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Moritz von Schwind Die Symphonie
Computergarten vom 21. Januar Seite 4

Die Symphonie von moritz von Schwind

Die Symphonie
spätromantisches Gemälde von Moritz von Schwind
1852, München, Neue Pinakothek.

Dieses Bild mit dem Rahmen, der wie das Haar zum Gesicht dazugehört (siehe Seite 3), ist ein Hauptwerk von Moritz von Schwind. Die innere Haltung des Bürgertums zu jener Zeit wird in diesem Werk deutlich. Die Probleme des Alltags waren ungelöst, man zog sich gern zurück in die Bereiche der Kultur. Die Biedermeier- Realisten beschrieben ihre Zeit, ihre Umwelt relativ genau, bei Schwind hingegen erfährt die Darstellung eine Verklärung.

Moritz von Schwind liebte Märchen und Sagen und stellte diese in vielen Illustrationen dar ( "Rübezahl"). Seine unmittelbare Gegenwart schilderte er ebenso märchenhaft. Aber er gestaltete sie meisterhaft, mit Takt, Charme und Zurückhaltung entstehen wunderbare Zeitdokumente ohne zu weit getriebenen Realismus.

Seine bildnerischen Mittel sind die der Romantiker. Moritz von Schwind hatte bei Ludwig Schnorr von Carolsfeld studiert (siehe Seite 1). Schwind entwickelte ja früh seinen eigenen Stil, brachte aber die von seinem Lehrer vermittelten Werte mit ein: den Umgang mit der Linie, dem Umriß der Gestalten, das Kolorieren, aber vor allem die Komposition der Werke.

Er benutzte konservative Mittel und komponierte in seinem unverwechselbaren eigenen Stil. Er ist - in Übereinstimmung mit seinen Zeitgenossen- nicht weniger wahr als die "fortschrittlicheren" Realisten seiner Zeit. Damit ist Moritz von Schwind ein Sonderfall. Moritz von Schwind hat für seine "Hommage an Beethoven" - seine "Symphonie"- bezeichnenderweise den gesamten Kreis um seinen Freund Franz Peter Schubert als Modelle benutzt: Franz Lachner hat er als Dirigenten portraitiert, der Hofrat Spaun und der Sänger Vogel sind im Bild zu finden, auch Franz Schubert, und Franz Grillparzer. Am Flügel sitzend, die Noten umblätternd, hat er sich selbst portraitiert.

Für sein Bild hatte sich Moritz von Schwind einen weiteren Auftrag als Fresco in einem großen Konzertsaal erträumt, aber dieser Traum erfüllte sich nicht, der Traum vollendete sich nicht...blieb auch eine "Unvollendete".

Detai der Kreis um Schubert von Moritz von Schwind

Detail aus dem Gemälde "Die Symphonie" von Moritz von Schwind:
Der Kreis um Schubert, 1852, München, Neue Pinakothek.

 

Interessante LINKS

Biographie Franz Peter Schubert (1797 - 1828) im Computergarten
www.onlinekunst.de/januar/31_01_Schubert_Franz.htm

Biographie Franz Grillparzer (1791 - 1872) im Computergarten
www.onlinekunst.de/januar/15_01_Grillparzer.htm

Moritz von Schwind : Kurzbiographie /
Fresken in der Loggia der Staatsoper in Wien ( Abbildung )
www.aeiou.at/aeiou.encyclop.s/s472477.htm

Museum der bildenden Künste Leipzig /
germangalleries.com/Museum_bildenden_Kuenste/vonSchwind.html

Zeichnung von Moritz v. Schwind zu Lucie Gelmeroth von Eduard Mörike
www.xlibris.de/Autoren/Moerike/MoBio/MoBioPix/MoBioP03.htm

Schuberts Freundeskreis / Moritz von Schwind
www.austria-tourism.at/personen/schubert/krisenjahre.html

Drawing by Moritz von Schwind, 1868 ( Schubert at the piano ) englisch
w3.rz-berlin.mpg.de/cmp/schubert_pic.html

In Karlsruhe gibt es die " Schwindstraße " seit 1898
www.karlsruhe.de/Stadtraum/VLA/vlastrns.htm

Kunsthistorisches Arbeiten am Beispiel der Wartburg.
Für Kunsthistoriker, Bauforscher und Denkmalpfleger
www.uni-bamberg.de/~ba5km1/lehrstuhl/komwinter/wartburg.html

 

LITERATUR

SCHWIND, MORITZ VON. Fresken und Wandbilder. Katalog. Karlsruhe 1996.
Text von Barbara Romme. Quer-4to. 124 S. mit 98 (47 farb.) Abb., Bibliographie, brosch.

SCHWIND, MORITZ VON. Meister der Spätromantik. Katalog. Karlsruhe 1996/97. Beitr. von Sebastian Giesen, Friedrich Gross, Barbara Romme u.a. 4to. 296 S. mit 576 ( 94 farb.) Abb., Bibliographie

VOM KLANG DER BILDER Hrsg.von Karin von Maur zur Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart
Prestel 1985 - ISBN 3 - 7913 - 0727 - 4

Kindlers Malerei Lexikon Band 11, Deutscher Taschenbuch - Verlag 1976, Seite 134 -136

 

 

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