Der
Computergarten am 12. Februar
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| Schwertlilien
mit dunkler Hummel
Foto von Willi Schnekenburger
1999 |
Die nachfolgenden
Gedanken über die Bilder von Max Beckmann erheben
keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit, es sind
subjektive Empfindungen von mir.
I.S.
Die
"Schwarzen Schwertlilien"
(das
Bild darf hier nicht gezeigt werden, Copyright),
ein von Max Beckmann gemaltes Bild, sind eigentlich
weiße Blumen, aber die Empfindung, die man
bei der Betrachtung dieser Blumen haben kann,
ist eine dunkle Ahnung von Vergänglichkeit.
Sie
wirken auch auf mich dunkel und sehen schon ganz
kurz nach dem Höhepunkt der Blüte verwelkt
aus. Wenn sie welken, sind sie ausgesprochen unansehnlich,
es sind die einzigen Blumen, die ich nach der
Blüte im Garten abschneide. Sie haben auch
etwas von Schwertern an sich, und die spitzen
Blätter und knorpeligen Stengel scheinen
so gar nicht zu dieser sanften Blüte zu passen.
Es ist ein Widerspruch in dieser Blume, und wenn
sie welken, werden sie erst braun und dann fast
schwarz.
Max
Beckmann hat die Blumen in der Form der vollen
Blüte gemalt, in der Farbe aber das Welken
vorweggenommen.
Die
Blumen auf seinem Bild stehen in einer Vase. Und
in der Vase kann man sie eben sofort welken sehen.
Noch während des Malens haben sie sich wahrscheinlich
verfärbt. Die Vase steht auf einem Notenblatt,
auf dem Blatt liegen noch einzelne Blüten
verstreut. Ein Vanitas-Stilleben der Vergänglichkeit!
Dazu passt Trauermusik - oder ein kämpferisches
Lied.
An
der Wand sind symbolhafte Schwerter in Kreuzform
angeordnet. Auch die liegenden Stengel überkreuzen
sich. Die Blumen wirken - und das ist mir noch
bei keinem Blumenbild begegnet - kriegerisch!
Im rechten oberen Bildteil wird es dann ganz schwarz... |
Max
Beckmann
deutscher Maler

Portrait
Max Beckmann
von Inga Schnekenburger
Copyright 2002
geboren
am 12. Februar 1884 in Leipzig, gestorben am 27.
Dezember 1950 in New York |
Betrachtung
weiterer Werke
Max
Beckmann hat ein Bild 1934 gemalt und es "Gartenlandschaft
im Frühling mit Bergen" genannt.
Es handelt sich um ein Motiv in Murnau. Das Bild
ist in privatem Besitz und wir würden es
hier gern zeigen, aber wir haben keine Copyright
- Erlaubnis für das Bild.
Auch
im Bild "Garten im Frühling"
ist es kalt und kahl, die blauen Beete wirken
nicht blühend. Obwohl es Blumenbeete, eingefaßte
Beete sind, wirkt der Inhalt nicht frühlingshaft
blühend, sondern wie eine blau angemalte
plastische Masse, die vorn links von einem kalten
Schatten bedeckt wird. Das Beet rechts sieht aus
wie ein großes B, wie der Buchstabe B. B
wie Beckmann. Zwei Gestalten kriechen auf dem
Boden, was mögen sie da tun? Normalerweise
geht man in einer Anlage spazieren und kriecht
nicht auf dem Boden herum. Arbeitsgeräte
sind nicht zu sehen, es handelt sich also nicht
um Gärtner. Auch die helle Säule im
Rasen wirkt rätselhaft, ein Stein rechts
an der Hecke erinnert an ein Grabmal. Und doch
ist dies ein Bild, das die tragische Welt der
Triptychen von Max Beckmann zu ergänzen und
aufzulockern vermag.
Wesentlich
typischer für Beckmanns Werk als die
zuvor besprochenen Bilder ist "Die
Nacht". Es zeigt eine entsetzliche
Folterszene. Sie können das Bild in
Düsseldorf in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ansehen. Beckmann hat das Bild
1918-1919 gemalt. [Hier gibt es das Bild "Die Nacht" Klassische
Moderne - Kunstsammlung K20. Max Beckmann:
Die Nacht, 1918/19 (und andere Bilder) www.kunstsammlung.de]
Es
gibt mehr als 20 Gemälde von Max Beckmann,
die in der Murnauer Region und in den Jahren
1932 bis 1935 entstanden sind - darunter
"Gartenlandschaft im Frühling". Max
Beckmann führten private Beziehungen
nach Ohlstadt bei Murnau; 1925 heiratete
er in zweiter Ehe Mathilde ("Quappi") von
Kaulbach. Sie
war die Tochter des Münchner Malers
Friedrich August von Kaulbach (1850-1920).
Beckmann besuchte seit 1925 das Haus und
Atelier ihres Vaters in Ohlstadt.
Viele
bezeichnen Max Beckmann als den führenden
Maler des deutschen Expressionismus. Dies wäre
aber nicht im Sinne des Künstlers Max Beckmann,
der diese Zuordnung als einschränkend empfand.
Max Beckmann war ein Individualist, ein realistischer
Visionär, ein Erkennender. Seine
Bilder sind Gleichnisse für das Ausgeliefertsein
an rohe Gewalten. Die Bilder "schwarze
Schwertlilie" und "Gartenlandschaft"
sind eigentlich Ausnahmen, sanfte Bilder. Die
meisten seiner Arbeiten zeigen Schreckens-Szenen.
Die
Bilder von Max Beckmann, die eher typisch sind
für ihn wie "Die Nacht" können eine sehr starke destruktive Wirkung
ausüben. |
"Die
Nacht"
Ich nahm meinen Sohn im Alter
von 14 Jahren mit in eine Beckmann-Ausstellung.
Er fühlte sich plötzlich nicht mehr
wohl und musste dringend den Raum verlassen, die
Bilder hatten ihn "angegriffen"- nicht
nur psychisch, sondern auch körperlich!
Das
Bild "Die Nacht" gehört
zu einer Reihe von Bildern von Max Beckmann, aus
denen Ekel und Schauder hervorbrechen. Das Bild
beschreibt dtailgenau eine grausame Mordszene
oder eine Folterszene in einem kleinbürgerlichen
Milieu.
Der Todesschrei oder Schmerzschrei ist
fast nicht zu überhören, der Mann schreit,
schreit um sein Leben. |
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| Der
Hund verkriecht sich mit eingekniffenem Schwanz
unter dem Tisch und jault, der Hund ist vielleicht
der einzige, der Mitleid hat. Einer Frau scheint
die Barberei sogar zu gefallen und ein derb aussehender
Mann dreht weiter an dem Arm des Opfers. Eine
Frau wird auch - vor den Augen des Gemarterten
- gebunden und geschunden. Es ist eine schreckliche
Szene, aber viel schrecklicher als in den Abbildungen
der Kunstbücher wirken diese Bilder in realer
Größe! |
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Das
Bild "Die Nacht" ist 156cm hoch
und wenn man vor dem Bild steht, wird man
in den Sog des Schreckens förmlich
hineingezogen.
Das
Bild ist ein Albtraum menschlicher Grausamkeit,
den sich Max Beckmann nach seinen Erlebnissen
im Krieg von der Seele gemalt hat (im
Ersten Weltkrieg war Max Beckmann als Sanitäter
in Belgien und danach an der französischen
Front.).
In seinem Atelier
hing ein nie vollendetes Bild
"Die Auferstehung" - dies war
das Gegengewicht zu seinen Schreckensbildern,
ein Bild voller Hoffnung auf Rettung.
Inga
Schnekenburger
Biographie
von Max Beckmann auf Seite 2 >> |
Ziate
von Max Beckmann
"Es waren zwei schöne Tage für
mich in München. Besonders der erste
Morgen in der Alten Pinakothek. Die Tintorettos
wollen mir immer noch nicht aus dem Kopf.
Sie sitzen fast noch fester wie der Rubens."
(Aus einem Brief von Max Beckmann an Reinhard
Piper, 1912)
Zitat Max Beckmann
"Man
muss in sehr grossen Zeitcomplexen rechnen,
die weit über unsere kurze Lebensetappe
hinausgehen. An eine Kette von Etappen,
die sich über viele Millionen Jahre erstreckt
und in denen wir einen sicher sehr individualisierten
aber unendlich wandelbaren Schauspieler
darstellen, der die jeweilige Lebensetappe
schicksalshaft zu repräsentiren hat." (Max
Beckmann an Stephan Lackner, 20. November
1939) Zitat Max Beckmann
Mehr
Zitate in unserer Zitate- Schatzkiste |
Poster: Bilder von
Max Beckmann
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