Der Herbst
Der starke Herbst steht bettelnd vor der
Tür
Und lässt die schweren Äste seufzend
ächzen
Des großen Baums. Die alten Krähen
krächzen
Im heftgen Sturm ihr wunderliches Lied.
Dafür
Verjagen sie des falschen Frühling
unbarmherzge Macht,
Des schlauen Sommer böses Treiben,
schreiben
Mir schöne Verse in mein Buch und bleiben,
Um mit uns ein Fest zu feiern, auf dem alles
lacht.
Der muntre Herbst lässt sich gar nicht
lange
Bitten. Er kommt herein mit seinem großen
Sack,
Packt die guten Sachen aus mit lustigem
Gesange,
Etwas rauh: Früchte, Korn und Wein
und mit Geschmack
Auch viele bunte Blätter. Und wenn
vom Himmel fällt
Der erste Reif, fürchte ich mich nicht,
weil es mir gefällt.
Sonett von Jochen Neuhaus |
Jochen
Neuhaus: Alle Rechte an dem Sonett
bei dem Autor Jochen Neuhaus. Mit freundlicher
Genehmigung zur Veröffentlichung bei
onlinekunst.de im Oktober 2002 Webseite
von Jochen Neuhaus
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