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uns, daß Sie im Gästebuch Nr. 99 von onlinekunst.de lesen
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20 Einträge vom 7. April 2002 und 8. April 2002
Jahres-Tages-Zeiten Der Frühling gleicht dem Morgen. Des Menschen Erwartungen blühen auf. Der Sommer gleicht der Mittagszeit. Die Menschen sind satt und zufrieden. Der Herbst gleicht dem Abend. Fröhliche Menschen vergnügen sich müde. Der Winter gleicht der Nacht. Alles ruht im friedlichen weißen Schlummer. So geht es Jahr für Jahr und Tag für Tag und alles hat seinen Reiz. Das neue Jahr (1998) Das neue Jahr, hundert neue Erwartungen erfüllen sich nun. Das neue Jahr, hundert neue Erwartungen verdunsten zu nichts. Das neue Jahr, hundert neue Erwartungen - wie unbescheiden... Ein neues Jahr (1999) Wieder ein neues Jahr - Anfang, Beginn oder Ende? Und von was? Jedes Jahr bringt uns einen Anfang näher. Eine neue Chance... Doch auch ein Ende naht sich. Herbei gesehnt oder gar gefürchtet? Egal wie. Wer auf Gott vertraut - dem Herrscher der Zeit - hat stets Hoffnung! März Erste Zugvögel kehren zurück und bringen das Lachen wieder. Schwellende Knospen, wie aufwachende Augen - der Märztag wird grün. Noch liegt im Garten des Herbstes Laub, doch neues Grün hat das Sagen März: Bunte Krokusblüten vertreiben nun das kalte Wintergrau. Der April April: Schnelldurchlauf der vier Jahreszeiten; Clown aller Monate. April: Er schleudert alles Leben in ein Wechselbad der Wetter. April: Laßt euch überraschen, was ich euch heut für ein Wetter bring... Der Mai Mai: Die Bäume haben ihre schneeweißen; Brautkleider angelegt. Mai: Die Bäume geschmückt im Blütenkleid feiert die Natur Frühling.. Mai: Maibowle, Maikatzen, Maikäfer, Maiglöckchen - es mait gar sehr...
SCHMETTERLINGS KÜSSEN von Sidonie Grünwald-Zerkowitz (1852-1907) Es sagte dort die Blum' im Grunde, Die erst der Schmetterling hat heiß geküßt, Er küßte sie, weil - süß das Küssen, Und daß sein Küssen niemals Liebe ist. Sagt', daß er, taumelnd noch vom Rausche, Froh flattert zu der zweiten Blume hin, So lange Küsse - Blumen - tauschend, Als ihn sein Flügel trägt und Blumen blühn. - Sprich, ist es so, wie's sagt die Blume? War dein Kuß: Schmetterlinges Kuß, ohn' - Lieb? ... Die Blume küßt noch manchen Zweiten ...; Doch mir - die Seele an Dir hangen blieb!
Du besteigst den Berg
deines Lebens und landest
im Tal deiner Zeit!
*
Lebst du selbst? Oder
läßt du leben? Denkst du?
Oder läßt du denken?
*
Bierbäuche wackeln erregt -
wie Götterspeise -
vor dem Bildschirmsport...
*
Schleifpapier des Alltags
ritzt Furchen in sein Gesicht,
doch sein Herz lacht.
*
Du besteigst den Berg
deines Lebens und landest
im Tal deiner Zeit!
*
Gedichte schreibend,
modelliert er die Worte
zu Wortbildnissen.
*
Mit dem Pinsel der
Buchstaben malt der Dichter
die Wortgemälde.
*
Das Gedicht: Zu Worte
geronnenes Gefühl
aus Gedankenblut.
*
Lieder. Sind sie nicht
in den Wellen der Musik
schwimmende Wörter?
*
STAU
Stau: Das Sonnenlicht
bricht sich zehntausendfach
in den Autoscheiben.
Stau: Zehntausend fremde
Menschen sitzen in Einzelhaft
und warten...
Stau: Zehntausend Autos
werden zum zweiten
bunten Straßenbelag...
Stau in der Nacht:
Ein gleißendes Band
wälzt sich über der Autobahn.
Stau im Winter:
Größte Kühlschlange der Nation
wird zum Teetrinker...
Du kamst wie der Wind, Du kamst wie der Wind, hast gestreichelt wie ein Hauch mein Haar. Bevor ich denken konnte klar was uns beide verbind, nahm Dich wieder fort der Zeitenwind. Nur einen Augenblick warst du in meinem Leben, bevor mein Herz zum Sturme konnte sich erheben. Sobald ich spüre je einen Wind, denk ich wehmütig an dich wie ein Kind. Warum verwehtest du aus meinem Leben? Wo magst du jetzt sein? Bist du auf den Wolken geritten oder tanztest du in der Sonne Strahlen mitten? Spieltest du mit den Meereswellen haschen oder wolltest Regenbogen-Farben naschen? Ließest du der Berge Echo lachen oder auch die Wolken donnernd krachen? Streutest du Sternschnuppen aus oder spieltest du mit Kometen Katz und Maus? Oder machtest du mit der Lichtgitarre des Nordlichts Farbenmusik und drehtest die Galaxienschnarre? Ach kämest du zurück für nur einen Augenblick, und streichelst wie ein Hauch mein Haar, und würdest mit mir singen: „Das Leben ist so wunderbar...“ Lebenskreislauf Die Jugend schwimmt, Schaumkronen geschmückt auf der Lebensoberfläche. Zur Reife gelangt, taucht sie dann, hinab in das wahre Lebensmeer. Alt geworden liegt sie, vom Leben zur Flunder gedrückt, am Grunde. Doch die Augen sehen nach oben, den Lebensfluß überblickend. Ganz oben sehen sie: Die Jugend auf der Oberfläche schwimmt. Schon tauchen die ersten hinab - das wahre Leben fest ergreifend. Sie tragen eine schwere Last. Doch sieh: sie werden platt und platter. Und dann liegen auch sie - zur Flunder gealtert am Lebensgrunde. Ganz oben sehen sie: Die Jugend auf der Oberfläche schwimmt. Ihre Augen sehen nach oben, den Lebensfluß überblickend. (ab Strophe 6 wieder weiter lesen bis zum Schluss, dann wieder von Strophe 6 usw.)
Lichtelein Es herrschte finstre dunkle kalte Nacht, da hab ich frierend an dich gedacht. Doch sieh – dort in der Ferne, ein kleines süßes Lichtelein! Benommen schwankte ich zum Lichte hin und konnte plötzlich mit dir zusammen sein, denn niemand andres als du mein goldner Schatz, war dieses warme hoffnungsvolle Lichtelein.
Die zerissene Seele Eine Einheit - ein großes Ganzes was zerbricht in tausend Stücken sich verliert nicht wandern kann,- nicht fliehen gefangen - gefangen im Körper der verlorenen Vereinigung gequält von der fordernden Sehnsucht nach Erlösung Panik die das Suchen nicht erlaubt Schmerz, der das Ganze nie berührt frißt sich langsam immer fort, durch jeden Nerv des inneren Verlangens vernichtet jeden Wunsch und jedes Ziel und hinterläßt nur Trauer und Erinnerung Die Musik der letzten Dinge, schwebt im sonst so leeren Raum klingt und weint und sucht und bricht verliert sich selbst in allen Ecken. Und jedes Teilchen meiner Seele nimmt den Klang des Todes in sich auf Schreit und flieht von einem Schmerz zum nächsten Schreit und stirbt und hinterläßt ein Nichts im toten Raum.
Liebe Inga
Zum Dank an Dich und das Team
habe ich noch schnell neben dem täglichen
Stress (auch am Wochenende) noch schnell
ein Gedicht für den Mai geschrieben, konnte es
aber aus Zeitgründen nicht in Metik ( Jamben und Reime )
setzen:
WALDMUSIK
Es kukukt, trommelt und trälert
Das goldene Bächlein gluckst und flüstert
Ganz zufrieden aus dem Unterholz
Derweil das alte Laub am dunklen Grund
Noch immer schwätzt im Wind
Von längst vergang`nen Wintertagen.
Mürrisch die alte Buche knarrt.
Der Specht klopft wild den Takt
Auf trockne, morsche Stämme
Nur der Käfer, satt vom Grün
- : Schlafend schaukelnd untrer`m Eichenblatt
Verpasst das ganze Waldkonzert.
Traurig nur die dunkle Tanne schweigt
Die - wer weis warum -
Ganz heimlich vergiesst aus Harz
Diamanten:
....duftende, blitzende, glitzernde Tränen!
***
Liebe Grüsse auch an Birgit und SabineDie Erde deckt dich zu, ich weiß nicht wo ... Auf deinem Grabe blühen keine Blumen, kein Vogel singt ein Wiegenlied für dich; und dennoch schlummerst du so tief und süß, so tief und süß, wie selbst in Mutterhut kein Kindesauge sich zum nächtigen Frieden schließt. Ein kurzer Frühling war's, ein Lenz von Tagen, den du gelebt. - Doch war's ein goldener Lenz, und blauer Himmel lachte über dir, und lichter Sonnenschein umspann dein Lager. In deiner Augen sammetbraunen Kelch fiel keiner Wolke Schatten, süße Knospe - in deiner Wurzel aber saß der Wurm; und als der Sturmwind kam, verwehtest du, mein Sonnentraum ... Seit jenen schmerzenreichen Frühlingstagen lieb' ich den Lenz, wie ich ihn nie geliebt, und seine Knospen lieb' ich schmerzlich heiß und pflückt sie gerne, eh' der Sturm sie bricht, und sonnenklare Kinderaugen lieb' ich und küsse gern aus ihrem Sammetkelch die Tränen fort ... und leg' die Blütenpracht des Frühlings gern in weiche Kinderhände ... Die Erde deckt dich zu, ich weiß nicht wo, zu deinem Grab ist mir die Spur verloren. Doch aus der Veilchen frühem Duft umhaucht dein Wesen mich, - aus jedem Kindesauge blickst du mich an - und lächelst dein Sonnenlächeln mir ins wunde Herz ... CLARA MÜLLER (1861-1905)
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