Weitere Informationen zum I Ging

Die Suche nach der Lösung des Geheimnisses, das der beständigen Bewegung und dem Wandel des Universums zugrunde liegt, hat die Physik und davor die Metaphysik hervorgebracht.

Während nun die Physik versucht, mathematisch die im Universum herschenden Gesetze auszudrücken, will die Metaphysik, ebenfalls mathematisch, die Auswirkungen dieser Gesetze auf den Menschen ergründen.

Zwei Grundgesetze bestimmen den physikalischen Wandel im Universum: Das eine besagt, daß alles seinen eigenen Gegensatz in sich trägt; so wie jedes neues Leben in seinem genetischen Code den Ansatz seinen eigenen Zerfalls trägt, so liegt in jeder Situation, in der sich ein Mensch befinden kann, bereits der Keim eines Wandels.

Das andere Gesetz ist das der periodischen Wiederkehr. Es bestimmt zyklisch und rhytmisch z.B. den Wechsel der Jahreszeiten und die Entwicklungsabschnitte beim Menschen.

Die Gesamtheit dessen, was den physiklischen Gesetzen unterliegt, wird Kosmos genannt. Der Weg durch diesen sich wandelnden Kosmos ist das Tao.

Tao bedeutet Pfad oder Tor, durch das alles hindurchgeht.

Die chinesischen Denker vergleichen das dem Tao gemäße Verhalten mit dem des Wassers: es fließt unablässig, füllt alle Höhlungen aus, überwindet Widerstände, verharrt, um tiefe Stellen auszufüllen und setzt dann seinen Weg fort. Das Wasser bewegt sich im Einklang mit den Kräften des Kosmos.

Wer sich mit dem Tao bewegt, kann seinen Platz im Kosmos finden und in Harmonie leben. Seine realen Entscheidungen beruhen auf realen Möglichkeiten.

Bei diesen Entscheidungen hilft das Buch der Wandlungen - Das I Ging. Es erhellt dem Fragenden die gerade wirksamen Tendenzen des Kosmos.

Yin und Yang stehen für den Dualismus, der in alldem vorhanden ist: In den gegensätzlichen Ladungen der Atomteilchen wie im Bewußten und Unbewußten der menschlichen Psyche.

Im Buch der Wandlungen werden Yin und Yang durch unterbrochene (Yin) und durchgehende (Yang) Linien symbolisiert.

Die Trigramme

Ein Trigramm besteht aus drei parallelen Linien. Es beschreibt das Entstehen der Dinge aus der Dualität von Yin und Yang.

Die beiden obersten Linien stellen die Zweiteilung der Naturt dar (Himmel und Erde). Die mittlere Reihe gibt die Verbindungsmöglichkeiten zwischen Himmel und Erde dar. Die unterste Linie des Trigramms symbolisiert den Menschen.

Schließlich werden diese Trigramme auch als Mitglieder einer Familie in archetypischen Rollen aufgefaßt.

So entstehen acht verschiedene Trigramme. Es ergeben sich folgende Begriffspaare:


Himmel

Der beherrschende Vater


Donner

Der aufbrausende älteste Sohn


Feuer

Der gefährliche mittlere Sohn


See

Der stille jüngste Sohn


Erde

Die ergebene Mutter


Wind

Die sanfte älteste Tochter


Wasser

Die kluge mittlere Tochter


Berg

Die fröhliche jüngste Tochter


Die Hexagramme

Die acht Trigramme waren eine überschaubare Zahl von Konfigurationen. Sie wurden im Lauf der Jahrhunderte immer tiefer gedeutet und blieben im Gebrauch, bis frühe chinesische Gelehrte eine höher entwickelte Methode zum Verstehen des Universums suchten.

Sie kombinierten die Trigramme miteinander und erweiterten dadurch die Zahl der Bilder kosmischer und menschlicher Situationen. Es entstanden 64 Hexagramme.

Das Aufeinandertreffen zweier Trigramme stellt die Beziehung des Himmels (oberes Trigramm) mit der Erde (unteres Trigramm) dar. In ihrer Wechselwirkung kommt der kosmische Wandel zum Ausdruck.

Dieses Aufeinandertreffen symbolisiert aber auch das Unbewußte und das Bewußte im Menschen.

Bei jeder Beschäftigung mit der Bedeutung eines Hexagramms sollten sein Aufbau aus den Trigrammen und deren Stellung (oben/unten) beachtet werden.

In jedem Hexagramm befinden sich außer den Teiltrigrammen (versteckt) zwei Kerntrigramme. Sie werden zum Analysieren eines Hexagramms herangezogen.

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