Das Buch der Wandlungen, chinesisch I Ging, gehört unstreitig zu den
wichtigsten Büchern der Weltliteratur. Seine Anfänge reichen in
mythisches Altertum zurück.
Was ist nun das Buch der Wandlungen eigentlich ? Um zu einem Verständnis des Buches und seiner Lehren zu kommen, müssen wir das dichte Geranke von Erklärungen, die alles Mögliche von außen her in das Buch hineinerklären, energisch ablösen, ganz einerlei, ob es sich um die abergläubischen Geheimnisse alter chinesischer Zauberer oder um die nicht minder abergläubischen Theorien moderner europäischer Gelehrter handelt.
Als Grundsatz müssen wir hier festhalten, das Buch der Wandlungen aus sich selbst und seiner Zeit zu erklären. Da lichtet sich dann das Dunkel recht merklich, und wir kommen zu der Erkenntnis, daß das Buch der Wandlungen zwar ein sehr tiefes Buch ist, aber dem Verständnis keine größeren Schwierigkeiten bietet als irgendein Buch, das aus dem Altertum in einer langen Geschichte auf unsere Zeit gekommen ist.
Himmel und Erde bestimmen die Richtung. Berg und See stehen in Verbindung
ihrer Kräfte. Donner und Wind regen einander nicht auf. Wasser und
Feuer bekämpfen einander nicht. So werden die acht Zeichen
durcheinander gestellt.
Das Vergehende zu zählen, beruht auf der Vorwärtsbewegung. Das
Kommende zu wissen, beruht auf der rückläufigen Bewegung.
Der Donner bewirkt die Bewegung
Der Wind bewirkt die Auflösung
Der Regen bewirkt die Befeuchtung
Die Sonne bewirkt die Erwärmung
Das Stillehalten bewirkt die Innehaltung
Das Heitere bewirkt die Erfreuung
Das Schöpferische bewirkt die Beherschung
Das Empfangene bewirkt die Bergung