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Die
Symphonie
spätromantisches Gemälde von Moritz
von Schwind
1852, München, Neue Pinakothek.
Dieses
Bild mit dem Rahmen, der wie das Haar zum Gesicht
dazugehört (siehe
Seite 3), ist ein Hauptwerk von Moritz von Schwind.
Die innere Haltung des Bürgertums zu jener
Zeit wird in diesem Werk deutlich. Die Probleme
des Alltags waren ungelöst, man zog sich gern
zurück in die Bereiche der Kultur. Die Biedermeier-
Realisten beschrieben ihre Zeit, ihre Umwelt relativ
genau, bei Schwind hingegen erfährt die Darstellung
eine Verklärung.
Moritz von Schwind liebte Märchen und Sagen
und stellte diese in vielen Illustrationen dar
( "Rübezahl"). Seine unmittelbare
Gegenwart schilderte er ebenso märchenhaft.
Aber er gestaltete sie meisterhaft, mit Takt,
Charme und Zurückhaltung entstehen wunderbare
Zeitdokumente ohne zu weit getriebenen Realismus. |
Seine
bildnerischen Mittel sind die der Romantiker. Moritz
von Schwind hatte bei Ludwig Schnorr von Carolsfeld
studiert (siehe
Seite 1). Schwind entwickelte ja früh seinen
eigenen Stil, brachte aber die von seinem Lehrer
vermittelten Werte mit ein: den Umgang mit der Linie,
dem Umriß der Gestalten, das Kolorieren, aber
vor allem die Komposition der Werke.
Er
benutzte konservative Mittel und komponierte in
seinem unverwechselbaren eigenen Stil. Er ist
- in Übereinstimmung mit seinen Zeitgenossen-
nicht weniger wahr als die "fortschrittlicheren"
Realisten seiner Zeit. Damit ist Moritz von Schwind
ein Sonderfall. Moritz von Schwind hat für
seine "Hommage an Beethoven" - seine
"Symphonie"- bezeichnenderweise den
gesamten Kreis um seinen Freund Franz Peter Schubert
als Modelle benutzt: Franz
Lachner hat er als Dirigenten portraitiert, der
Hofrat Spaun und der Sänger Vogel sind im
Bild zu finden, auch Franz Schubert, und
Franz Grillparzer. Am Flügel sitzend,
die Noten umblätternd, hat er sich selbst
portraitiert.
Für
sein Bild hatte sich Moritz von Schwind einen
weiteren Auftrag als Fresco in einem großen
Konzertsaal erträumt, aber dieser Traum erfüllte
sich nicht, der Traum vollendete sich nicht...blieb
auch eine "Unvollendete".

Detail
aus dem Gemälde "Die Symphonie"
von Moritz von Schwind:
Der
Kreis um Schubert, 1852,
München, Neue Pinakothek. |