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Das Thema
Feiertage und Feiern in Gemälden
Martini, Martinstag,
11. November
Bild oben: Der
Heilige Martin, Gemälde von Hans von Marées. Hans
von Marées: Hl. Martin und der Bettler. 1869, Öl
auf Leinwand, 74 × 105,5 cm. Winterthur, Sammlung Dr.
Oscar Reinhardt. Land: Deutschland. Stil: Realismus.
Der Künstler:
Hans von Marées, geboren am 24.12.1837 in Wuppertal-Elberfeld
gestorben am 5.6.1887 in Rom. Wirkungsorte: München,
Rom, Florenz, Neapel
St. Martin mit viel Rittersleut
wohl übers Feld zum Jagen reit't
und als sie kamen an einen Hag,
ein nackter Mann an der Straße lag.
Dem klapperten vor Frost die Zähne,
und an der Wimper fror ihm die Träne.
Er rang die Hände und bat mit Beben:
Sie möchten ihm ein Almosen geben. -
Und all die Ritter zogen fürbaß,
dem nackten Armen gab keiner was;
sie wendeten von ihm das Angesicht,
die Jammergestalt zu schauen nicht.
Der Martin aber sein Roß hielt an:
"Von mir, du Armer, sollst was han!"
Er nimmt sein Schwert und alsogleich
haut er seinen Mantel, gesticket reich
mit Gold und Silber, entzwei in Eil
und gibt dem Nackten den einen Teil,
die andre Hälfte er selber behalt't,
und reitet den andern nach in den Wald.
Und wie den Martinus erblicket die Rott,
überhäufen sie ihn mit Hohn und Spott:
"Da seht nur einmal den Narren an,
teilt sein Kleid mit dem Bettelmann;
der halbe Mantel steht ihm gar schön,
er kann damit zum Bankette gehn,
damit ihn künftig mag jeder kennen,
so woll'n wir den halben Ritter ihn nennen."
Sie lachten und witzelten noch gar viel,
Martinus war all ihres Spottes Ziel. -
Doch wie der Abend zu dämmern beginnt,
so wehet ein kalter schneidiger Wind;
die Ritter hüllen sich alle fein
in ihre großen Mäntel ein
und wollen reiten sogleich von hinnen,
doch konnten sie keinen Ausweg gewinnen,
nur immer tiefer kamen's in den Wald,
und pfiff der Wind noch einmal so kalt;
sie jammerten sehr und vermeinten schier,
sie müßten vor Kälte heut sterben hier.
Martinus nur mit dem halben Kleid,
empfindet's nicht, daß der Wind so schneid't,
er lachet über ihr Schnappern und Bangen
und sitzt auf dem Roß mit glühenden Wangen.
Und jetzo ein roserifarbiges Licht
hervor aus der dunkelen Wildnis bricht,
und unter die Starrenden tritt heran
Herr Christ, mit dem halben Kleid angetan,
das jenem Armen Martinus gegeben,
und um ihn herum seine Engelein schweben.
Und Jesus sich zu Martino wendet:
»Ja wahrlich, was Ihr den Armen spendet,
das habet Ihr mir selber gegeben,
und Früchte trägt's Euch im Tod und Leben,
jedwede Wohltat noch so klein,
wird Euch erwärmen und lohnend sein!«
Sie fielen all auf ihr Angesicht,
und Jesus verschwand; doch des Glaubens Licht,
es leuchtete über dem heidnischen Haufen,
sie ließen sich alle zu Christen taufen.
Ignaz Franz Castelli
Ignaz Franz Castelli (auch: Bruder Fatalis,
Kosmas, Rosenfeld, C. A. Stille): Geboren am 6.3.1781 in Wien;
gestorben am 5.2.1862 in Wien. Das Gedicht wurde uns von Erich
Toth aus Wien zugeschickt. Vielen Dank dafür.
Am Vorabend des Martinstages, am 10. November,
werden im Rheintal auf den Feldern kleine Feuer entzündet.
Auch in der Eifel, in Holland und Belgien brennen Martinsfeuer.
Dieser in vorchristliche Zeit zurückgehende uralte Brauch
der Herbstfeuer ist ein Dank für die vollendete Ernte und
zugleich eine Bitte für den Schutz der Wintersaat und der
Tiere.
Von diesen Feuern entnimmt man Brände
und durchläuft mit ihnen die Saatfelder. Die Kinder ziehen
mit Papierlaternen und beleuchteten Runkelrüben und Kürbissen
durch die Straßen der Städte und Dörfer.
Am Abend des 11. November geben die Kinder
unter dem Läuten der Kirchenglocken dem Heiligen Martin
das Geleit. Martinus reitet in römischer Uniform auf einem
Schimmel voraus. Im Zuge werden auch Gänse im Käfig
mitgeführt. Martinus teilt mit dem Schwert seinen Soldatenmantel
und gibt die Hälfte dem frierenden Armen. Die Kinder beschenkt
der Heilige Martin mit Obst, Gebäck und Nüssen. In
vielen Kindergärten und Grundschulen werden zum Martinitag
Laternen gebastelt. Linktipp:
Laternen-Wettbewerb, Linktipp: Farbsymbolik
auf den Martini- Laternen
Buchtipp: Christliche Feste, Weihnachten, Passion, Ostern, Himmelfahrt,
Pfingsten, von Friedrich Benesch, Urachhaus.
Frohe Feiertage wünscht das Team von onlinekunst.de. PS:
Im Computer"Geburtstags"garten wird jeden Tag gefeiert
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