nein, nieder ins Gras zu dem armen Gänseblümchen.

Bild "Lerche und Gänseblümchen" von © Inga Schnekenburger


Das Märchen vom Gänseblümchen
von Hans - Christian Andersen 2
Fortsetzung vom 1. Juni

Die Bauernrosen bliesen sich auf, um größer als die Rosen zu sein, aber die Größe macht es nicht! Die Tulpen hatten die allerschönsten Farben; das wussten sie wohl und hielten sich kerzengerade, damit man sie noch besser sehen konnte. Sie beachteten das junge Gänseblümchen da draussen gar nicht, aber dies sah desto mehr nach ihnen und dachte: "Wie reich und schön sie sind! Ja, zu ihnen fliegt gewiß der prächtige Vogel herunter und besucht sie! Gott sei Dank, dass ich so dicht dabei stehe, da kann ich doch den Staat mit ansehen!"

Und gerade, wie es das dachte, "quirrevit!" da kam die Lerche herabgeflogen, aber nicht zu den Bauernrosen und Tulpen, nein, nieder ins Gras zu dem armen Gänseblümchen. Das erschrak so vor lauter Freude, daß es gar nicht wußte, was es denken sollte. Der kleine Vogel tanzte rings um das Gänsblümchen herum und sang: "Nein, wie ist doch das Gras so weich! Und sieh, welch eine süße kleine Blume mit Gold im Herzen und Silber im Kleid!"

Der gelbe Punkt in dem Gänseblümchen sah ja auch aus wie Gold, und die kleinen Blätter ringsherum glänzten silberweiß. Wie glücklich das kleine Gänseblümchen war, nein, das kann niemand begreifen! Der Vogel küßte es mit seinem Schnabel, sang ihm etwas vor und flog dann wieder in die blaue Luft empor.

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