Callot Die Schrecken des Krieges

Die Schrecken des Krieges
Jacques Callot (1592-1635): "Les Misères et les Malheurs de la guerre", 1633


Callot Schrecken des Krieges

Abbildung oben: Die Schrecken des Krieges
Jacques Callot (1592-1635): "Les Misères et les Malheurs de la guerre", 1633. Das Elend und Unglück des Krieges

Tränen des Vaterlands

Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun
Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun
Hat aller Schweiß, und Fleiß, und Vorrat aufgezehret.

Die Türme stehn in Glut, die Kirch' ist umgekehret.
Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun,
Die Jungfern sind geschänd't, und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durchfähret.

Hier durch die Schanz und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut
Von Leichen fast verstopft, sich langsam fort gedrungen.

Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest, und Glut und Hungersnot,
Dass auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.

Andreas Gryphius

Der Dreißigjährige Krieg tobte von 1618 bis 1648. Andreas Gryphius wuchs im Dreißigjährigen Krieg auf.
Er war zwei Jahre alt, als er begann, er war zweiunddreißig Jahre alt, als der Krieg endete...

Callot Schrecken des krieges

Abbildung links: Die Schrecken des Krieges bei Jacques Callot: "Les Misères et les Malheurs de la guerre", 1633

Abbildung unten: Soldaten plündern die Häuser im Krieg. Jaques Callot, aus der Radierfolge "Les misères et les malheurs de la guerre", "Das Marodieren", Paris, 1633, 9,8x20,7 cm, Stadtmuseum Münster.

Herr Gott, du bist der Kriegesmann
der aller Unruh steuern kann
Sieh an den Jammer Angst und Noth
die uns jetzund umfangen hat weil
sich erhoben in kurzer Zeit
groß Unfried, Aufruhr, Krieg und Streit.
Wie hoch wurd arm und reich vermengt
die Städt und Häuser man wegsengt
die Kirchen und Schulen man verstöret
das Land wird jämmerlich verheeret.

Die Nahrung lagen gar darnieder
es nährten sich nur wüste Brüder.
Für den man nicht zur Ruh konnt bleiben
die morden, rauben Unzucht treiben.
Streck aus deinen Arm und rechte Hand
beschütz Haus, Stadt, Kirch, Schul und Land.
Bewahr uns alle mit Weib und Kind
Gesindlein, Acker, Vieh und Rind.

Ihrem Trutz und Muthwillen wehr.
Erhalt uns Fried in deinem Land
gieb Glück und Heil zu allem Stand.
Führ uns zuletzt ins Himmelsthron
da ewig ist viel Freude und Wonn.
Damit wir leben seliglich
dein Reich beschütze ewiglich.
In unseres Herren Christi Namen
wer dies begehrt, sprech fröhlich: Amen!

Christoph Hoffmann, 1640

Das Marodieren Callot

Der Dreißigjährige Krieg
Ursachen und Verlauf. Dreißig Jahre Krieg in Deutschland. Verschiedene Gruppierungen des Reiches kämpfen gegeneinander. Es geht dabei um nicht weniger als die politische Neuordnung und die religiöse Ausprägung des Staates. Einige Landesfürsten verbünden sich mit europäischen Nachbarn und kämpfen gemeinsam gegen ihre Landsleute. Andere europäische Mächte schließen sich gegen das Reich und den Kaiser zusammen.

Dokumentation
1648 - Krieg und Frieden in Europa. Kunst und Kultur MARIE RICHARD Jacques Callot (1592-1635): "Les Misères et les Malheurs de la guerre" (1633). Ein Werk und sein Kontext. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Folge "Les Misères et les Malheurs de la guerre" (Das Elend und Unglück des Krieges) zahlreiche, sich teils widersprechende Interpretationen hervorgerufen haben.

 
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