Der Herbst I
Das Glänzen der Natur ist höheres
Erscheinen,
Wo sich der Tag mit vielen Freuden endet,
Es ist das Jahr, das sich mit Pracht vollendet,
Wo Früchte sich mit frohem Glanz
vereinen.
Das Erdenrund ist so geschmückt,
und selten lärmet
Der Schall durchs offne Feld, die Sonne
wärmet
Den Tag des Herbstes mild, die Felder
stehen
Als eine Aussicht weit, die Lüfte
wehen
Die Zweig' und Äste durch mit frohem
Rauschen
Wenn schon mit Leere sich die Felder dann
vertauschen,
Der ganze Sinn des hellen Bildes lebt
Als wie ein Bild, das goldne Pracht umschwebet.
Friedrich Hölderlin,
den 15ten November 1759