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Weltgeheimnis Computergrafik von Inga Schnekenburger 2003

Abbildung: "Weltgeheimnis", Computergrafik
von © Inga Schnekenburger 2003

Weltgeheimnis

Herbstlich sonnige Tage,
mir beschieden zur Lust,
euch mit leiserem Schlage
grüßt die atmende Brust.
O wie waltet die Stunde
nun in seliger Ruh'!
Jede schmerzende Wunde
schließet leise sich zu.
Nur zu rasten, zu lieben,
still an sich selber zu baun,
fühlt sich die Seele getrieben
und mit Liebe zu schaun.
Jedem leisen Verfärben
lausch ich mit stillem Bemühn,
jedem Wachsen und Sterben,
jedem Welken und Blühn.
Was da webet im Ringe,
was da blüht auf der Flur,
Sinnbild ewiger Dinge
ist's dem Schauenden nur.
Jede sprossende Pflanze,
die mit Düften sich füllt,
trägt im Kelche das ganze
Weltgeheimnis verhüllt.

Emanuel Geibel

Emanuel Geibel, deutscher Dichter, eigentlich Franz Emanuel August Geibel. Seit 1852: von Geibel. Geboren am 17. Oktober 1815 in Lübeck, gestorben am 6. April 1884 in Lübeck

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