Der Computergarten am 16. Februar

 

Fotocollage  von Inga Schnekenburger

Ein Netz aus Baumzweigen für Ernst Haeckel
Fotocollage von Inga Schnekenburger
2001

 

Zeichnung von Erich Haeckel

 

Flaschenstrahlinge - wissenschaftliche Zeichnung von Ernst Haeckel.
Aus: Kunstformen der Natur (1899-1904)


Ernst Haeckel, 1834-1919

Portrait Ernst Haeckel

Ernst Haeckel, deutscher Biologe und Naturphilosoph, bedeutender wissenschaftlicher Zeichner war Professor für Zoologie in Jena. Aus den Ergebnissen seiner anatomischen Untersuchungen leitete er das "biogenetische Grundgesetz" ab.

Neben umfangreichen morphologischen Arbeiten über Medusen und Radiolarien schuf Ernst Haeckel eine Synthese zwischen Religion und Wissenschaft: den Monismus. Ernst Haeckel war ein Neuformer der Biologie und ein Verfechter der Abstammungslehre von Darwin. Haeckel sah in der Seele des Menschen und in der Seele der Tiere keinen Unterschied.Damit setzte er sich Anfeindungen, besonders aus dem kirchlichen Bereich, aus. Für die Vetreter der Institution KIrche ist der Mensch die Krone der Schöpfung, und nur die Seele der Menschen zählt. Welches Leid den Tieren auch deshalb widerfährt, ist bekannt.

Seine Zeichnungen der Radiolarien, Kalkschwämme, Medusen und Staatsquallen sind von großem ästhetischen Reiz und gehören zu den schönsten wissenschaftlichen Zeichnungen.

BIOGRAPHIE

Am 16. Februar 1834 wurde Ernst Heinrich Haeckel in Potsdam geboren. Seine Mutter war Charlotte Haeckel, geborene Sethe, sein Vater der Regierungsrat Karl Haeckel. 1835 wird der Vater als Oberregierungsrat nach Merseburg versetzt. Der Vater von Ernst Haeckel ist für Kirchen- und Schulangelegenheiten zuständig. Ernst Haeckel interessiert sich schon früh für die natur, besonders die Pflanzenwelt.

1852 legt Ernst Haeckel die Reifeprüfung ab und studiert ein Semester Medizin in Berlin. Ab Wintersemester 1852 studiert Haeckel vier Semester in Würzburg bei Rudolf Albert von Kölliker Anatomie, Physiologie und Entwicklungsgeschichte. Im fünften und sechsten Semester studiert er in Berlin bei dem Zoologen Johannes Müller.
1854 Studienreise gemeinsam mit Müller nach Helgoland. Der junge Haeckel studiert Meereszoologie, es entsteht seine erste Arbeit: "Über die Eier der Scomberesoces", die 1855 gedruckt erscheint.
1856 wird er Assistent bei Rudolf Virchow, dem damals führenden Pathologen.
1856 unternimmt Haeckel im Herbst eine meereszoologische Exkursion mit Albert v. Koelliker in Nizza.

Kunstformen der Natur

Kunstformen der Natur (1899 - 1904)
Cyrtoidea. Flaschenstrahlinge
Zeichnung von Ernst Haeckel

1857 erfolgt in Berlin Haeckels Promotion über die Gewebe des Flußkrebses und 1858 Medizinisches Staatsexamen, seine ärztliche Approbation als praktischer Arzt, Wundarzt und als Geburtshelfer. Er entscheidet sich jedoch gegen eine Medizinerlaufbahn , um sich der vergleichenden Anatomie und der Zoologie zu widmen.
1858 unternimmt Haeckel eine Studienreise nach Messina, Italien. Doch er liebt den Beruf des Arztes nicht.
1858 Verlobung mit seiner Cousine Anna Sethe.
Ernst Haeckel widmet sich naturwissenschaftlichen Studien und malt Landschaften in Aquarelltechnik.
1859 bis 1860 unternimmt Haeckel eine Studienreise nach Italien, bei der er auf Sizilien 144 neue Radiolaren-Arten entdeckt. Aus den Forschungs- Unterlagen entsteht seine "Monographie über Radiolarien".
1861 habilitiert sich Haeckel an der Universität in Jena über die Ordnung von Rhizopoden.
1862

erscheint seine große Monographie der Radiolarien "Die Radiolarien". Das Werk erregt Aufsehen.

1862 erhält Haeckel ein Extraordinariat an der Medizinischen Fakultät für vergleichende Anatomie in Jena.

Am 18. August: 1862 Heirat mit seiner Cousine Anna Sethe

Portrait  Ernst Haeckel

Portrait Ernst Haeckel

1863 Ernst Haeckel erforscht marine Wirbellose. Er untersucht Rüsselquallen und Medusen, iphonophoren und Kalkschwämme. am 19. September 1863 hält Haeckel bei der 38. Versammlung der Vereinigung Deutscher Naturforscher und Ärzte in Stettin die "Stettiner Rede": Er setzt sich vehement für die Lehre Charles Darwins ein, dessen Werk "Über den Ursprung der Arten durch natürliche Zuchtwahl" 1859 erschienen war.
1864 Am 16. Februar wird ihm die Cothenius-Medaille verliehen, am selben Tag stirbt seine Frau Anna.
1865 Berufung zum ersten ordentlichen Professor für Zoologie an der Universität in Jena. 1865 Ernst Haeckels Systematikarbeiten mit der Beschreibung von 4.000 neuen Arten bilden ein wichtige Grundlage für die weitere Forschung. Erscheinen der "Generellen Morphologie der Organismen", ein Versuch einer "organischen Kristallographie". Das Werk enthält die ersten detailliert ausgearbeiteten Stammbäume der Organismen.
1866

bis 1867 reist Haeckel zu den Kanarischen Inseln und besteigt auf der Insel Teneriffa den höchsten Berg Spaniens, den Teide. Er hält sich auch auf Lanzarote auf.

Ernst Haeckel besucht Charles Darwin und Thomas Henry Huxley in England.

1867 Am 20. August heiratet Ernst Haeckel die Professorentochter Agnes Huschke.
Aus der Ehe gehen ein Sohn und zwei Töchter hervor.
1868 Geburt des Sohnes Walter Haeckel
1869 Studienreise nach Norwegen
1869 wird er Ordinarius und untersucht die stammesgeschichtlichen Zusammenhänge. Haeckel wird zwar mit Ehrungen überhäuft, aber die Anfeindungen sind ebenso stark.
1872 formuliert er das "biogenetische Gesetz", nach dem die Entwicklung des Individuums ( die seiner Gattung nochmals durchläuft. Die Frühstadien der Embryonalentwicklung teilt er in Morula, Blastula und Gastrula ein. 
1869 Studienreisenach Norwegen
1871 Studienreisenach Dalmatien. 1871 Geburt der Tochter Elisabeth Haeckel. 1871 lehnt Ernst Haeckel eine Berufung nach Wien ab
1872 wichtige Monographie über die Kalkschwämme. Darin prägt Haeckel den Begriff des "biogenetischen Grundgesetzes".
1873

Studienreisein den Orient, dort studiert er die Korallenbänke im Roten Meer. 1873 Geburt der Tochter Emma Haeckel

Haeckel in Ceylon

Foto Ernst Haeckel
Studienreise Ceylon 1881

1874 Mit dem Buch "Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des Menschen" bezieht er den Menschen in den evolutionären Entwicklungsgedanken mit ein. Haeckel formuliert die Abstammung des Menschen von affenähnlichen Primaten
1875 Studienreise nach Korsika
1876 wird Ernst Haeckel Prorektor der Universität Jena
1877 Studienreise nach Korfu
1878 Meeresbiologische Untersuchungen in der Bretagne in Frankreich
1881 bis 1882 Studienreise nach Indien und Ceylon
1882 bis 1883 Aufbau des Zoologischen Instituts an der Universität Jena.
Der Bau seines Wohnhauses "Villa Medusa" beginnt.
1884 Ehrendoktorwürde der Universität Edinburgh
1887 Studieneise nach Palästina, Syrien und Kleinasien
1889 Abschlußarbeiten an den Tiergruppen der englischen "Challenger - Tiefsee- Expedition"., die 1873 - 1876 durchgeführt worden war
1890 Reise nach Algerien
1892 Vortrag "Der Monismus als Band zwischen Religion und Wissenschaft"
1894 bis 1896 Die "Systematische Phylogenie" erscheint
1897 Reise durch Finnland und Rußland
1898 Ehrendoktorwürde der Universität Cambridge
1899 Veröffentlichung der "Welträtsel". Das Buch wird in 25 Sprachen übersetzt . Haeckel propagiert seinen Monismus als naturwissenschaftliche Weltanschauung. Damit gerät er in Widerspruch zur kirchlichen Meinung und ist starken Anfeindungen ausgesetzt. Es wird sein populärstes Buch.
1899 bis 1904 In dem Tafelwerk "Kunstformen der Natur" zeigt Haeckel auch sein Können als Zeichner. Es werden Hefte mit je 10 Illustrationen veröffentlicht.

Haeckel mit Totenschädel

Ernst Haeckel mit Totenschädel

1900 bis 1901 Studienreise nach Ceylon, Singapur, Java und Sumatra
1904 Teilnahme am Internationalen Freidenkerkongreß in Rom
1908 Eröffnung des Museums für Abstammungslehre in Jena
1909 erfolgte die Emeritierung Ernst Haeckels.
1915 Am 21. April 1915 stirbt seine zweite Frau
1919 Am 5. August 1919 starb Ernst Haeckel in seine "Villa Medusa" in Jena. Er vermachte seinen Nachlaß der Universität in Jena.

 

Werke

Seescheiden- Zeichnung von  Ernst Haeckel
  • Briefe an die Eltern (1852 - 1856)
  • Briefe an Anna Sethe (1858 - 1864)
  • Italienfahrt (1859 - 1860)
  • Die Radiolarien (1862)
  • Briefwechsel Agnes und Ernst Haeckel (1867 - 1914)
  • Natürliche Schöpfungsgeschichte (1868)
  • Indische Reisebriefe (1883)
  • Visit to Ceylon (1883)
  • Besteigung des Piko del Teide von Teneriffa (1870)
  • Die Welträthsel (1899)
  • Insulinde. Malayische Reisebriefe (1901)
  • Kunstformen der Natur (1899 - 1904), siehe Bild links.
  • Wanderbilder (1904)
  • Sandalion - Antwort auf die Fälschunganklagen der Jesuiten (1910)

 

Buchtipps

Kunstformen der Natur
von Ernst Haeckel

Olaf Breidbach, Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Irenäus Eibl- Eibesfeldt
Broschiert - 139 Seiten - Prestel

Metafinder - Webkatalog mit Vorschau

Diese Seite über Ernst Haeckel wurde 2004
im Webkatalog "Metafinder" aufgenommen

 
Kunstdrucke bei poster.de, z.B. von Ernst Haeckel: Night-Animal Fungus Tablet"
(Bildnachweis: poster.de)
Linktipps

Muscheln

Kunstformen der Natur: Prosobranchia. Vorderkiemen-Schnecken.

Zeichnung von Haeckel

Kunstformen der Natur

  • Biographie englisch, Portrait
    www.ucmp.berkeley.edu
  • Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik "Ernst-Haeckel-Haus" der Friedrich-Schiller-Universität - Jena (Germany)
    www.uni-jena.de
  • Sehr empfehlenswert: Ernst Haeckel: Kunstformen der Natur
    1899-1904. 100 Tafeln! HTML-Version, herausgegeben von Kurt Stüber, 1999
    www.zum.de
  • Ernst Haeckel: Evangelist for Evolution
    and Apostle of Deceit by Russell Grigg, englisch
    www.answersingenesis.org
  • Indische Reisebriefe
    von Ernst Haeckel, 1883.
    Gebrüder Paetel, Berlin Kompletter Text, auch zum Abspeichern.
    caliban.mpiz-koeln.mpg.de

Adress-Tipp

Das Ernst-Haeckel-Haus in Jena
Berggasse 7, Jena, Telefon 03641/94 95 00,
Führungen bitte erfragen.

Hier wird krampfhaft versucht,
Haeckel zu widerlegen:
Ernst Haeckel der Erfinder des
"Biogenetischen Grundgesetzes"
Ernst Haeckel "Evolutionist und Fälscher"
www.hjp.ch

Kunstformen der Natur

Kunstformen der Natur

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Quellen

Haeckel, Ernst Kunstformen der Natur 1998, PRESTEL
Häckel, Ernst Wir werden leben, auch wenn wir sterben TURM-VERLAG
Haeckel, Ernst Generelle Morphologie der Organismen, 2 Bde. 1988, GRUYTER, Allgemeine Grundzüge der organischen Formen-Wissenschaft mechanisch begründet durch die von Charles Darwin reformirte Descendenz-Theorie. Allgemeine Anatomie der Organismen; Allgemeine Entwicklungsgeschichte.

Seite 2: Laubmoose, aquarellierte Zeichnung von Ernst Haeckel
und das Gedicht "Wälder im Walde" von Heinrich Seidel
Mehr Gedichte und Texte und Bilder von Bäumen

 

 

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