| Vergreift euch
nicht an der Tierwelt!
Am Rande des Fußweges vor einer Tierhandlung
stehen drei verrostete Bauer.
In jedem sitzt ein verwahrloster Affe, ein junger,
mittelgrosser, ergrauter.
Die zwei letzten müssen wegen Raumknappheit die
ganze Zeit aufrecht hocken.
Nur der muntere Lausbub kann sich gerade noch um seine
eigene Achse drehen.
Die sonst in den Tropen auf den üppigen Bäumen
frei lebenden Menschenaffen
Sitzen dort angekettet, nagen zu Tode gelangweilt
an den dürren Süßkartoffeln,
Behalten mit Widerwillen Anfangssitzsstellung bei,
ihrem Schicksal ergeben,
Könnten da höchstens etwas nach vorne oder
hinten rutschen und sich bücken.
Regelmäßig bringen sie hervor verzweifelte,
mitleiderregende grelle Töne.
Die jedoch beim unausgesetzten Höllenlärm der
Autos kläglich untergehen.
Vor lauter Eintönigkeit, Nichtstun, Ohnmacht
strecken sie einen Arm aus,
Ergreifen unter großen Anstrengungen das Gitter
seines vorderen Kollegen.
Der Junge klettert ein Mal ums andere rücklings
an den Stäben in die Höhe,
Bleibt einen Augenblick dort oben und läßt
sich dann nach unten plumpsen
Oder biegt sich mit größter Mühe zu
einem Kreis, saugt an seinem Phallus,
Der an ihm baumelt unförmig plattgelutscht, irreversibel
heruntergezogen.
Gewiß geeignet wären für Haustiere Vögel,
Katzen, Hunde, Schweine, Stiere,
Aber die Affen sicher nicht sowie die Krokodile, Tiger,
Löwen und Mungos.
Die meisten Städter könnten dieser Fauna
keine naturnahe Umgebung bieten,
Denn sie benötigt halt einen besonderen Biotop,
natürliche Nahrungsketten.
Der Menschen Leichtsinn, Kurzsichtigkeit, Naivität,
Gewinnsucht, Egoismus
Ermöglichen einen weltweiten Schwarzhandel, Ausrottung
der seltenen Tiere.
Alle Nationen sollten beim Schutze der wilden Tiere
Hand in Hand arbeiten
Und mit strengsten Gesetzen solche Tierquälerei,
-vermarktung unterbinden.
Hungki Park
Seoul, den 22. Dezember 2001

"Zwei traurige Affen", Detail aus der Bleistift-
Buntstiftzeichnung von Inga Schnekenburger
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