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Gedicht für ein Baby von Christian Wagner

Berthe Morisot DIE WIEGE

Bild: Berthe Morisot "Die Wiege", 1873, Öl auf Leinwand
55x46 cm. Paris, Louvre, Jeu de Paume
Die Schwester der Künstlerin an der Wiege ihres Babys

 

Ein Baby - Gedicht von Christian Wagner

Geburtsweihe

Nun du wiederkamest nach der frommen
Süßen Rast,
Sei willkommen uns, o sei willkommen
kleiner Gast!
Glück und Segen möge dich geleiten
Um und an,
noch hast du den Blick in ferne Weiten
Nicht gethan.

Hier die Brote, dort des heil'gen Weines
Fromm Getränk:
Laßt uns feiern heut der Gottheit reines
Weihgeschenk,
Und indem dein Bettlein wir umwandern
Schritt für Schritt,
Bring ein Jedes von uns einen andern
Wunsch dir mit:

Diese Stirne möge samt der Augen
Feuchtem Glanz
Zum Altare hoher Schönheit taugen
Rein und ganz;
Diese Ärmchen niemals um je treiben
Unrecht Gut,
Diese Händchen wie sie heut sind, bleiben
Rein von Blut.-

Ja und Amen denn! - Zum Schluß des Ganzen
Nicht vergeßt
Auch ein kleines Bäumchen ihm zu pflanzen
Heut zum Fest.
Um das Bettlein eine Blättergarbe
Walle kühn,
Daß dem Auge ewigheil'ge Farbe
Sei das Grün!

Christian Wagner

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