Moritz
von Schwind hat diese Katzenpartitur Joseph Joachim
gewidmet, anlässlich seiner Ernennung zum
Direktor der Berliner Hochschule für Musik. Der
Leipziger Musikverleger F. Senff bat Moritz von Schwind
um eine Kopie. In einem Brief vom 4. Januar 1869 schreibt
er dazu : "Dieser kühne Versuch, ein ausdrucksvolleres,
durchgeistigteres Notensystem an die Stelle des veralteten,
einem überwundenen Standpunkt angehörigen,
pedantischen und zopfigen Schreiberwesen zu setzen..."
An
Eduard Mörike schickt er eine Photographie und
schreibt dazu in einem Brief vom 19. Januar 1869:
"Ich
bin Musiker geworden, und zwar Zukunftsmusiker im
zweiten höheren Grade. Weg mit dem alten, steifen,
trocknen Notensystem ! Veraltet, überwunden,
abgetanes Zeug - es braucht ein neues, durchgeistigtes,
lebensvolles Ausdrucksmittel für meine neuen
ungeahnten Gedanken - ob es Töne, Bilder oder
der Teufel weiß was sind, das ist auch ganz
wurst - ich habe das Unglaubliche geleistet. Beiliegende,
Hr. Joachim gewidmete Sonate sei ein redender Beweis.
Er gesteht, daß er nicht imstande ist, sie zu
spielen - dieser Hexenmeister auf der Geige! Nebenbei
kann bemerkt werden, daß Joachim und ich dem
berühmten Orden von der schwarzen Katze
angehören und das dieser unscheinbare Anlaß
es war, - der diesen Riesenschritt in der Musik hervorrief."