Auf einem Grab im alten Friedhof in Schwenningen
wächst ein Baum aus einem Grab heraus. Auf dem Foto sehen
wir die Rückseite des Kreuzes. Das Grabkreuz wirft einen
Schatten auf den Baum. Das Foto entstand im November 2002, kurz
bevor die Sonne unterging...
Gedicht zum Totensonntag
von Joachim Heinrich Campe
Abendempfindung
Abend ist's, die Sonne ist verschwunden,
Und der Mond strahlt Silberglanz;
So entfliehn des Lebens schönste Stunden,
Fliehn vorüber wie im Tanz.
Bald entflieht des Lebens bunte Szene,
Und der Vorhang rollt herab;
Aus ist unser Spiel, des Freundes Träne
Fließet schon auf unser Grab.
Bald vielleicht (mir weht, wie Westwind leise,
Eine stille Ahnung zu),
Schließ ich dieses Lebens Pilgerreise,
Fliege in das Land der Ruh.
Werdet ihr dann an meinem Grabe weinen,
Trauernd meine Asche sehn,
Dann, o Freunde, will ich euch erscheinen
Und will himmelauf euch wehn.
Schenk auch du ein Tränchen mir
Und pflückte mir ein Veilchen auf mein Grab,
Und mit deinem seelenvollen Blicke
Sieh dann sanft auf mich herab.
Weih mir eine Träne, und ach! schäm
dich nur nicht, sie mir zu weihn;
Oh, sie wird in meinem Diademe
Dann die schönste Perle sein!
Joachim Heinrich Campe
Bräuche zum Totensonntag in heidnischer
Zeit
Totensonntag
Das Totentragen zu Erlangen
Zu Erlangen war bis auf spätere Zeiten ein Brauch
im Schwang, der aus uralter Heidenzeit stammt. Die Bauernmädchen
der benachbarten Orte zogen nämlich am Sonntag nach
Lätare festlich geschmückt und mit Kränzen
in den Haaren zur Stadt und trugen Puppen in den Armen,
die mit Laubwerk eingefasst und mit einem weißen
Tuch bedeckt waren.
Paarweise traten sie dann vor die Häuser und sangen:
"Heut ist Mittfasten, wohl is das! Werfen mir 'n
Taud ins Wassa, wohl is das!" Hierzu fügten
sie noch allerlei gute Wünsche in ähnlichem
Versmaß für den Hausbesitzer und erhielten
dann dafür eine kleine Gabe.
Die Puppe, die sie trugen, stellte den Götzen Thor
dar und wurde aus dem Grund in die Stadt und durch die
Flur getragen, um die Fruchtbarkeit der Felder zu bewirken.
Sobald der Umgang beendet und die Gaben empfangen waren,
wurde die Puppe über die Brücke in die Rednitz
gestürzt. Dieses Fest hieß daher anfänglich
Thoraustragen und wurde dann in Totentragen umgewandelt,
wovon der Sonntag nach Lätare alsbald der Totensonntag
genannt worden ist.
Aus: F. Lammers, Geschichte der Stadt Erlangen,
2. Ausg., S. 8. Gesch. v. Poppenreuth, S. 6. Eine Abhandlung
von Englert in den Fränk. Sammlungen, Nürnberg
1762, VI., 520 ff., stellt Belegstellen aus älteren
Schriften zusammen. Dazu J. Grimm, Deutsche Mythol.,
II., 727, 3. Ausgabe
Der Dichter Joachim Heinrich Campe ist am 29.
Juni 1746 in Deensen bei Holzminden geboren, gestorben am 22.
Oktober 1818 in Braunschweig
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Die Geschichte der Friedhöfe in Deutschland.
von Norbert Fischer, Barbara Happe, Barbara Leisner Gebundene
Ausgabe - 448 Seiten - Thalacker. Erscheinungsdatum: Dezember
2002 ISBN: 3878151748
Gedichte zu Sterben und Tod. von Inge Jooß
(Herausgeber), Erich. Jooß (Herausgeber), Eva Johanna.
Rubin (Illustrator) Gebundene Ausgabe - 128 Seiten - Echter
Erscheinungsdatum: November 1997 ISBN: 3429015324
Texte, Gedichte und Bilder zu Krankheit,
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- Fouqué Literaturverlag. Erscheinungsdatum: 2002 ISBN:
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... betitelt sich diese poetische Darstellung
des Streatham Friedhofs. Der befindet sich bei London und
wurde von Jonathan Clark zwei Jahre lang fotografiert: Im
Frühling, im Sommer, im Herbst und im Winter. Bewegende,
meisterhafte Fotos, manchmal animiert. Die wohl schönste
Seite zum Thema Totensonntag... jonathan-clark.com
Gedenktag der Entschlafenen / Totensonntag
/ Ewigkeitssonntag Totensonntag, Ewigkeitssonntag, Sonntag
vom jüngsten Gericht, Christkönigsfest, Letzter
Sonntag des Kirchenjahres - viele Namen hat es im Laufe der
Zeit für diesen Gedenktag gegeben. 1816 ordnete König
Friedrich Wilhelm III von Preußen an, den letzten Sonntag
im Kirchenjahr als allgemeinen Feiertag zur Erinnerung an
die Verstorbenen zu begehen. Damit wurde aus den vielen regionalen
Feiertagen in seinem Land ein einheitlicher Feiertag. Die
evangelische Landeskirche übernahm diesen Feiertag und
er wurde zum Gegenstück des katholischen Feiertags Allerseelen...
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