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Mein unberührter Herbst

Mit goldglänzenden Degen
ficht die Spätsommersonne
zwischen den trauernden Weiden
gegen die Schatten des Abends

Die Lieder des Tages brechen sich
an den Hängen regennasser Hügel,
warten auf den Morgen, um wieder
in Nebeln klingend aufzusteigen

Ein vergessener Vogel schreit
hilflos nach der Mutter, einsam
sucht er und findet zwischen
den gleißenden Strahlen Halt

Über den Horizont wälzt sich
der rote Mantel hinüber in seine Zeit,
treibt Blättermeere vor sich her,
bläst jedem ins Gesicht, „es ist soweit“

Die Wege werden leerer, die Steine
härten sich an frostigen Gedanken,
das Sterben der Ähren ist beendet,
so steht er da, mein unberührter Herbst

Dann lass uns tanzen diesen Tanz,
gibt mir die Hand, die schwer nach
schwarzem Boden riecht und Blätterfäule,
dreh mich im Kreis, dass alle Degen sinken

Den Winter über werd ich dich betrügen,
im Frühling kein Gedanke mehr an uns,
erst wenn der Sommer Feuer legt auf meine Haut,
dann werd ich dich vermissen, Herbst

Drum tanze, tanze, wirbel mich herum,
lass Stürme los und jag die Blätter auf,
von hüben nach drüben das Feld auf und ab,
mein unberührter Herbst, mein Tänzer

© by Herbert Gerke

mit freundlicher Genehmigung des Autors im September 2004 zur Veröffentlichung bei onlinekunst.de

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