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Computgrafik HERBSTSTURM von Inga Schnekenburger

Computergrafik "Herbssturm I" von © Inga Schnekenburger

 

Und die Hörner des Sommers verstummten...

Und die Hörner des Sommers verstummten im Tode der Fluren,
In das Dunkel flog Wolke auf Wolke dahin.
Aber am Rande schrumpften die Wälder verloren,
Wie Gefolge der Särge in Trauer vermummt.

Laut sang der Sturm im Schrecken der bleichenden Felder,
Er fuhr in die Pappeln und bog einen weißen Turm.
Und wie der Kehricht des Windes lag in der Leere
Drunten ein Dorf, aus grauen Dächern gehäuft.

Aber hinaus bis unten am Grauen des Himmels
Waren aus Korn des Herbstes Zelte gebaut,
Unzählige Städte, doch leer und vergessen.
Und niemand ging in den Gassen herum.

Und es sank der Schatten der Nacht. Nur die Raben noch irrten
Unter den drückenden Wolken im Regen hin,
Einsam im Wind, wie im Dunkel der Schläfen
Schwarze Gedanken in trostloser Stunde fliehn.

Georg Heym

 

Computergrafik Herbststurm II von Inga SChnekenburger

Computergrafik "Herbssturm II" von © Inga Schnekenburger

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Georg Heym wurde am 30. Oktober 1887 in Hirschberg (Schlesien) geboren.
Er ertrank am 16. Januar 1912 in Berlin in der Havel.

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