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Francisco
de Goya y Lucientes: Serie der "pinturas
negras",
Szene: Saturn verschlingt eines seiner Kinder.
1821-1823. Öl auf Leinwand, 146 × 83 cm. Madrid,
Museo del Prado.
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Die
Sage von Saturn
Saturn war geweissagt worden, dass eines seiner
Kinder ihn vom Thron stürzen würde.
In der antiken Mythologie wird geschildert, wie
er daraufhin, um dies zu verhindern, seine
eigenen Kinder erbarmungslos verschlingt.

Goya
schildert die Szene, wie Saturn eines seiner Kinder
verschlingt. Es wirkt entsetzlich und abstoßend.
Einzelheiten wie das Fließen des Blutes
der kleinen Figur sind schrecklich anzusehen.
Saturn umkrallt den kleinen Körper und hat
schon einen Arm halb verschlungen. Der große
Mund von Saturn ist weit aufgerissen, wirkt unersättlich.
Die Augen wirken wie im Wahnsinn geweitet. Wie
eine Puppe wird die zu verzehrende Figur gehalten:
Kein Widerstand ist erkennbar.
Die Leserichtung von Europäern ist die von
links nach rechts. Wir fallen in das aufgerissene
Maul des Saturns hinein und sind - obwohl Betrachter
- doch mittendrin im Geschehen, auch WIR könnten
verschlungen werden...
Ein menschenverschlingender Dämon: Der
Krieg
Selbstzerfleischung, Unentrinnbarkeit, Gewalt,
Ausweglosigkeit aus der Brutalität - das
ist der Krieg. Menschen kämpfen im Krieg
gegen Menschen:
Und die Figur des Saturn von Goya verkörpert
den Krieg. Der Krieg verschlingt Leben.
Noch
eindrucksvoller als im "Koloß"
wird hier die Gewalt und tödliches Verderben
dargestellt, die der Krieg mit sich bringt. Ein
beeindruckendes Antikriegsbild des Künstlers
Goya.
I.S. |