Zitronenfalter
im April - Gedicht von Eduard Mörike
Zitronenfalter
- Gedicht von Christian Wagner
Gedicht
Allerseelen -
von Christian Wagner
Zitronenfalter
im April
Grausame Frühlingssonne,
Du weckst mich vor der Zeit,
Dem nur in Maienwonne
Die zarte Kost gedeiht!
Ist nicht ein liebes Mädchen hier,
Das auf der Rosenlippe mir
Ein Tröpfchen Honig beut,
So muss ich jämmerlich vergehn
Und wird der Mai mich nimmer sehn
In meinem gelben Kleid.
Eduard Mörike

Gedicht
Allerseelen
Allerseelen 1900
Heut Allerseelentag, welch milde Lüfte,
Bei solchem Sonnenschein thun sich auf die Grüfte.
Gott, mutet an mich wie von fernen Zonen,
Der Falter hier in Farbe der Citronen!
An letzter Blume sich noch festzsaugen,
der andre dort im Kleid der Pfauenaugen.
Von welchen Küsten doch, von welchen
Reichen,
Sie hergesegelt mit dem Wunderzeichen!
Welch milder Tagesschein! Welch silbrig
Weben!-
Ja, so mags sein dereinst als Geist zu schweben!-
Christian Wagner

Du
so schwebend über sonn'gen Hügeln
Falter hier mit den Citronenflügeln:
Sag, ob Du erkannt mich als Bekannten,
Vater, Gatten oder sonst Verwandten,
Daß du scheue Flamm' dich konnt'st
erdreisten.
Magisch dreimal um mich her zu geistern?-
Kommst du her von höhern Regionen,
Wo die Frommen, wo die Sel'gen wohnen,
Um verwandelt so im Waldder Buchen
Mich und heil'ge Stätten aufzusuchen?
Christian Wagner
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