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Mein
unberührter Herbst
Mit goldglänzenden Degen
ficht die Spätsommersonne
zwischen den trauernden Weiden
gegen die Schatten des Abends
Die Lieder des Tages brechen
sich
an den Hängen regennasser Hügel,
warten auf den Morgen, um wieder
in Nebeln klingend aufzusteigen
Ein vergessener Vogel schreit
hilflos nach der Mutter, einsam
sucht er und findet zwischen
den gleißenden Strahlen Halt
Über den Horizont wälzt
sich
der rote Mantel hinüber in seine Zeit,
treibt Blättermeere vor sich her,
bläst jedem ins Gesicht, „es
ist soweit“
Die Wege werden leerer, die
Steine
härten sich an frostigen Gedanken,
das Sterben der Ähren ist beendet,
so steht er da, mein unberührter Herbst
Dann lass uns tanzen diesen
Tanz,
gibt mir die Hand, die schwer nach
schwarzem Boden riecht und Blätterfäule,
dreh mich im Kreis, dass alle Degen sinken
Den Winter über werd
ich dich betrügen,
im Frühling kein Gedanke mehr an uns,
erst wenn der Sommer Feuer legt auf meine
Haut,
dann werd ich dich vermissen, Herbst
Drum tanze, tanze, wirbel
mich herum,
lass Stürme los und jag die Blätter
auf,
von hüben nach drüben das Feld
auf und ab,
mein unberührter Herbst, mein Tänzer
© by Herbert Gerke
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