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uns, daß Sie im Gästebuch Nr. 128 von onlinekunst.de lesen
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20 Einträge vom 14. August 2002 bis zum 17. August 2002
EIN SOMMERABEND von Betty Paoli (1814-1894) Der Vögel süße Lieder fluten Aus blüh'nder Bäume Wipfelkranz, Die Rosen scheinen zu verbluten, Die Lilien streuen duft'gen Glanz. Ringsum von Schönheit und von Wonne Ein unergründlich tiefes Meer; Am Abendhimmel weilt die Sonne, Als fiele ihr das Scheiden schwer. Noch einen letzten Schimmer sprühend, Ringt sie sich bange zögernd los, Und sinkt, in tief'rem Rot erglühend In ihres Wolkengrabes Schoß. Doch wie Erinnerung, die milde, Treu ausharrt bei versunknem Glück, Bleibt lang' noch auf dem Nachtgefilde Ein stiller Dämmerschein zurück.
Ein Tag auf dieser Erde
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(Reiner Kunze)
Früh, vor dem offenen Fenster
läutet der Rehbock, das Seil im Maul
den Apfelbaum
störst den Fledermausschlaf Watestiefel,
die an der Wand schaftüber hängen,
und schulterst den Fischkorb
Die Rute, das Wünschelholz,
schlägt aus nach dem Bach.
In den Wiesensenken steht ein Äschenschwarm von Nebeln,
die hohen Rückenfahnen wehn.
Sie mannshohr Nessel
brennt dir einj, daß su lebst
II
Durch den Bogen dr fliegenden Schnur
schießt der Eisvogel seinen blauen Faden
der Fischer grüßt den Fischer !
III
Im Mittelwasser schwebwend sie Forelle:
ihren Schatten siehst du auf dem Grund,
sie aber nahm die Gestalt an des Lichts
Du stehst reglos senkrecht.
wo sie waagrecht steht
Bis sie das Uferbild vom Spiegel trinkt,
du in den Ring zielst und sie springt
Doch aus dem Wasser schlägt
sie rote Flamme des Saiblings
Du löschst sie im Gras
und brennst
IV
Die Flossen rotorange,
der weiße Saaum genäht mit schwarzem Faden
Du möchtest niederknien,
die unwiederbringlich verlorengegangene Nadel zu suchen
V
Im Frühjahr regnet`s Fische in den Bach
Wolken kleiner Forellen verdunkeln den Kies,
ihre Schwänzr werden ihn zu Gold fegen.
Saiblinge schüttet`s, die grünen Flanken gesprenkelt
vom Licht-und Schattenspiel am Schöpfungstag
(verstreut Irrlichter, purpurn mit blauem Hof)
Güsse von Äschen verzinnen die Kolke
Muscheln teilst du aus und rosa Krebse,
im Frühjahr gehst du der Schöpfung zur Hand.
XIII
Sie wußten, wo der Bach sein Silber hat
und brachen ein in ihn
Von der Wasserseite aber hatten sie dich nicht erwartet
Das Unterholz splittert
als fliehe Schwarzwild
XIV
Plötzlich ruft der Bach
mit der Stimme deines Vaters dich beim Namen
Mit der Stimme, die am Abend vom hohen Fensterhimmel
dem Spiel ein Ende setzte
Ein Strudellaut...
Der Rufer ist in dir,
und abends ist`s, mein Sohn
XV
Die Weiden haben vom Himmel
das letzte Tageslicht gekehrt,
der Bach dunkelt es ein
Rings um den Mond,
den beinernen Schädel,
tritt aus der Nacht das Vanitasbild
Wie viele werfen ihren Blick zeitweilig auf die Zeit zurück, die längst schon nur Vergangenheit, und dann zur "guten alten Zeit" erblüht in der Erinnerung, die Zeit, in der man war noch jung. Sehr viel Zeit verbringt sodann, im Blick auf spätre Zeiten man. Die Zeit, die man noch gar nicht kennt, und deshalb "bessre Zukunft" nennt. Die schönre Zeit sehnt man herbei, weil sie noch unverbraucht und neu. Zwischen der guten alten Zeit und bessern Zukunft liegt das Heut, das man sehr häufig ganz vergisst, obwohl es unser Leben ist.
A P F E L K A N T A T E
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( Matthias Claudius)
Der Apfel war
nicht gleich
am Baum
Da war erst
lauter Blüte.
Das war erst
lauter
Blütenschaum
Und lauter
Lieb und
Güte.
Dann waren
Blätter grün
an grün
und grün an
grün nur
Blätter.
Die Amsel
nach des Tages Mühn,
sie sang ihr
Abendlied gar
kühn
und auch bei Regenwetter.
Der Herbst,
der macht die
Blätterr steif
der Sommer muß sich packen.
Hei! Daß ich
auf die Finger
pfeif
da sind die
ersten Äpfel
reif
und haben
rote Backen.
Und was bei
Sonn` und
Himmel war
erquickt nun
Mind und
Magen
und macht die
Augen hell
und klar.
So rundet
sich das
Apfeljahr
und mehr ist
nicht zu
sagen.
Der Sonnenuntergang.
An einem Seeufer
Da saß ich jeden Tag
Auf einer Betonstufe
Auf moosigem Belag
Sehr oft spät in den Abend
Genoss ich stundenlang
An alles Gute glaubend
Den Sonnenuntergang
Und irgendwann da sah ich
Ein junges Schwanenpaar
Im abendlichen Mondlicht
Bei Sicht so schön und klar
Kopf unter'm Flügel faltend
Als schämte sie sich sehr
Und er in stolzer Haltung
Schwamm stets ihr hinterher
Sie schwamm zum anderen Ufer
Dort mündete ein Fluss
Und hat nach ihm gerufen
Doch da fiel laut ein Schuss ! ...
Sie flog den großen Bogen
Mit letztem Flügelschlag
Und fiel auf Betonboden
Auf moosigem Belag....
Sie lag und lebte noch
Am Flügel tiefe Wunden
Er flog am Himmel hoch
Und drehte Trauerrunden
So flog er viele Stunden
Bis ihn die Kraft verließ
Und er in letzter Runde
Hart auf den Boden stieß
//--//--//--//--//--//--//--//
Es hinterließ die Narben
Bei mir ein Leben lang
Ich sehe Blut in Farben
Vom Sonnenuntergang ...Wir wollen uns dem Leben anvertrau'n und unser Sehnen, Herr, in deine Hände legen. Umsäume unsern Glauben mit Geduld, und lass die Hoffnung blühn, o Herr, auf allen Wegen!
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